Gewalt gegen Tiere dokumentiert: Ab Mittwoch gastiert Circus Krone in Alsfeld. Das Zirkusunternehmen missbraucht weiterhin zahlreiche Tiere für erniedrigende Tricks in der Manege. Von PETA veröffentlichte Videoaufnahmen des seit April 2025 tourenden Programms „Farbenspiel – Gold Edition“ zeigen unter anderem auf den Hinterbeinen hüpfende Hunde sowie den mehrfachen Einsatz von Stock und Peitsche bei der Großkatzendressur. Immer wieder fällt das Familienunternehmen durch Gewalt gegenüber Tieren auf. PETA appelliert an alle Menschen, die Tierquälerei bei Circus Krone nicht mit dem Kauf einer Eintrittskarte zu unterstützen. Zudem fordert die Organisation das Direktorenpaar sowie ihren seit letztem Jahr auftretenden Sohn Alexis Lacey auf, die Tierdressuren endlich einzustellen.
„Für die Tiere verbirgt sich hinter dem fröhlichen Titel ‚Farbenspiel‘ ein trostloses, auswegloses Dasein zwischen Transport, Dressur und Gefangenschaft. Mit knallenden Peitschen werden sichtbar verängstigte Großkatzen und Pferde zu den Auftritten genötigt“, so Dr. Yvonne Würz, Fachreferentin für Tiere in der Unterhaltungsbranche bei PETA. „Die Politik muss endlich handeln – daher appellieren wir an Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer, dem Beispiel anderer EU-Länder zu folgen und zumindest Wildtiere aus der Manege zu verbannen.“
Auch deutlich gestresste Pferde wurden dokumentiert, von denen eines aus der Manege ausbrach und nur knapp gestoppt werden konnte. Außerdem sieht man auf den Videos, wie Kamele ruckartig an den Zügeln gerissen werden, sowie ein Kamel, das eine Reiterin abwirft.
Gravierendes Tierleid bei Circus Krone
Veterinärbehörden, Staatsanwaltschaften und behördliche Gutachter stellten in der Tierhaltung bei Circus Krone wiederholt gravierende Missstände fest. Zuletzt zeigten Whistleblower-Aufnahmen vom August 2024 aus der Krone-Farm im bayerischen Weßling, dem angeblichen „Altersruhesitz“ der Tiere, wie Peitschen gegen verängstigte Großkatzen eingesetzt wurden. Im November 2022 filmte ein Augenzeuge, wie ein Zirkusmitarbeiter ein Pferd mit einem Strick auf den Kopf schlägt. In einem Video von 2019 ist zu sehen, wie zwei Löwinnen und ein Tiger während des „Trainings“ von Krone-Dompteur Martin Lacey mit Peitsche und Stock geschlagen werden. Das Video der Dressurprobe hatte eine Anzeige durch einen Tierschützer zur Folge. Das Verfahren wurde jedoch eingestellt, weil die Tiere nach Ansicht der zuständigen Staatsanwaltschaft keinen erheblichen Leiden und Schmerzen, sondern „leichteren Schmerzen“ ausgesetzt gewesen seien.
Auf PETA.de/Circus-Krone wurden Verhaltensstörungen bei Elefanten, Pferden und Löwen dokumentiert. Zudem gibt die Seite einen Einblick in den gewaltvollen Umgang mit vielen Tieren. Hinzu kommen die katastrophalen Haltungsbedingungen: In der Regel sind die Löwen und Tiger in einem kleinen Hinterhof des Münchner Winterquartiers untergebracht.
Zukunft ohne Tierdressuren
Andere Zirkusgrößen machen es vor: Circus Roncalli verabschiedete sich in den 1990ern von Wildtierdressuren und ist seit 2018 komplett tierfrei. Griechenland, Malta und Zypern haben die Haltung von Tieren in Zirkusbetrieben vollständig verboten und europaweit werden zunehmend Verbote für bestimmte Tierarten im Zirkus verhängt. PETA fordert für Deutschland ein grundsätzliches Verbot von Tieren im Zirkus – dies entspricht auch der Auffassung von 62 Prozent der Bevölkerung, die laut einer repräsentativen Meinungsumfrage deren Haltung und Zurschaustellung im Zirkus ablehnen.
PETAs Motto lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren, sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Form von Diskriminierung, bei der Tiere aufgrund ihrer Artzugehörigkeit abgewertet werden. Der Mensch wird hierbei allen anderen Spezies gegenüber als überlegen angesehen.
