Kühe wie Ware behandelt: PETA zeigt Tangstedter Milchbetrieb „Lütte Lohe“ bei Veterinäramt an und fordert tierfreie Landwirtschaft

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Hinweis: Das Bildmaterial in dieser Pressemitteilung enthält Darstellungen toter Tiere.

Ende April erreichte PETA eine Whistleblower-Meldung samt Bildmaterial zu dem Milchbetrieb „Lütte Lohe“ in Tangstedt (Landkreis Stormarn). Die Meldung spricht von Misshandlung, Vernachlässigung und unhygienischen Zuständen. So gebe es in dem Betrieb zum Beispiel eine hohe Sterblichkeitsrate, vor allem bei den männlichen Kälbern. Deren Körper sollen teils wochenlang hinter dem Stall abgelegt und nur mit einer Plane bedeckt worden sein. PETA informierte daraufhin Anfang Mai das zuständige Veterinäramt Kreis Stormarn. Die Tierrechtsorganisation fordert ein Tierhalteverbot für die Verantwortlichen und appelliert an die Politik und die Betriebe, den Wandel hin zu einer tierfreien Landwirtschaft endlich zu vollziehen.

„Immer wieder erreichen uns Meldungen, die von Ämtern geduldetes Leid in der Tierwirtschaft zeigen. Kühe werden von ihren Kindern getrennt und im Melkstand geschlagen, die Kälber selbst nach ihrem frühzeitigen Tod wie Gegenstände entsorgt. Diese Zustände zeigen, wie ein komplettes System verroht“, so Lisa Kainz, Agrarwissenschaftlerin und Fachreferentin für Tiere in der Ernährungsindustrie bei PETA Deutschland. „Wer diese alltägliche Ausbeutung nicht weiter unterstützen will, lebt vegan.“

Dieses und weitere Bilder können hier heruntergeladen und für die Berichterstattung verwendet werden.

Auf Nachfrage von PETA gab das Veterinäramt Kreis Stormarn lediglich die Rückmeldung, dass der Betrieb zu einer Melkzeit kontrolliert wurde und die mitgeteilten Verstöße Gegenstand der Kontrollewaren. Auch der Betriebsinhaber wurde von PETA zu den Vorwürfen kontaktiert. Dort geht man von einer Verwechslung des Hofes aus.

In der Whistleblower-Meldung ist von misshandelten Rindern die Rede, von einem unangemessenen Umgang mit Kälbern und unhygienischen Zuständen. Es entstehe der Eindruck, dass die Tiere dort als reine Ware gesehen werden. Hinter einem Stall abgelegte Kälberleichen ohne Schutz vor der Witterung könnten einen Verstoß gegen das Seuchenschutzgesetz darstellen. Die Rinder im Betrieb werden laut der meldenden Person mit Tritten und Schlägen traktiert. Weiterhin habe die meldende Person verschimmeltes Stroh, auf dem die Kälber liegen müssen, bemerkt. Auf der Internetseite des Betriebs ist zu lesen, dass dort „die aktuellen Tierwohlgesetze in vollem Maße“ befolgt werden. PETA hält es für bezeichnend, dass die gemeldeten Zustände eher Normalität in der Milchindustrie sind.

Die Tierrechtsorganisation weist darauf hin, dass es für Rinder über sechs Monate noch immer keine spezifischen Haltungsanforderungen gibt und viele Betriebe sich nicht einmal an die gesetzlichen Mindeststandards wie etwa saubere Liegeflächen oder medizinische Versorgung halten. Dabei brauchen Rinder so viel mehr für ein artgerechtes Leben, zum Beispiel große Weideflächen und einen festen Herdenverband.

Massives Tierleid mit System: Tierquälerei als Alltag der Tierwirtschaft

Immer wieder werden Aufnahmen von vernachlässigten Tieren oder anderen Misshandlungen in landwirtschaftlichen Betrieben veröffentlicht. Kälbern werden, bevor sie im Schlachthaus sterben, oftmals die Hörner ausgebrannt, Ferkeln die Ringelschwänze abgeschnitten und Puten die empfindlichen Schnäbel gekürzt, um sie den artfremden Haltungsbedingungen anzupassen. Ganz gleich ob „bio“ oder konventionelle Haltung: 100 Prozent der Tiere werden getötet oder sterben in den Betrieben, lange bevor sie ihre mögliche Lebenserwartung erreichen.

PETA präsentiert Ausstiegsplan aus der Tierwirtschaft

Die tierhaltende Landwirtschaft gehört zu den ressourcenintensivsten und umweltschädlichsten Wirtschaftszweigen unserer Zeit. Wir benötigen dringend eine Agrarwende hin zur tierfreien Landwirtschaft, um das Leben künftiger Generationen zu sichern. PETA hat aus diesem Grund Ende Mai 2025 einen Strategieplan für den Ausstieg aus der Tierwirtschaft veröffentlicht und fordert die Politik damit zum Handeln auf.

PETAs Motto lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren, sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Form von Diskriminierung, bei der Tiere aufgrund ihrer Artzugehörigkeit abgewertet werden. Der Mensch wird hierbei allen anderen Spezies gegenüber als überlegen angesehen.

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