Zukunft ungewiss: Am vergangenen Sonntag fand auf der Galopprennbahn in Hamburg-Horn das 156. „Deutsche Derby“ statt. Medienberichten zufolge brach sich „The Sheriff“ auf der Rennbahn beide Gleichbeine, zwei paarige Knochen, die sich am Fesselgelenk des Pferdes befinden. Das Pferd wurde anschließend in eine Tierklinik gebracht. Ob es wegen seiner Verletzung getötet wird, ist offen. PETA erstattete heute beim Veterinäramt Hamburg-Mitte Anzeige gegen die Verantwortlichen, damit die Umstände der schwerwiegenden Verletzung geklärt werden. Die Tierrechtsorganisation appelliert an alle Menschen, Pferderennen weder durch den Kauf einer Eintrittskarte noch mit einer Wette zu unterstützen.
„Immer wieder werden Pferde in Hamburg schwer verletzt oder zu Tode geritten. Für die Tiere sind diese erzwungenen Wettkämpfe qualvoll und lebensgefährlich“, so Peter Höffken, Fachreferent bei PETA. „Ihr Leid wird für Prestige und Profit bewusst in Kauf genommen. Keineswegs handelt es sich um Unfälle. Es ist höchste Zeit, die skrupellose Rennbranche in die Schranken zu weisen und die Quälerei auf deutschen Rennbahnen zu verbieten.“
Bei den tierschutzwidrigen Veranstaltungen werden Pferde regelmäßig mit der Peitsche und anderen Zwangsmitteln zu unnatürlichen Höchstleistungen gezwungen, was oftmals zu schweren Verletzungen oder Stürzen mit Todesfolge führt. Erst am 29. Juni wurde die vierjährige Stute Tonya nach einem Beinbruch auf der Galopprennbahn in Hamburg getötet.
Branche nimmt tödliche Brüche, Lungenblutungen und Magengeschwüre billigend in Kauf
In einem Erhebungszeitraumzwischen 2015 und 2019 starben auf deutschen Rennbahnen mindestens 50 Pferde, darunter vier Tiere in Hamburg. Für den „Rennsport“ werden Pferde gezwungen, Risiken einzugehen, die sie freiwillig niemals auf sich nehmen würden. Die Überlastung führt häufig zu Stürzen mit Brüchen oder zu Aortenabrissen, bei denen die Hauptschlagader des Herzens reißt und das Tier innerhalb kurzer Zeit stirbt. Experten zufolge weisen zudem 90 Prozent der bei Rennen eingesetzten Pferde aufgrund des großen psychischen Stresses Magengeschwüre auf. Laut den Rennprotokollen haben viele Tiere kurz nach einem Rennen blutige Nüstern. Entgegen der Aussage der Branchenvertreter handelt es sich hierbei jedoch nicht um Nasenbluten, sondern laut Dr. Maximilian Pick, Gutachter und ehemaliger Fachtierarzt für Pferde, üblicherweise um Blutungen aus der Lunge. [1]
Millionengeschäft auf Kosten der Pferde
Häufig werden in der millionenschweren Branche schon zwei- oder dreijährige Pferde an den Start geschickt, obwohl sie sich noch im Wachstum befinden. Da der Bewegungsapparat der jungen Tiere noch nicht vollständig ausgebildet ist, sind Sehnenschäden und Knochenbrüche keine Seltenheit. Die Pferde werden nicht nur bei den Rennen selbst, sondern auch während der Trainings überlastet. So sind etwa bei Galopprennen rund 80 Prozent der Trainingsausfälle auf Lahmheit zurückzuführen. Peitschenschläge und tierquälerisches Zubehör gehören zum Alltag sogenannter Rennpferde. Das zeigt einmal mehr, dass das Wohl der Tiere in der Regel keine Rolle spielt.
PETAs Motto lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren, sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Form von Diskriminierung, bei der Tiere aufgrund ihrer Artzugehörigkeit abgewertet werden. Der Mensch wird hierbei allen anderen Spezies gegenüber als überlegen angesehen.
