Hinweise gesucht: Medienberichten zufolge sind in Tuntenhausen (Landkreis Rosenheim), im Bereich von Maxlrain mehrere tote Biber entdeckt worden. Mitte April wurden der Polizeiinspektion Bad Aibling zunächst zwei tote Tiere gemeldet. Bei einer späteren Suche fanden die Beamten weitere tote Biber. Einige der Tiere waren vergraben und befanden sich in fortgeschrittenem Verwesungszustand. Die Polizei geht von einer gewaltsamen Tötung aus. Ein Gutachten des Bayerischen Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit steht noch aus, aber einer ersten Einschätzung der Behörde zufolge sollen die Tiere durch gezielte Gewalt getötet worden sein. Die Polizeiinspektion Bad Aibling ermittelt und bittet um Hinweise aus der Bevölkerung.
PETA setzt Belohnung aus
Um den Fall aufzuklären, setzt PETA nun eine Belohnung in Höhe von 1.000 Euro für Hinweise aus, die zur rechtskräftigen Verurteilung der tatverantwortlichen Personen führen. Wer etwas beobachtet oder anderweitig mitbekommen hat, wird gebeten, sich entweder bei der Polizei oder telefonisch unter 0711-8605910 oder per E-Mail bei der Tierrechtsorganisation zu melden – auch anonym.
„Wer auch immer die Biber mutmaßlich getötet hat, muss schnellstmöglich gefunden werden, bevor noch weitere Tiere oder Menschen verletzt werden“, so Peter Höffken, Fachreferent bei PETA. „Es wäre dringend nötig, dass die vielerorts negative Stimmungsmache gegen Biber in Bayern ein Ende findet. Sie schürt falsche Vorurteile und kann dazu beitragen, dass sich Menschen zu illegalen Taten hinreißen lassen.“
Im vergangenen November bezeichnete Hubert Aiwanger Biber als „Dinge”, die „reduziert” werden müssten. Dafür verlieh PETA dem bayerischen Staatsminister im Dezember den Negativpreis “Speziesismus des Monats”. Der Europäische Biber, seine Behausungen und sein Lebensraum sind durch das Bundesnaturschutzgesetz besonders und streng geschützt. Es ist verboten, die Bauten zu zerstören oder die Tiere zu töten. Nur in besonderen Ausnahmefällen darf eine örtliche Naturschutzbehörde davon abweichen. Sein positiver Einfluss auf die Biodiversität ist wissenschaftlich belegt. [1]
Zusammenhang zwischen Gewalttaten an Menschen und Tieren
Tierquälerei ist kein Kavaliersdelikt, sondern eine Straftat nach § 17 des Tierschutzgesetzes, und kann mit einer Geldstrafe oder einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren geahndet werden.
Fachleute aus der Psychologie und Justiz sind sich mittlerweile einig, dass Vergehen an Tieren vermehrt Aufmerksamkeit verlangen. Aggressionsforscher Christoph Paulus von der Universität des Saarlandes sagt dazu: „Geschätzte 80 bis 90 Prozent aller extremen Gewalttäter haben vorher bereits Tiere gequält.“ [2] Über den Zusammenhang von Tierquälerei und Gewalttaten klärt PETA in der Broschüre „Menschen, die Tiere quälen, belassen es selten dabei“ auf, die als Informationsquelle für Staatsanwaltschaften, die Richterschaft und Polizei sowie Angestellte im sozialen Bereich dient.
PETA setzt regelmäßig Belohnungen in Fällen von misshandelten oder ausgesetzten Tieren aus, um bei der Ermittlung der Verantwortlichen zu helfen.
PETAs Motto lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren, sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Form von Diskriminierung, bei der Tiere aufgrund ihrer Artzugehörigkeit abgewertet werden. Der Mensch wird hierbei allen anderen Spezies gegenüber als überlegen angesehen.
