Trotz Tierhalteverbot: Wiederholungstäter quält Katzenbabys in Frankfurt (Oder), mindestens ein Kitten tot – PETA erstattet Strafanzeige  

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Laut einer Meldung des Tierheim am See in Eisenhüttenstadt wurden vergangenen Sonntag Katzenbabys bei einem Mann in Frankfurt (Oder) beschlagnahmt. Der Mann ist in der Vergangenheit bereits durch Tierquälerei auffällig geworden. Schon häufiger mussten Tiere aus der Haltung befreit werden oder sind verschwunden. Im aktuellen Fall hatte der Mann am 1. Mai vier Kitten von einer Frau übernommen. Zwei Tage später meldete er sich bei ihr mit der Information, er hätte die Katzen gebadet und habe anschließend ein Tier tot aufgefunden. Nach der Meldung wurde das zuständige Tierheim und die Behörden informiert. Diese holten sofort die überlebenden Katzenbabys aus der Wohnung. Ein Kitten weist massive Verletzungen auf und ist offensichtlich schwer misshandelt worden. Das tote Tier wird pathologisch untersucht, eine Katze bleibt verschwunden. Gegen den Mann besteht bereits ein Tierhalteverbot. Dennoch gelingt es ihm regelmäßig, neue Tiere anzuschaffen, diese zu quälen oder gar zu töten. Offenbar sucht er immer wieder auf Internetportalen wie quoka.de nach sogenannten Abgabetieren. PETA fordert die zuständigen Vollzugsbehörden zu dringendem Handeln auf. Der Täter muss in Gewahrsam genommen werden. Die Tierrechtsorganisation wird Strafanzeige gegen den Mann erstatten. Hinweise zu der Tat nimmt die zuständige Polizeidienststelle entgegen.

„Wir haben es in diesem Fall mit einem hochgradig gefährlichen Wiederholungstäter zu tun, der auch für die Gemeinschaft eine große Gefahr darstellt. Er muss umgehend aus dem Verkehr gezogen und in Gewahrsam genommen werden“, so Jana Hoger, Tierpsychologin und Fachreferentin für Tierische Mitbewohner bei PETA. „Die Katzenbabys müssen in diesen zwei Tagen schrecklichstes Leid erfahren haben und waren dem Täter völlig schutzlos ausgesetzt. Hier muss ebenfalls eine hohe Strafe folgen. Dieser Mann darf nie wieder Tiere in seine Obhut bekommen.“

„Wir danken dem zuständigen Veterinäramt und der Polizei für die gute Zusammenarbeit und das schnelle Eingreifen. Auch wollen wir Menschen davor warnen, ihre Tiere an unbekannte Personen abzugeben. Es ist oftmals nicht nachvollziehbar, in welche Hände die Katzen, Kleintiere oder auch andere Lebewesen gelangen oder mit welch einer Person man es wirklich zu tun hat“, so Jana Feister, Tierheimleitung des Tierheim am See. „Trotz des Tierhalteverbots hatte der Mann die Möglichkeit, die Kitten zu übernehmen und ihnen schlimmstes Tierleid anzutun. Wir geben alles, dass die beiden Katzenbabys sich von der grausamen Tat erholen und in ein besseres Leben starten können.“

In den vergangenen Monaten hat das Tierheim mehrere, von dem Täter, misshandelte Tiere in Obhut genommen.

Tierquälerei ist kein Kavaliersdelikt, sondern eine Straftat nach Paragraf 17 des Tierschutzgesetzes und kann mit einer Geldstrafe oder einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren geahndet werden.

Zusammenhang zwischen Gewalttaten an Menschen und Tieren

Fachleute aus der Psychologie und Justiz sind sich mittlerweile einig, dass Vergehen an Tieren vermehrt Aufmerksamkeit verlangen. Aggressionsforscher Christoph Paulus von der Universität des Saarlandes sagt dazu: „Geschätzte 80 bis 90 Prozent aller extremen Gewalttäter haben vorher bereits Tiere gequält.“ [1] Über den Zusammenhang von Tierquälerei und Gewalttaten klärt PETA in der Broschüre „Menschen, die Tiere quälen, belassen es selten dabei“ auf, die als Informationsquelle für Staatsanwaltschaften, die Richterschaft und Polizei sowie Angestellte im sozialen Bereich dient.

PETAs Motto lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren, sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Form von Diskriminierung, bei der Tiere aufgrund ihrer Artzugehörigkeit abgewertet werden. Der Mensch wird hierbei allen anderen Spezies gegenüber als überlegen angesehen.

[1] PETA Deutschland e.V. (2018): Menschen, die Tiere quälen, belassen es selten dabei. https://www.peta.de/wp-content/uploads/2020/11/Broschuere-A5-Menschen_die-Tiere-quaelen-2019-04-print24.pdf.

Das Katzenbaby wurde schwer misshandelt. / © PETA Deutschland e.V.

Dieses und weitere Bilder können hier heruntergeladen und für die Berichterstattung verwendet werden.

Weitere Informationen:
Tierquaelerei.de
PETA.de/Tiere-quälen-Psychologie

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