Mehr als 100 tote Delfine: Zum Welttag der Meere organisiert PETA Aktionstag gegen Delfinarien in Duisburg und Nürnberg

Ein Delfin im Duisburger Zoo wird zu Kunststücken gezwungen

Anlässlich des UN-Welttags der Meere am 8. Juni organisiert PETA einen Aktionstag für die 14 Delfine, die in deutschen Zoos gefangen gehalten werden. Dafür ruft die Tierschutzorganisation ihre Aktiven auf sämtlichen Kanälen – etwa über die sozialen Medien und Newsletter – dazu auf, eine Petition zu unterschreiben. Außerdem animiert PETA alle tierfreundlichen Menschen, die Zoos in Duisburg und Nürnberg am Stichtag per Anruf oder Mail zu kontaktieren. Sie sollen fordern, die Delfingefangenschaft zu beenden und die überlebenden Tiere in betreute Sanctuarys zu geben. Delfinarien bedeuten für Meeressäuger ein qualvolles Leben. Anstatt Freundschaften und Beziehungen frei wählen zu können oder in endlose Tiefen abzutauchen, leben sie in zwangsvergesellschafteten Gruppen. Eingesperrt in engen Betonbecken, müssen sie unnatürliche Tricks zur Belustigung der Menschen lernen. Aufgrund dieser artfremden Lebensbedingungen starben in Deutschlands beiden Delfinarien bereits mehr als 100 Delfine. Deshalb fordert PETA zum diesjährigen Welttag der Meere Freiheit für die in deutschen Zoos gehaltenen Delfine.

„Während andere Länder die Delfingefangenschaft bereits ablehnen, hält Deutschland noch immer an seiner rückschrittlichen Rolle als Gefängniswärter für Meeressäuger fest“, so Dr. Tanja Breining,  Meeresbiologin und PETAs Fachreferentin für Wassertiere. „Deshalb starten wir zum diesjährigen Welttag der Meere einen Aktionstag für die in deutschen Zoos gefangenen Delfine. Wir bedanken uns bei allen, die heute unsere Petition an das Umweltministerium unterschreiben und bei den beiden Zoos eine Überführung der Delfine in Sanctuarys fordern. Denn mehr als 100 tote Delfine sind genug, es dürfen keine weiteren hinzukommen.“

Zucht und Haltung von Delfinen bedeuten immer großes Leid

Der Zoo Duisburg wurde von Ric O’Barry, dem ehemaligen Trainer der „Flipper“-Delfine, als größter Delfinfriedhof Europas bezeichnet, da dort bereits mehr als 65 Tiere ihren Tod fanden. [1] Zuletzt verstarb im Mai 2023 das aus Inzucht geborene Delfinkind Domingo im Alter von nur acht Monaten. Die Todesursache war eine Schädelfraktur, verursacht durch einen Unfall beim Spielen mit anderen Delfinen. [2] Studien zeigen, dass Delfine in Gefangenschaft oft gestresst sind und sowohl körperlich als auch seelisch leiden. [3] In den Ozeanen leben die Meeressäuger in komplexen Sozialverbänden und können sich ihre Freundschaften sowie die Partnerin oder den Partner aussuchen. Sie schwimmen teils mehr als 100 Kilometer am Tag und tauchen bis zu 300 Meter tief. Um die Enge und den Stress überhaupt ertragen zu können, werden Delfine in Gefangenschaft teils mit Psychopharmaka behandelt.

Tierfreundliche Alternativen

In Österreich, der Schweiz, Großbritannien und vielen anderen Ländern gibt es keine Delfinarien oder zumindest keine Shows, Zucht und Neuaufnahmen von Delfinen mehr. So wurde in Frankreich kürzlich ein Verbot für Delfinshows und die Zucht der Meeressäuger verhängt, das am 2. Dezember 2026 in Kraft tritt. Währenddessen werden die Tiere in Deutschland noch immer für bis zu vier Shows am Tag, klägliche Zuchtversuche und Tauschgeschäfte mit Zoos in anderen EU-Ländern missbraucht. PETA appelliert seit Jahren an die Bundesregierung, dem Vorbild anderer Nationen zu folgen und die Haltung von Delfinen zu untersagen.

Aus einem Sanctuary bei Bali wurden bereits drei Delfine in den Ozean entlassen, nachdem sie monatelang auf die Freiheit vorbereitet wurden. Die Tiere waren zuvor mit einem Wanderzirkus in Indonesien unterwegs und wurden anschließend in einem Hotelresort gehalten. [4]

Lebensechter Roboter-Delfin

Eine tierfreundliche Alternative zur Gefangenhaltung von Meeressäugern ist der von Roger Holzberg und Walt Conti entwickelte Roboter-Delfin. Der elektronisch gesteuerte „Robodelfin“ hat als Besuchermagnet das Potential, die altmodischen und tierquälerischen Shows sowie die Gefangenhaltung von sozialen, intelligenten Meeressäugern zu beenden.

Ein Delfin im Duisburger Zoo wird zu Kunststücken gezwungen

Dieses und zwei weitere Fotos können hier heruntergeladen und für die redaktionelle Berichterstattung verwendet werden.

PETAs Motto lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren, sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Form von Diskriminierung, bei der Tiere aufgrund ihrer Artzugehörigkeit abgewertet werden. Der Mensch wird hierbei allen anderen Spezies gegenüber als überlegen angesehen.

Quellen

[1] WAZ (30.03.2012): Delfinschützer O‘Barry nennt Zoo Duisburg „größten Delfin-Friedhof der Welt. Online abrufbar unter: https://www.waz.de/staedte/duisburg/delfinschuetzer-o-barry-nennt-zoo-duisburg-groessten-delfin-friedhof-der-welt-id6511938.html. (26.05.2025).
[2] SZ (24.05.2005): Jung-Delfin aus Duisburger Zoo tot: Unfall wahrscheinlich. Online abrufbar unter: https://www.sueddeutsche.de/wissen/tiere-jung-delfin-aus-duisburger-zoo-tot-unfall-wahrscheinlich-dpa.urn-newsml-dpa-com-20090101-230524-99-812500. (26.05.2025).
[3] Marino L. (2018): The Marine Mammal Captivity Issue: Time for a Paradigm Shift. In: Linzey A., Linzey C. (eds) The Palgrave Handbook of Practical Animal Ethics. The Palgrave Macmillan Animal Ethics Series. Palgrave Macmillan, London. Online abrufbar unter: https://doi.org/10.1057/978-1-137-36671-9_13. (26.05.2025).
[4] Ric O’Barry’s Dolphin Project (2022): Free at last! Online abrufbar unter: https://www.dolphinproject.com/blog/free-at-last/. (26.05.2025).

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