Tierfreundlicher Urlaub am Meer: PETAKids-Expertin Mareike Homann gibt Tipps, wie Familien Tiere im Wasser und an Land schützen können

Bild von Mareike Homann

Schnorcheln, Sandburgen bauen, Treibholz sammeln: Ein Urlaub am Meer steckt für Kinder voller Abenteuer. Doch dort, wo Familien entspannen, leben viele empfindliche Tiere, die auf Rücksicht angewiesen sind. Und auch abseits des Strandes leiden Tiere in vielen Urlaubsorten für die Unterhaltung der Reisenden – etwa bei Reitangeboten, als Fotomotive oder in Zoos und Tiershows. PETAKids-Expertin Mareike Homann erklärt, wie Kinder und ihre Eltern Tiere schützen und ihnen manchmal sogar das Leben retten können.

„Kinder haben oft ein besonderes Gespür für Tiere und möchten ihnen helfen. Schon kleine Entscheidungen können im Urlaub viel bewirken. Wer Rücksicht auf Tiere nimmt, schützt ihre Lebensräume und setzt ein wichtiges Zeichen für Respekt und Mitgefühl“, so Mareike Homann.

So können Familien Tiere am Strand und im Meer schützen:

  • Schneckenhäuser liegen lassen: Kinder sollten am Meer grundsätzlich keine Schneckenhäuser und Co. einsammeln. Auch in vermeintlich leeren Gehäusen leben häufig noch kleine Meeresbewohner.
  • Rücksicht beim Schnorcheln: Unter Wasser gilt: Abstand zu Tieren und Korallen halten, Korallen nicht berühren und langsam schwimmen – so werden Fische, Krebse und andere Meeresbewohner nicht gestört. Tiere dürfen nicht mitgenommen oder im Wasser umgesetzt werden.
  • Steine vorsichtig anheben: Wer schauen möchte, wer sich unter Steinen tummelt, schützt Tiere, indem er Steine nur leicht anhebt und sie genauso wieder zurücklegt.
  • Gestrandete Tiere zurückbringen: Finden Kinder einen Krebs oder Seestern im Trockenen, sollten sie Erwachsene um Hilfe bitten. Diese können das Tier vorsichtig, beispielsweise mit einer Schaufel, zurück ins Wasser bringen. Da manche Meerestiere giftig sind, ist es ratsam, dass Kinder sie nicht selbst anfassen.
  • Nicht mit Delfinen schwimmen: Für die Delfine sind Angebote dieser Art mit großem Leid verbunden. Viele Delfine wurden in freier Wildbahn gefangen und von ihren Familien getrennt – in Delfinarien werden sie in viel zu kleinen Becken eingesperrt und häufig mit Nahrungsentzug gefügig gemacht. Auch organisierte, kommerzielle Ausflüge zum Schwimmen mit frei lebenden Delfinen sollten Familien meiden, da die Tiere dabei oft in Bedrängnis geraten.
  • „Nein“ zu Aktivitäten mit anderen Wildtieren: In vielen Urlaubsländern werden Tiere wie Papageien und junge Affen für Fotos festgehalten und herumgereicht – Situationen, die für sie Stress und Leid bedeuten. Pferde und Esel werden häufig als sogenannte Transporttiere eingesetzt und dabei ohne Rücksicht auf ihre Bedürfnisse ausgenutzt. Familien positionieren sich klar, indem sie solche Angebote konsequent meiden. Auch Tiershows und Zoos sind untrennbar mit Tierleid verbunden.

  • Wildtier-Auffangstationen genau prüfen: Manche Einrichtungen bezeichnen sich als Auffangstationen, dienen jedoch vor allem touristischen Interessen. Wenn Besuchende Tiere anfassen, füttern oder Fotos mit ihnen machen dürfen, ist Vorsicht geboten.
  • Für Tiere sprechen: Wenn Kinder sehen, dass Tiere schlecht behandelt werden, können sie Erwachsene darauf aufmerksam machen oder Hilfe holen.
  • Müll nach dem Strandtag einsammeln: Jedes Jahr sterben unzählige Meerestiere, weil sie Plastik verschlucken oder sich darin verfangen. Kinder können helfen, indem sie ihren eigenen Müll wieder mitnehmen und zusätzlich ein kleines Stück Strand von liegengebliebenem Abfall befreien.

PETAKids wünscht allen Kindern und ihren Familien eine schöne Ferienzeit! Unter PETAKids.de/Lesen-und-Entdecken finden Familien Tipps für tierfreundliche Urlaubslektüre und Spiele.

PETAKids ist der Fachbereich für Kinder- und Jugendbildung der Tierrechtsorganisation PETA. Er vermittelt Wissen altersgerecht und faktenbasiert und ermutigt junge Menschen im Sinne des Beutelsbacher Konsenses dazu, den gesellschaftlichen Umgang mit anderen Lebewesen kritisch zu hinterfragen. PETAKids stärkt das Bewusstsein von Kindern und Jugendlichen für einen achtsamen und respektvollen Umgang mit allen Lebewesen. Das dazugehörige Bildungsportal bietet kostenlose Materialien wie Malvorlagen, Rätsel, Bastelanleitungen und Infos für Referate sowie Unterstützung für Eltern und Lehrkräfte durch kindgerechte Bildungsmaterialien und Workshops.

Mareike Homann ist Erlebnispädagogin und Expertin für tierethische Bildung bei PETAKids. Als begeisterte Tierfreundin bereitet sie spannende Themen kindgerecht auf und gibt kleinen und großen Tierfreunden regelmäßig Tipps zu tierischen Mitbewohnern, Wildtieren, tierfreundlicher Ernährung und zum Tierschutz.

Bild von Mareike Homann

Das druckfähige Foto schicken wir auf Anfrage gerne zu.

PETAs Motto lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren, sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Form von Diskriminierung, bei der Tiere aufgrund ihrer Artzugehörigkeit abgewertet werden. Der Mensch wird hierbei allen anderen Spezies gegenüber als überlegen angesehen.

Weitere Informationen

Kontakt

Kontakt
Kopieren