Tierrechtsorganisation begrüßt Entscheidung und fordert bundesweit Marktbetreiber auf, dem Beispiel zu folgen
Nächstenliebe auch für Tiere: Der Veranstalter Neulandzeitreisen hat auf einen Appell von PETA reagiert und zeigt, dass ein stimmungsvoller Weihnachtsmarkt auch ohne „lebende Krippe“ möglich ist. Statt lebende Tiere zur Schau zu stellen, setzt der „Advent auf dem Neumarkt“ in diesem Jahr auf bemalte Tierfiguren – einen Schritt, den die Tierrechtsorganisation ausdrücklich begrüßt. PETA fordert Marktbetreiber in ganz Deutschland auf, sich am Dresdner Markt ein Vorbild zu nehmen und ebenfalls die „lebende Krippe“ von ihren Weihnachtsmärkten zu verbannen.
„Das dichte Gedränge auf Weihnachtsmärkten ist niemals ein geeigneter Ort für Tiere. Das haben auch die Veranstalter des ‚Advent auf dem Neumarkt‘ erkannt und die Zurschaustellung lebender Tiere beendet – damit Mensch und Tier eine besinnliche Adventszeit haben können“, so Mareike Homann, Fachreferentin für PETAKids bei PETA Deutschland. „Die liebevoll gestalteten, bemalten Tierfiguren auf dem Neumarkt zeigen eindrucksvoll: Es geht auch anders! Wir hoffen, dass viele weitere Veranstaltende diesem positiven Beispiel folgen und keine Tiere mehr als ‚Attraktion‘ auf Weihnachtsmärkten ausbeuten.“
Jedes Jahr im Dezember erhält PETA zahlreiche Nachrichten von Menschen aus ganz Deutschland, die über die Zurschaustellung von Tieren als „lebende Krippe“ auf Weihnachtsmärkten empört sind. Dass eine stimmungsvolle vorweihnachtliche Atmosphäre auch ohne lebende Tiere möglich ist, beweisen zahlreiche deutsche Städte. So hatBad Salzuflen bereits 2019 lebende Tiere vom „Weihnachtstraum“ verbannt und begründete dies mit dem Vorrang des im Grundgesetz verankerten Tierschutzes vor dem Unterhaltungsfaktor. [1] Erst im April 2025 stimmte auch der Stuttgarter Gemeinderat für ein Ende der Ausstellung von Tieren auf den städtischen Weihnachtsmärkten. [2]
Zurschaustellung auf dem Weihnachtsmarkt ist tierschutzwidrig
Laut Tierschutzgesetz müssen Tiere ihrer Art und ihren Bedürfnissen entsprechend gehalten und versorgt werden. Auf einem Weihnachtsmarkt mitten in der Stadt ist dies nicht möglich. Für die vermeintliche Attraktion werden die sensiblen Tiere aus ihrer gewohnten Umgebung herausgerissen, von ihren Herden getrennt und mit artfremden Tieren in ein Gehege gesperrt. Dort können sie sich nur eingeschränkt bewegen und haben keine Möglichkeit, einander aus dem Weg zu gehen oder sich zurückzuziehen. Die Besuchermassen und der damit verbundene Lärmpegel sowie die verschiedenen Lichter sind enormer Stress für die Tiere. Stehen sie dauerhaft auf feuchtem oder schmutzigem Boden, kann dies zu Huf- und Klauenerkrankungen führen.
Zum anderen ist häufig zu beobachten, dass Besucher die Tiere trotz Warnschildern mit ungeeigneter Nahrung wie Lebkuchen oder Waffeln füttern. Dies kann zu gesundheitlichen Problemen und schlimmstenfalls sogar zum Tod führen. Tote Lämmer, Tierdiebstähle und Übergriffe auf diversen Weihnachtsmärkten in Deutschland sind mehrfach dokumentiert. [3-5]
Tiere zu Unterhaltungsobjekten degradiert
Tiere auf Weihnachtsmärkten vermitteln unterschwellig ein falsches Bild. Vielen Menschen – insbesondere Kindern – wird suggeriert, dass Tiere da seien, um uns zu unterhalten. PETAs Ansicht nach sollten Kinder Tiere als Individuen mit eigenen Bedürfnissen kennenlernen, nicht als Unterhaltungsobjekte. Die Tierrechtsorganisation empfiehlt allen tierfreundlichen Menschen, die eine „lebende Krippe“ auf dem Weihnachtsmarkt entdecken, sich mit einer Beschwerde an die Stadtverwaltung, die Veranstalter und das Veterinäramt zu wenden.

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PETAs Motto lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren, sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Form von Diskriminierung, bei der Tiere aufgrund ihrer Artzugehörigkeit abgewertet werden. Der Mensch wird hierbei allen anderen Spezies gegenüber als überlegen angesehen.
