Aurich: Pferd auf Weide angeschossen und tödlich verletzt – PETA bietet 1.000 Euro Belohnung für Hinweise

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Schütze gesucht: Laut einer Polizeimeldung haben Unbekannte in Aurich-Tannenhausen auf einer Weide an der Straße Walterhörn ein Pferd angeschossen. Am Freitag gegen 14:30 Uhr habe die Halterin bemerkt, dass sich das Tier in einem schlechten Allgemeinzustand befand. Eine hinzugerufene Tierärztin habe eine offensichtliche Schussverletzung festgestellt. Das verletzte Pferd wurde in eine Notfallklinik gebracht, habe aber nicht mehr gerettet werden können und verstarb. Sechs weitere Pferde, die ebenfalls auf der Weide standen, seien nach ersten Erkenntnissen unverletzt. Hinweise nimmt die Polizei unter der Telefonnummer 04941-606215 entgegen.

PETA setzt Belohnung aus

Um den Fall aufzuklären, setzt PETA eine Belohnung in Höhe von 1.000 Euro für Hinweise aus, die zur rechtskräftigen Verurteilung der tatverantwortlichen Person oder Personen führen. Wer etwas beobachtet oder anderweitig mitbekommen hat, wird gebeten, sich bei der Polizei oder telefonisch unter 0711-8605910 oder per E-Mail bei der Tierrechtsorganisation zu melden – auch anonym.

„Wer auch immer das Pferd angeschossen hat, muss schnellstmöglich gefunden werden, bevor noch weitere Tiere oder Menschen verletzt werden“, so Peter Höffken, Fachreferent bei PETA.  „Da bei Jagdunfällen immer wieder Pferde mit Wildschweinen und anderen Tieren ‚verwechselt‘ werden, sollten die Behörden auch einen Zusammenhang mit dem örtlichen Jagdgeschehen prüfen.“ 

„Verwechselungen“ bei der Jagd keine Seltenheit

PETA fordert ein Verbot der Hobbyjagd, da diese nicht nur Wildtieren, sondern auch Heimtieren und Menschen großes Leid zufügt. Neben etlichen Jagdunfällen, bei denen Menschen verletzt werden, kommt es immer wieder zu folgenschweren Verwechslungen von Tieren: Im Februar 2026 schoss ein Jäger in Niederschönenfeld auf einen Hund und verletzte diesen, weil er ihn für einen Fuchs gehalten habe. Im Januar verwechselte ein Jäger in Beckeln eine 58-jährige Spaziergängerin mit einem Wildschwein und fügte ihr durch einen Schuss schwere Verletzungen am Oberschenkel zu. Ebenfalls im Januar tötete ein Jäger in Warburg einen Jagdkollegen, weil er ihn für ein Wildschwein gehalten habe. Er habe „blitzende Augen“ gesehen und daraufhin einen Schuss abgegeben. [1] Im Februar 2025 erschoss ein Jäger im Bereich Hornbach (Rheinland-Pfalz) drei Pferde auf einer Koppel, weil er sie mit Füchsen verwechselt habe.

Zusammenhang zwischen Gewalttaten an Menschen und Tieren

Tierquälerei ist kein Kavaliersdelikt, sondern eine Straftat nach Paragraf 17 des Tierschutzgesetzes, und kann mit einer Geldstrafe oder einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren geahndet werden.
Fachleute aus der Psychologie und Justiz sind sich mittlerweile einig, dass Vergehen an Tieren vermehrt Aufmerksamkeit verlangen. Aggressionsforscher Christoph Paulus von der Universität des Saarlandes sagt dazu: „Geschätzte 80 bis 90 Prozent aller extremen Gewalttäter haben vorher bereits Tiere gequält.“ [2] Über den Zusammenhang von Tierquälerei und Gewalttaten klärt PETA in der Broschüre „Menschen, die Tiere quälen, belassen es selten dabei“ auf, die als Informationsquelle für Staatsanwaltschaften, die Richterschaft und Polizei sowie Angestellte im sozialen Bereich dient

PETA setzt regelmäßig Belohnungen in Fällen von misshandelten oder ausgesetzten Tieren aus, um bei der Ermittlung der Verantwortlichen zu helfen.

PETAs Motto lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren, sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Form von Diskriminierung, bei der Tiere aufgrund ihrer Artzugehörigkeit abgewertet werden. Der Mensch wird hierbei allen anderen Spezies gegenüber als überlegen angesehen.

Quellen

[1] Radio Hannover (20. Juli 2026): Er hat seinen Freund für ein Wildschwein gehalten: Neue Erkenntnisse zu Jagdunglück im Januar. Online abrufbar unter: https://www.radio-hannover.de/hannover-news/er-hat-seinen-freund-fuer-ein-wildschwein-gehalten-neue-erkenntnisse-zu-jagdunglueck-im-januar. (27.07.2026).
[2] PETA Deutschland e.V. (2018): Menschen, die Tiere quälen, belassen es selten dabei. https://www.peta.de/wp-content/uploads/2020/11/Broschuere-A5-Menschen_die-Tiere-quaelen-2019-04-print24.pdf.

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