Zwei Fälle innerhalb weniger Tage in Kleve: Unbekannte schießen mit Pfeilen auf Haubentaucher und Taube – PETA bietet 1.000 Euro Belohnung für Hinweise

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Hinweise gesucht: Einem Medienbericht zufolge wurden in Kleve innerhalb weniger Tage zwei Vögel gefunden, die mit Pfeilen beschossen wurden. Vergangenen Freitag entdeckten Anwohner an einem See neben der Briener Straße einen Haubentaucher, dem ein Pfeil im Hals steckte. Einsatzkräfte konnten das verletzte Tier einfangen. Der Vogel wurde in einer Tierklinik operiert, starb jedoch später auf einer Pflegestelle. Am Montag meldeten Zeugen eine tote Taube an einem See im Bereich des Naturparks in Kleve-Kellen. Der Körper des Tieres lag in einem Nest und war bereits in einem fortgeschrittenen Zersetzungszustand. Rund um den toten Vogel hätten zudem viele zerstörte Eier gelegen. Ersten Erkenntnissen nach wurde die Taube von einem Armbrust-Pfeil durch die Brust getroffen. Ob beide Fälle miteinander in Verbindungen stehen, ist bisher unklar. Demnach unterscheiden sich die beiden Pfeile stark voneinander. Wegen der räumlichen Nähe der beiden Fundorte prüfe die Polizei einen möglichen Zusammenhang.

PETA setzt Belohnung aus

Um den Fall aufzuklären, setzt PETA nun eine Belohnung in Höhe von 1000 Euro für Hinweise aus, die zur rechtskräftigen Verurteilung der tatverantwortlichen Personen führen. Wer etwas beobachtet oder anderweitig mitbekommen hat, wird gebeten, sich bei der Polizei oder telefonisch unter 0711-8605910 oder per E-Mail bei der Tierrechtsorganisation zu melden – auch anonym.

„Wer auch immer auf die beiden Vögel geschossen hat, muss schnellstmöglich gefunden werden, bevor noch weitere Tiere oder Menschen zu Schaden kommen“, so Lisa Redegeld, Fachreferentin für Whistleblower-Fälle bei PETA. „Angriffe auf Tauben und andere Vögel sind keine Einzelfälle – nahezu täglich werden die Tiere mit Luftdruckwaffen, Schrot oder Armbrustpfeilen verletzt oder auf andere Weise misshandelt. PETA fordert harte Strafen für Tierquäler, um eine abschreckende Wirkung zu erzielen. Wer wehrlose Tiere quält, der schreckt möglicherweise auch nicht vor Gewalttaten gegenüber Menschen zurück.“

Zusammenhang zwischen Gewalttaten an Menschen und Tieren

Tierquälerei ist kein Kavaliersdelikt, sondern eine Straftat nach § 17 des Tierschutzgesetzes, und kann mit einer Geldstrafe oder einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren geahndet werden.

Fachleute aus der Psychologie und Justiz sind sich mittlerweile einig, dass Vergehen an Tieren vermehrt Aufmerksamkeit verlangen. Aggressionsforscher Christoph Paulus von der Universität des Saarlandes sagt dazu: „Geschätzte 80 bis 90 Prozent aller extremen Gewalttäter haben vorher bereits Tiere gequält.“ [1] Über den Zusammenhang von Tierquälerei und Gewalttaten klärt PETA in der Broschüre „Menschen, die Tiere quälen, belassen es selten dabei“ auf, die als Informationsquelle für Staatsanwaltschaften, die Richterschaft und Polizei sowie Angestellte im sozialen Bereich dient.

PETA setzt regelmäßig Belohnungen in Fällen von misshandelten oder ausgesetzten Tieren aus, um bei der Ermittlung der Verantwortlichen zu helfen.

PETAs Motto lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren, sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Form von Diskriminierung, bei der Tiere aufgrund ihrer Artzugehörigkeit abgewertet werden. Der Mensch wird hierbei allen anderen Spezies gegenüber als überlegen angesehen.

Quellen

[1] PETA Deutschland e.V. (2018): Menschen, die Tiere quälen, belassen es selten dabei. https://www.peta.de/wp-content/uploads/2020/11/Broschuere-A5-Menschen_die-Tiere-quaelen-2019-04-print24.pdf.

 

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