Termineinladung: PETA Streetteam demonstriert vor Ponykarussell auf Bad Kreuznacher Jahrmarkt und fordert von Stadt, traurige „Attraktion“ nicht mehr zuzulassen

Wieder soll es auf dem Jahrmarkt in Bad Kreuznach ein Ponykarussell geben. Nach zahlreichen Besucherbeschwerden hatte PETA bereits im August 2023 Oberbürgermeister Emanuel Letz in einem Schreiben aufgefordert, dem Vorbild anderer deutscher Städte zu folgen und Ponykarussells künftig auf städtischem Gelände zu verbieten. Eine Antwort blieb aus. Stattdessen entschied der Marktausschuss im November 2023 mehrheitlich, am Ponykarussell festzuhalten [1]. Die Tierrechtsorganisation kritisiert die Veranstaltung, da sie die Pferde stark belastet. Die Wirbelsäulen und Beine der Pferde sind nicht darauf ausgelegt, stundenlang im Kreis zu laufen. Die ständige monotone Bewegung ist zudem seelisches Leid für die Pferde. Zusätzlich führt der Lärmpegel bei den sensiblen Fluchttieren zu erheblichem Stress, da ihr Gehör deutlich empfindlicher ist als das der Menschen. Aus diesem Anlass protestiert das freiwillige PETA Streetteam am Samstag vor Ort.

Details zur Aktion:
Datum:
 Samstag, 22. August 2026
Uhrzeit: Am Samstag von 13:30 bis 14:30 Uhr
Ort: Pfingstwiese, 55545 Bad Kreuznach (Ecke Weinzelt am Damm)
Demoaufbau: Mit einem Ponykostüm, Postern und Flyern macht das Streetteam auf das Tierleid aufmerksam. 
Kontakt vor Ort: Fabian Miksch (den telefonischen Kontakt stellen wir auf Anfrage gerne her)

„Es liegt uns fern, die fröhliche Stimmung zu stören. Doch die Stadt lässt zu, dass die Ponys auf dem Jahrmarkt leiden, und das sogar bei großer Hitze. Daher bleibt uns keine andere Wahl, als den Protest mitten ins Geschehen zu tragen“, so Streetteamleitung Fabian Miksch. „Sensible Tiere für ein kurzes Kindervergnügen zu missbrauchen, ist unethisch. Bad Kreuznach sollte sich ein Beispiel an Städten wie Hamburg oder München nehmen, wo Ponykarussells nicht mehr zugelassen werden.“

Viele Städte gehen mit gutem Beispiel voran. So haben etwa Veranstaltende oder Politiker und Politikerinnen in Hamburg, München, Düsseldorf, Mainz, Konstanz, Duisburg, Coburg, Dachau und Zwickau beschlossen, künftig keine Ponykarussells mehr auf Veranstaltungen zuzulassen. Die Bevölkerung betrachtet das Thema ebenfalls kritisch: Eine repräsentative Umfrage aus dem Jahr 2015 ergab, dass rund zwei Drittel der Deutschen den Einsatz der Tiere für diese „Karussells“ als nicht tiergerecht empfinden. Nur 13 Prozent glauben, die Ansprüche der Pferde würden ausreichend erfüllt. Während 19 Prozent aller Befragten der Ansicht sind, dass das Ponyreiten auf Jahr- und Weihnachtsmärkten weiterhin zugelassen werden sollte, spricht sich eine deutliche Mehrheit von rund 59 Prozent für ein Verbot aus [2].

Experten bewerten Ponykarussells kritisch

Immer mehr Fachleute sprechen sich gegen Ponykarussells aus. Amtstierärztin Dr. Sabine Beckmann vom Kreisveterinäramt Gütersloh sagte bereits 2010 in einem Interview: „Die derzeitige Praxis, die Ponys stundenlang in dieselbe Richtung trotten zu lassen, ist als absolut verhaltenswidrig einzustufen. Die Tiere leiden physisch und psychisch“ [3]. Der bekannte österreichische Tierarzt Dr. Hans Christ warnt ebenfalls vor gesundheitsschädlichen Auswirkungen: „Durch die fortgesetzte einseitige Kreisbewegung kommt es unweigerlich, ungeachtet etwaiger Erholungspausen, im Laufe der Zeit zu Schäden im Bewegungsapparat […]. Die Stereotypie des Tätigkeitsmusters und die damit verbundene Reizarmut stellt für die Tiere eine zusätzliche, psychische Belastung dar“ [4]. Auch das Positionspapier der Tierärztlichen Vereinigung für Tierschutz ist eindeutig – insbesondere im Hinblick auf die erzieherische Wirkung sogenannter Ponykarussells: „Hervorgehoben werden muss zudem, dass den Kindern durch das stupide Im-Kreis-Laufen der Ponys ein Bild vom Pferd vermittelt wird, das aus der Sicht des ethischen Tierschutzes heute nicht mehr zeitgemäß ist“ [5].

Das PETA Streetteam Bad Kreuznach ist ein Verbund freiwilliger Unterstützender, die sich für die Ziele der Tierschutzorganisation PETA Deutschland e.V. einsetzen.

Auf dem Jahrmarkt in Bad Kreuznach werden Ponys gezwungen, Runde um Runde in einem „Ponykarussell“ zu laufen / © PETA Deutschland e.V.

Das druckfähige Foto vom Ponykarussell in Bad Kreuznach steht hier zum Download zur Verfügung und kann für die Berichterstattung verwendet werden.

Symbolbild: Ponys laufen in einem „Ponykarussell“ endlos im Kreis. / © PETA Deutschland e.V.

Dieses und weitere Bilder können hier heruntergeladen und für die Berichterstattung verwendet werden.

PETAs Motto lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren, sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Form von Diskriminierung, bei der Tiere aufgrund ihrer Artzugehörigkeit abgewertet werden. Der Mensch wird hierbei allen anderen Spezies gegenüber als überlegen angesehen.

Quellen

[1] Jakobi, Sibylle und Stefan Schmelzer (2023): Ponyreiten auf dem Bad Kreuznacher Jahrmarkt darf bleiben. Online abrufbar unter: https://www.swr.de/swraktuell/rheinland-pfalz/mainz/verbot-fuer-ponyreiten-jahrmarkt-bad-kreuznach-100.html. (12.08.2025).
[2] GfK-Umfrage „Ponykarusselle“ (2015). Online unter: https://www.peta.de/wp-content/uploads/2020/11/GfK-Umfrage-Ponykarussel-08.2015.pdf.
[3] Osterkamp, L. (2010): Nicht immer rechts herum. Kreis will den Kirmesponys helfen. In: Neue Westfälische.
[4] Österreichischer Tierschutzverein (2013): Ponykarussell: Tierarzt bestätigt Kritik des Österreichischen Tierschutzvereins.
[5] Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz e.V. (2008): Beurteilung von Ponyreitbahnen unter Tierschutzgesichtspunkten. Online abrufbar unter: http://www.tierschutz-tvt.de/index.php?id=50&no_cache=1&download=TVT-MB_116_Ponyreitbahnen__2008_.pdf&did=82. (12.08.2025).

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