Tiere sind keine Ware: Hinsichtlich der am Samstag im Erfurter Zughafen Kulturbahnhof stattfindenden „Terraristik- & Reptilienbörse“ weist PETA auf das enorme Tierleid solcher Veranstaltungen hin: Viele Tiere werden nach tagelangen Transporten stark geschwächt in winzigen Plastikboxen angeboten. Oft werden auf solchen Tierbörsen Wildfänge verkauft, die in ihren Ursprungsländern unter Artenschutz stehen und potenziell Zoonosen übertragen können. Nicht selten sind die „Exoten“ auch von Qualzucht betroffen. Die Tierrechtsorganisation fordert von der Bundesregierung ein Verbot von Wildtierbörsen sowie der Haltung von „exotischen“ Tieren für Privatpersonen.
„Auf Reptilienbörsen wie in Erfurt werden unzählige ‚exotische‘ Tiere von skrupellosen Händlern oder Züchtern wie Ramschware angeboten – oft sind sogar Wildfänge dabei. Solche Veranstaltungen müssen aus Tierschutzgründen untersagt werden“, so Björn Thun, Fachreferent bei PETA. „Viele Käuferinnen und Käufer sind mit den hohen Lebensanforderungen der Tiere nach kurzer Zeit überfordert. Die Tiere werden dann häufig einfach ausgesetzt oder dem Tod überlassen.“
Wildfänge sind potenzielle Überträger von Zoonosen
Bei einem Teil der auf deutschen Börsen verkauften Tiere handelt es sich um Wildfänge aus Asien, Afrika und Südamerika, die wenige Tage oder Wochen zuvor ihrem natürlichen Lebensraum entrissen wurden. Ob oder welche tödlichen Viren oder Bakterien sie in sich tragen, ist unbekannt. Fest steht jedoch, dass mit 72 Prozent der größte Teil aller Zoonosen aus dem Kontakt mit wildlebenden Tierarten resultiert. [1] Auf Reptilienbörsen werden die meist in winzigen Behältnissen eingesperrten Tiere häufig unter Interessierten herumgereicht. Dies erhöht die Gefahr, dass gefährliche Viren und Bakterien weiter verbreitet werden. Schätzungen des Robert-Koch-Instituts zufolge rührt jede dritte Salmonelleninfektion bei Kleinkindern von „exotischen“ Tieren her. [2]
„Exoten“-Handel befeuert das Artensterben
Eine Studie des Bundesumweltministeriums vom März 2020 bestätigt, dass der Handel mit Wildtieren zum weltweiten Artensterben beiträgt und dringender Handlungsbedarf bestünde. [3] Trotzdem gibt es noch immer keine Gesetze, die den Verkauf von gefährdeten Arten ausreichend regulieren. Die Tiere sterben durch Stress, Unterversorgung oder transportbedingte Verletzungen. Sterberaten beim Fang und Transport von bis zu 70 Prozent gelten in der Zoohandelsbranche als üblich. [4] Auch der Weltbiodiversitätsrat (IPBES) betont, dass die direkte Ausbeutung der Natur einer der Hauptgründe für das Artensterben ist.

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PETAs Motto lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren, sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Form von Diskriminierung, bei der Tiere aufgrund ihrer Artzugehörigkeit abgewertet werden. Der Mensch wird hierbei allen anderen Spezies gegenüber als überlegen angesehen.
