Primetime ohne Tierausbeutung? Am 23. Januar startet die 19. Staffel von „Ich bin ein Star – holt mich hier raus“. Laut Medienberichten soll das Format in diesem Jahr viele Neuerungen bekommen. Demnach seien rund 90 Prozent der „Dschungelprüfungen“ neu konzipiert worden. Nach jahrelanger massiver Kritik an dem Tiermissbrauch erwartet PETA, dass Dschungelprüfungen künftig vollständig ohne lebende Tiere durchgeführt werden – und damit der Entwicklung in der Gesellschaft hin zu mehr Mitgefühl im Umgang mit Tieren Rechnung getragen wird. Auch viele Prominente leben mittlerweile vegan und lehnen Tiermissbrauch ab.
„Ein Ausstieg aus der Tiernutzung würde bei uns die Sektkorken knallen lassen“, so Peter Höffken, Fachreferent bei PETA. „Ein tierfreies Format wäre ein starkes Signal für den Tierschutz – und würde zeigen, dass sich Unterhaltung tierfreundlich weiterentwickeln kann.“
Keine Genehmigung für Tiermissbrauch im Dschungelcamp 2025
In der vergangenen Staffel des Dschungelcamps missbrauchte RTL in Australien zahlreiche Wildtiere als lebende Requisiten. Für die Moderation wurden ein junges Felskänguru und ein Pelikan vor die Kamera geholt. In den Prüfungen waren Schlangen, Echsen, Skorpione und Kakerlaken teils gefährlichen Situationen ausgesetzt. Der Sender gab Anfang Februar 2025 an, dass die unter anderem in Australien tätige Tierschutzorganisation „Royal Society for the Prevention of Cruelty to Animals“ (RSPCA) Genehmigungen für die Prüfungen erteilen und die Tiere gemäß deren Richtlinien behandelt würden. [1] Auf Nachfrage von PETA teilte die RSPCA mit, dass sie die Aktivitäten in der Show in keiner Weise billige oder genehmigt habe. Es gebe im Bundesstaat New South Wales lediglich eine gesetzlich vorgeschriebene Benachrichtigungspflicht an Tierschutzorganisationen, die in keiner Weise als Billigung interpretiert werden darf.
Tierleid im Dschungelcamp
PETA hat in den vergangenen Jahren mehrfach an die Produktionsfirma ITV Studios Germany und RTL appelliert, für die Show keine Tiere mehr in Dschungelprüfungen zu missbrauchen. Nicht an den Menschen gewöhnte Tiere leiden unter Stress und Todesangst. Bei den sogenannten Prüfungen werden unzählige Insekten mit den „Stars“ in engen Behältnissen eingesperrt und teilweise zerquetscht. Zudem werden Lebewesen unterschiedlichster Art für den Verzehr vor der Kamera getötet.
Spinnen, Insekten oder Schlangen werden eingesetzt, weil sie aufgrund ihrer Andersartigkeit oft Angst in Menschen hervorrufen. Die speziesistische Darstellung von Tieren als „Ekelfaktor“ trägt dazu bei, dass Tierquälerei verharmlost wird und Menschen für einen empathischen Umgang mit Tieren desensibilisiert werden. Das Mitgefühl für die Bedürfnisse und das Leid der Tiere rückt dabei in den Hintergrund.
PETAs Motto lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren, sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Form von Diskriminierung, bei der Tiere aufgrund ihrer Artzugehörigkeit abgewertet werden. Der Mensch wird hierbei allen anderen Spezies gegenüber als überlegen angesehen.
