Wie es ist, von jemandem im Namen der Wissenschaft den Kopf aufgebohrt zu bekommen, veranschaulicht PETA am Mittwoch ab 13:45 Uhr vor dem Ernst-Strüngmann-Institut (ESI) in Frankfurt: Eine Person im Laborkittel führt blutige Hirnexperimente an einem anderen, auf einem Stuhl sitzenden Menschen im Morphsuit durch. Mit der Aktion möchte PETA darauf aufmerksam machen, dass aktuell noch in sechs deutschen Städten – darunter auch in Frankfurt – Experimente an Affen stattfinden, obwohl es längst tierleidfreie Forschungsmethoden gibt.
Details zur Aktion:
Datum: Mittwoch, 10. Juni 2026
Uhrzeit: 13:45 bis 14:15 Uhr
Ort: Vor dem ESI, Deutschordenstraße 46, 60528 Frankfurt am Main
Kontakt vor Ort: Josefin Lawrence (den telefonischen Kontakt stellen wir auf Anfrage gerne her.)
„Ob Frankfurt am Main, Göttingen oder Tübingen – noch immer werden in Deutschland wehrlose Affen in Labore gesperrt, an Gestelle geschnallt und nach Jahren des Leids umgebracht“, so Josefin Lawrence, Biologin und Fachreferentin für den Bereich Tierversuche bei PETA. „Den Tieren wird völlig legal der Kopf aufgebohrt und Wasser zum Trinken verwehrt – dieses grausame Unrecht muss endlich gestoppt werden.“
Missstände im Ernst-Strüngmann-Institut in Frankfurt am Main
Im Februar 2023 hatten „Ärzte gegen Tierversuche“ (ÄgT) und PETA den zuständigen Behörden anonym erhaltene Hinweise zu schweren tierschutzrechtlichen Verstößen in der Primatenhaltung am Ernst-Strüngmann-Institut (ESI) in Frankfurt am Main gemeldet. Außerdem erstattete PETA Strafanzeige gegen die Verantwortlichen im Institut. Anfang 2024 wurde weiter bekannt, dass sowohl die Tierärztin und bisherige Tierschutzbeauftragte als auch der Tierhausleiter ihre Positionen am ESI zu Ende Februar gekündigt hatten. Trotzdem haben die zuständigen Behörden die vorliegenden Haltungs- und Tierversuchsgenehmigungen nicht widerrufen. ÄgT stellte dann im April 2024 Strafanzeige gegen die zuständige Genehmigungsbehörde, das Regierungspräsidium Darmstadt. Wegen des tagelangen Todeskampfes einer Ratte hat auch „SOKO Tierschutz“ im Sommer letzten Jahres Strafanzeige gegen die Verantwortlichen am Institut erstattet. Das Angebot, den seit über 20 Jahren in Versuchslaboren gefangen gehaltenen Affen Gandalf als einen ersten Schritt an eine Auffangstation zu übergeben, schlug das Institut damals aus. Erst als bekannt wurde, dass die Haltung einiger der Tiere gesetzwidrig ist, begann das Institut, für diese nach geeigneten Plätzen zu suchen.
Schwer invasive Experimente mit Wasser- und Nahrungsentzug
In Bremen, Tübingen, Marburg, Magdeburg und im Deutschen Primatenzentrum in Göttingen werden nach wie vor Experimente an Affen durchgeführt. Bei diesen schwer invasiven Hirnexperimenten implantieren Experimentatoren den Tieren teils große Gerätschaften in die Schädel. Mit Wasserentzug zwingen sie die Tiere dann, bei Versuchen „mitzumachen“. Anschließend werden sie entweder zum Sezieren ihres Gehirns getötet oder müssen für weitere Tests herhalten. Schon der Handel mit Affen, unter anderem für Versuchslabore, verursacht großes Tierleid und befeuert das Artensterben. Denn besonders Langschwanzmakaken werden in ihrem natürlichen Lebensraum in Südostasien jährlich tausendfach eingefangen und in verschiedene Länder, darunter auch Deutschland, verschleppt. [1] [2]
Ergebnisse aus Tierversuchen kaum übertragbar – PETA startet Bundestagspetition
Dabei sind die Ergebnisse dieser Experimente oft nicht auf Menschen übertragbar. Die Gehirne von Primaten unterscheiden sich nicht nur in der Gesamtgröße, sondern auch in strukturellen, genetischen und funktionellen Details. [3] PETA macht sich dafür stark, dass ein Ausstiegsplan aus Tierversuchen erarbeitet und auf für den Menschen aussagekräftige, moderne Forschungsmethoden gesetzt wird. In einer aktuellen Petition fordert die Tierrechtsorganisation gemeinsam mit „Ärzte gegen Tierversuche“ die Bundesregierung dazu auf, gezielt Maßnahmen zu ergreifen und das Leid der Tiere zu beenden.

Dieses und ein weiteres Motiv können hier heruntergeladen und für die Berichterstattung verwendet werden.
PETAs Motto lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren, sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Form von Diskriminierung, bei der Tiere aufgrund ihrer Artzugehörigkeit abgewertet werden. Der Mensch wird hierbei allen anderen Spezies gegenüber als überlegen angesehen.
