Trabrennen in Berlin trotz 40 Grad Hitze geplant: PETA appelliert an Veterinäramt und Rennverein, Veranstaltung abzusagen

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Extrembelastungen: Am Sonntag sollen auf der Trabrennbahn in Berlin-Mariendorf ab 12:30 Uhr 13 Pferderennen stattfinden. Angesichts der hohen erwarteten Temperaturen von 40 Grad appellierte PETA gestern an das zuständige Veterinäramt Tempelhof-Schöneberg sowie die MTG Mariendorfer Trabrenn GmbH & Co. Verwaltungs-KG, die geplanten Rennen zu untersagen, beziehungsweise abzusagen. Die Hitze kann bei Pferden zu massiven Kreislaufbelastungen, einem Hitzschlag und somit auch zum Tod führen. Sie überhitzen bis zu zehn Mal schneller als Menschen [1]. Zudem werden die Tiere bei der tierschutzwidrigen Veranstaltung regelmäßig mit der Gerte zu unnatürlichen Höchstleistungen gezwungen, die mit einem erhöhten Sturz- und Verletzungsrisiko einhergehen. PETA fordert ein Ende der Ausbeutung von sogenannten Rennpferden.

„Wenn dem Veterinäramt und dem Veranstalter das Tierwohl etwas bedeutet, muss die Veranstaltung abgesagt werden“, so Jana Hoger, Fachreferentin bei PETA. „Eine Durchführung bei diesen Extremtemperaturen wäre skrupellos und würde einmal mehr unter Beweis stellen, dass es bei den Rennen ausschließlich um wirtschaftliche Interessen geht. Die Tiere werden oft hart mit der Gerte angetrieben, bei diesen Temperaturen ist dies lebensgefährlich.“

Drei Veranstalter haben ihre Reitturniere am kommenden Wochenende wegen der angekündigten Hitze freiwillig abgesagt: das Dressurturnier auf dem Klosterhof Medingen bei Bad Bevensen sowie das Dressur- und Springturnier des Reitervereins Ilsfeld. Eine verantwortungsvolle und pferdegerechte Durchführung könne nicht gewährleistet werden. [2] Auch die am Samstag in Krefeld geplanten Galopprennen wurden aufgrund der Wetterlage abgesagt. [3]

PETA setzt sich für ein generelles Verbot von Pferderennen ein. Dieser „Sport“ ist grundsätzlich mit erheblichen Risiken für die Tiere verbunden. Sie werden gezwungen, Höchstleistungen zu erbringen. Stürze, schwere Verletzungen und Todesfälle sind keine Seltenheit. Allein zwischen 2015 und 2019 starben mindestens 50 Pferde auf deutschen Rennbahnen.

Millionengeschäft auf Kosten der Pferde

Häufig werden in der millionenschweren Branche schon zwei- oder dreijährige Pferde an den Start geschickt, obwohl sie sich noch im Wachstum befinden. Da der Bewegungsapparat der jungen Tiere noch nicht vollständig ausgebildet ist, sind Sehnenschäden und Knochenbrüche keine Seltenheit. Die Pferde werden nicht nur bei den Rennen selbst, sondern auch während der Trainings überlastet.

PETAs Motto lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren, sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Form von Diskriminierung, bei der Tiere aufgrund ihrer Artzugehörigkeit abgewertet werden. Der Mensch wird hierbei allen anderen Spezies gegenüber als überlegen angesehen.

Quellen

[1] Sladky, Pamela (2015): Pferde überhitzen bis zu zehnmal schneller als Menschen. In: Pferderevue. Online abrufbar unter: https://www.pferderevue.at/magazin/ausbildung/2015/06/pferde_ueberhitzenbiszuzehnmalschnelleralsmenschen.html. (24.06.2026).
[2] Koch, Alexandra (2026): Turniere in Medingen und Ilsfeld aufgrund der Hitze abgesagt. In: Hooforia. Online abrufbar unter: https://www.hooforia.com/doitride/turniere-in-medingen-und-ilsfeld-aufgrund-der-hitze-abgesagt/. (23.06.2026).
[3] GaloppOnline.de (2026): Wegen der Hitze – Krefeld sagt Renntag am Samstag ab. Online abrufbar unter: https://galopponline.de/top/breaking-news-krefeld-sagt-renntag-am-samstag-ab/. (24.06.2026).

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