Tierrechtsorganisation fordert bundesweites Verbot von Feuerwerk
Explodierende Raketen, grelle Lichtblitze, panische Tiere: Was viele Menschen als spektakuläres Event feiern, bedeutet für unzählige Tiere Todesangst. Denn nicht nur zu Silvester leiden unsere tierischen Mitbewohner sowie Wildtiere massiv unter dem plötzlichen Lärm, den Blitzen und den beißenden Gerüchen von Feuerwerk. Wie dramatisch die Auswirkungen von Pyrotechnik auf Tiere sein können, zeigt das freiwillige PETA Streetteam Hamburg am Freitag ab 12:30 Uhr in einer eindringlichen Szenerie: Zwei Aktive mit Vogel- und Hundemaske liegen mit Kunstblut beschmiert auf einem weißen Laken, umgeben von Feuerwerksattrappen. Mit der Aktion fordert das PETA Streetteam ein grundsätzliches Verbot von Feuerwerken in Deutschland – privat wie öffentlich.
Details zur Aktion:
Datum: Freitag, 8. Mai 2026
Uhrzeit: 12:30 bis 13 Uhr
Ort: Alter Steinweg 4, 20459 Hamburg
Kontakt vor Ort: Sabine Poppe (Den telefonischen Kontakt stellen wie auf Anfrage gerne her.)
„Während Menschen staunen, versetzen explodierende Raketen Hunde, Katzen und Wildtiere in Todesangst. Es ist nicht akzeptabel, dass Tierleid für wenige Minuten Unterhaltung in Kauf genommen wird“, so Streetteam-Leitung Sabine Poppe. „Statt Knallerei auf Kosten der Tiere können geräuscharme, tierfreundliche Alternativen zum Einsatz kommen. Politik und Kommunen müssen endlich handeln: Schluss mit Feuerwerken – überall!“
In einem Schreiben hatte PETA Mitte April zudem den Ersten Bürgermeister Hamburgs, Dr. Peter Tschentscher, aufgefordert, sich für ein generelles Verbot von Feuerwerk einzusetzen.
Wildtiere geraten durch Feuerwerkslärm in lebensbedrohlichen Stress
Insbesondere Wildtiere leiden aufgrund der lauten Feuerwerkskörper unter enormem Stress. In der Regel flüchten sie vor der extremen Geräuschkulisse. Viele Vögel weichen unter Schock in für sie ungewöhnliche Höhen aus, was mit einem erheblichen Energieverlust einhergeht. Rauchschwaden und helle Leuchtraketen können außerdem zu Desorientierung führen, ihnen die Sicht nehmen und sie blenden, sodass sie Hindernissen nicht mehr rechtzeitig ausweichen können. [1] Es dauert häufig Tage oder sogar Wochen, bis sie sich von diesem Schock erholt haben. Im Frühling und Frühsommer ist das Risiko besonders hoch, weil viele Tiere wie etwa Vögel und Eichhörnchen ihren Nachwuchs versorgen. Werden die Elterntiere in dieser sensiblen Zeit erschreckt oder verlieren sie die Orientierung, finden sie oft nicht mehr zu ihren Nestern oder Bauen zurück. Die Jungtiere leiden dann unter Durst und Hunger, bis sie schließlich sterben. [2] Auch Hunde, Katzen und viele andere tierische Mitbewohner sind großem Stress ausgesetzt.
Immer wieder kommt es durch Feuerwerk zu schwerwiegenden Unfällen mit Tieren. So starb bei „Rhein in Flammen“ im Mai 2025 ein Schwan, nachdem er aufgeschreckt in eine Hochspannungsleitung flog. Beim Feuerwerk des Wasserfestes in Leipzig im Mai 2024 wurden ein toter Vogel, zwei zertretene Eier und vier verschwundene Jungvögel festgestellt. [3]
Bevölkerung unterstützt mehreren Umfragen zufolge Feuerwerksverbot zum Jahreswechsel
Den meisten Umfragen zufolge wünscht sich die Bevölkerung ein Feuerwerksverbot an Silvester. Von fast 25.000 Teilnehmenden des Meinungsbarometers MDRfragt im Dezember 2025 sprachen sich 61 Prozent für ein Böllerverbot aus – 81 Prozent davon gaben Tierschutz als Grund an. Eine zwischen dem 10. und 13. Januar 2025 durchgeführte, von PETA Deutschland beauftragte repräsentative INSA-Umfrage unter 2.005 Befragten ergab, dass 58 Prozent der Deutschen ein bundesweites generelles Verbot von privatem Feuerwerk zum Jahreswechsel befürworten. Mehrere große Baumarktketten wie Hornbach, Globus Baumärkte, Obi und Bauhaus gingen mit gutem Beispiel voran und haben Silvesterfeuerwerk bereits ausgelistet. Als einer der ersten Staaten in Europa haben die Niederlande ein komplettes Böllerverbot für Privatpersonen eingeführt. [4]

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PETAs Motto lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren, sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Form von Diskriminierung, bei der Tiere aufgrund ihrer Artzugehörigkeit abgewertet werden. Der Mensch wird hierbei allen anderen Spezies gegenüber als überlegen angesehen.
