Reinbek: Serval aus Privathaltung entlaufen – PETA fordert deutschlandweites Haltungsverbot von Wildtieren

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Medienberichten zufolge ist am Montagabend im Stadtteil Neuschönningstedt ein Serval aus einem privaten Gehege entkommen. Eine Genehmigung zur Haltung des in Afrika beheimateten Wildtiers lag laut Behördenangaben nicht vor. Die Stadt ruft dazu auf, Sichtungen der örtlichen Ordnungsbehörde unter der Telefonnummer (040) 72 75 00 oder der Polizei Reinbek unter (040) 727 70 70 zu melden. Bereits im Juni wurde mutmaßlich eine „exotische“ Katze im Landkreis Rostock gemeldet – auch dort ist es bislang nicht gelungen, das Tier einzufangen. PETA fordert den neuen Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer auf, Handel und Haltung von Wildtieren für Privatpersonen zu verbieten.

„Dieser Fall macht einmal mehr deutlich, dass wir dringend die Haltung von Wildtieren in Deutschland verbieten müssen. Obwohl sie niemals artgerecht in Gefangenschaft gehalten werden können, landen die Tiere in privaten Haushalten“, so Peter Höffken, Fachreferent bei PETA. „Selbst Wildkatzen aus Afrika können ganz einfach über das Internet erworben werden. Zum Schutz von Mensch und Tier fordern wir daher ein generelles Haltungs- und Verkaufsverbot von Wildtieren.“

PETA fordert generelles Haltungsverbot von Wildtieren in Privathaushalten

Die Tierrechtsorganisation kritisiert, dass der Kauf von gefährlichen und anspruchsvollen Tieren unabhängig von dringend erforderlichem Fachwissen noch immer erlaubt ist. In der Folge brechen jedes Jahr Hunderte Wildtiere aus ihren Gehegen und Terrarien aus oder werden von überforderten Personen einfach ausgesetzt. Tierheime und Tierauffangstationen sind häufig überfüllt mit Wildtieren, die einen besonders großen Anspruch an ihren Lebensraum haben.

Das Ergebnis einer Studie, welche vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz (BMUV) 2020 vorgestellt wurde, bestätigt zudem, dass der Handel mit „exotischen“ Wildtieren zum weltweiten Artensterben beiträgt und dass besonders aus Gründen des Arten- und Naturschutzes dringend entsprechend gehandelt werden muss.

PETAs Motto lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren, sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Form von Diskriminierung, bei der Tiere aufgrund ihrer Artzugehörigkeit abgewertet werden. Der Mensch wird hierbei allen anderen Spezies gegenüber als überlegen angesehen.

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