Im Schlossgraben von Droyßig werden seit etwa 160 Jahren lebende Bären eingesperrt, die als „Wappentiere“ der Gemeinde herhalten müssen. Die Stadt hält weiter an der leidvollen „Tradition“ fest. Für die Abgabe des letzten überlebenden Bären Toni und das Ende der Bärenhaltung demonstriert PETA am Sonntag ab 11:45 Uhr beim Schlossfest in Droyßig. Eine Person im Bärenkostüm trägt Ketten um den Hals und fordert mit einem Schild „Droyßig: Tonis Gefangenschaft beenden!“. Weitere Aktive machen mit dem Megafon darauf aufmerksam, dass Tradition niemals Tierquälerei rechtfertigen kann.
Details zur Aktion:
Datum: Sonntag, 21. Juni 2026
Uhrzeit: 11:45 bis 12:15 Uhr
Ort: Schloß 1, 06722 Droyßig
Kontakt vor Ort: Ayshea Kelly (Den telefonischen Kontakt stellen wir auf Anfrage gerne her.)
„Toni hat nichts verbrochen – und doch verbringt er sein Leben hinter Mauern und Glasscheiben, eingesperrt für eine ‚Tradition‘ aus dem vergangenen Jahrtausend“, so Ayshea Kelly, Aktionskoordinatorin bei PETA. „Jetzt haben die Menschen in Droyßig die Chance, ein Zeichen für Mitgefühl und Verantwortung zu setzen. Wir bitten alle Bürgerinnen und Bürger, gegen die Fortführung der Bärenhaltung zu stimmen und damit Toni die Perspektive auf ein Leben zu geben, das seinen Bedürfnissen näherkommt.“
Im September soll eine Abstimmung über eine mögliche Erweiterung der Bärenhaltung im Schlossgraben stattfinden, um die Stimmung der Bevölkerung zu berücksichtigen. Mit der Aktion appelliert die Tierrechtsorganisation an die Bürgerinnen und Bürger, sich gegen die Fortführung der Haltung von Bären auszusprechen.
Bereits neun Tier- und Artenschutzverbände forderten Ende der Bärenhaltung in Droyßig
Seit 2012 hat PETA sich mehrfach an die Bürgermeister und den Gemeinderat von Droyßig gewandt und über die Defizite sogenannter Bärenzwinger aufgeklärt. Im Juli 2025 forderten neun Tier- und Artenschutzverbände in einem gemeinsamen Schreiben an den Bürgermeister der Verbandsgemeinde Droyßiger-Zeitzer Forst, Uwe Kraneis, sowie an Droyßigs Bürgermeister Heiko Arnhold, an den Gemeinderat und an das Veterinäramt Burgenlandkreis ein Ende der Bärenhaltung. PETA appellierte Anfang Juni nochmals an die beiden Bürgermeister, die Perspektive des Tierschutzes zu berücksichtigen und sich dafür einzusetzen, die Haltung auslaufen zu lassen.
Artgemäße Haltung von Bären in Schlossgraben nicht möglich
Toni lebt seit dem Tod seines Bruders Aiko im September 2025 allein im Schlossgraben. Die Bärenbrüder fristeten fast ihr ganzes Leben in Droyßig auf etwa 450 Quadratmetern. Das entspricht einer Fläche von nur knapp zwei Tennisfeldern. In Freiheit beanspruchen die Wildtiere Flächen von bis zu mehreren Hundert Quadratkilometern. Auch eine Erweiterung des bestehenden Geheges würde die Situation nicht grundlegend verbessern: Bären müssen sich verstecken, graben, klettern und weitläufig bewegen können.
Das vor allem auf Fluchtsicherheit konzipierte Gehege im Schlossgraben ist in keiner Weise auf die vielfältigen und komplexen Bedürfnisse von Bären ausgerichtet. Der Graben ist von der Schlossmauer und Glaswänden umschlossen, sodass sich die nacht- und dämmerungsaktiven Tiere tagsüber vor den Blicken des Publikums kaum zurückziehen können. Zudem ist der Graben nicht ausreichend strukturiert und bietet den intelligenten Lebewesen kaum Beschäftigung. Auffangstationen, die auf die Haltung von Bären spezialisiert sind, können zumindest zentrale Anforderungen an eine verhaltensgerechte Unterbringung sicherstellen, wie etwa Kletter- und Grabmöglichkeiten oder eine adäquate Winterruhe.
PETAs Motto lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren, sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Form von Diskriminierung, bei der Tiere aufgrund ihrer Artzugehörigkeit abgewertet werden. Der Mensch wird hierbei allen anderen Spezies gegenüber als überlegen angesehen.
