PETA liegen Fotos aus dem Februar 2026 vor, die ein Mufflon mit stark überlang gewachsenen „Schnabelhufen“ im Wildpark Granat zeigen. Dieser Zustand kann aufgrund von Fehlstellungen erhebliche Schmerzen verursachen und die Bewegungsfähigkeit stark einschränken. Bereits im Herbst 2025 wurde der Tierrechtsorganisation und dem Kreisveterinäramt Recklinghausen eine ähnliche Beobachtung gemeldet. Daher wird sie erneut Strafanzeige gegen den Betreiber des Tierparks bei der Staatsanwaltschaft Essen erstatten. Im Oktober 2022 hatte PETA nach mehreren Augenzeugenmeldungen Strafanzeige wegen ähnlicher Missstände in der Tierhaltung erstattet. Zudem hat die Organisation die aktuelle Whistleblower-Meldung an das Kreisveterinäramt Recklinghausen weitergeleitet und die Behörde aufgefordert, die Tierhaltung im Naturwildpark Granat umfassend zu überprüfen.
„Wenn Tiere möglicherweise über Monate hinweg mit schmerzhaft überlangen Hufen leben müssen, ist das ein klares Zeichen für Vernachlässigung. Dass solche Zustände im Naturwildpark Granat offenbar wiederholt auftreten und dennoch kein konsequentes Eingreifen der Behörden erfolgt, ist äußerst alarmierend“, so Dr. Yvonne Würz, Fachreferentin für Tiere in der Unterhaltungsbranche bei PETA. „Die Wildpark-Verantwortlichen und die Behörde hätten längst handeln müssen – alles andere ist nicht hinnehmbar.“


Die Fotos können hier heruntergeladen und für die Berichterstattung genutzt werden.
Bereits 2022 vernachlässigte und verletzte Tiere dokumentiert
Schon im Herbst 2022 meldeten Besucher verschiedene Missstände in der Tierhaltung im Wildpark Granat, darunter ein humpelndes Schwein im Streichelzoobereich. Fotos dokumentierten unter anderem ein Mufflon mit stark deformierten Hufen. Das Bildmaterial legt nach Einschätzung von PETA nahe, dass die Erkrankung des Tieres bereits mehrere Monate unbehandelt geblieben war. Laut Augenzeugen konnte der Mufflon kaum noch laufen. Nach der medialen Berichterstattung über die Strafanzeige wandten sich drei weitere Augenzeugen an die Tierrechtsorganisation. Zwei Personen berichteten ebenfalls von den „Schnabelhufen“ bei einem Mufflon; zudem wurden Verhaltensauffälligkeiten bei diversen Tieren und ein schlechter Gesundheitszustand bei einigen Vögeln gemeldet.
Dennoch stellte die Staatsanwaltschaft Essen das Verfahren nach PETAs Strafanzeige ein. Laut Betreiber des Wildparks sei ein regelmäßiger Hufschnitt in Freigehegen normalerweise nicht erforderlich, da sich die Hufe durch natürliche Bewegung abnutzten. Das betroffene Tier habe erst mit zeitlicher Verzögerung eingefangen werden können, um einen Hufschnitt vorzunehmen.
Da das Kreisveterinäramt Recklinghausen nach Ansicht von PETA nicht konsequent gegen die Missstände vorging, kürte die Tierrechtsorganisation die Behörde daraufhin zu einer der fünf schlechtesten Veterinärbehörden Deutschlands.
„Schnabelhufe“ und ihre körperlichen Folgen
Bei der sogenannten Hufrehe, einer schmerzhaften Entzündung der Huflederhaut, können im chronischen Stadium sogenannte Schnabelhufe auftreten. Damit es nicht zu dieser krankhaften Veränderung kommt, müssen Tierhalter regelmäßig die Klauen kontrollieren, kürzen und pflegen. Tiere, die lahmen, müssen tiermedizinisch versorgt werden. Bleibt diese Versorgung aus, ist das tierschutzwidrig.
PETAs Motto lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren, sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Form von Diskriminierung, bei der Tiere aufgrund ihrer Artzugehörigkeit abgewertet werden. Der Mensch wird hierbei allen anderen Spezies gegenüber als überlegen angesehen.
