Tod für den „Pferde-Sport“: Gestern kam es auf der Galopprennbahn Baden-Baden in Iffezheim zu gleich zwei Todesfällen. Unmittelbar nach dem 4. Rennen habe das vierjährige Pferd Rex Carver einen Aortaabriss erlitten und sei sofort tot gewesen. Im 7. Rennen habe das ebenfalls vierjährige Tier Buckleupbuttercup einen Fesselbeinbruch erlitten und sei kurz daraufgestorben. Die Tierrechtsorganisationen hat heute das zuständige Veterinäramt des Landkreises Rastatt kontaktiert und eine sofortige Absage aller geplanten Rennen gefordert. Zudem wird PETA Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft Baden-Baden wegen des Verdachts auf einen Verstoß gegen § 17 Nr. 1 des Tierschutzgesetzes gegen die verantwortlichen Personen erstatten.
„Iffezheim ist mittlerweile eine ‚Todesrennbahn‘: Zwei tote Pferde an einem einzigen Renntag zeigen den unfreiwilligen Preis, welchen die Tiere für diesen vermeintlichen ‚Sport‘ zahlen: ihr Leben. Das Veterinäramt muss nun alle geplanten Rennen stoppen, solange die Untersuchungen hier laufen”, so Jana Hoger, Fachreferentin bei PETA. „Das Leid der Pferde wird für Prestige und Profit bewusst in Kauf genommen. Keineswegs handelt es sich um Unfälle. Diese skrupellose Rennbranche gehört endlich in die Schranken gewiesen – Pferderennen müssen verboten werden.“
Erst im Juni 2026 wurde der dreijährige Hengst Power Prince auf der Rennbahn in Iffezheim getötet, nachdem er bei einem Rennen stürzte und sich verletzte. Auch in diesem Fall hatte PETA Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft Baden-Baden wegen des Verdachts auf einen Verstoß gegen § 17 Nr. 1 des Tierschutzgesetzes gegen den verantwortlichen Jockey erstattet. Bei den tierschutzwidrigen Veranstaltungen werden Pferde regelmäßig mit der Peitsche zu unnatürlichen Höchstleistungen gezwungen, was oftmals zu Stürzen und zum Tod der Tiere führt. Im Oktober 2023 wurde der fünfjährige Fellow auf dieser Rennbahn nach einem Beinbruch getötet. Die Tierrechtsorganisation appelliert an alle Menschen, Pferderennen weder durch den Kauf einer Eintrittskarte noch mit einer Wette zu unterstützen.
Branche nimmt tödliche Brüche, Lungenblutungen und Magengeschwüre billigend in Kauf
In einem Erhebungszeitraum zwischen 2015 und 2019 starben auf deutschen Rennbahnen mindestens 50 Pferde, darunter vier Tiere auf der Rennbahn Iffezheim. Für den „Rennsport“ werden Pferde gezwungen, Risiken einzugehen, die sie freiwillig niemals auf sich nehmen würden. Die Überlastung führt häufig zu Stürzen mit Brüchen oder zu Aortenabrissen, bei denen die Hauptschlagader des Herzens reißt und das Tier innerhalb kurzer Zeit stirbt. Experten zufolge weisen zudem 90 Prozent der bei Rennen eingesetzten Pferde aufgrund des großen psychischen Stresses Magengeschwüre auf. Laut den Rennprotokollen haben viele Tiere kurz nach einem Rennen blutige Nüstern. Entgegen der Aussage der Branchenvertreter handelt es sich hierbei jedoch nicht um Nasenbluten, sondern laut Dr. Maximilian Pick, Gutachter und ehemaliger Fachtierarzt für Pferde, üblicherweise um Blutungen aus der Lunge. [1]
Millionengeschäft auf Kosten der Pferde
Häufig werden in der millionenschweren Branche schon zwei- oder dreijährige Pferde an den Start geschickt, obwohl sie sich noch im Wachstum befinden. Da der Bewegungsapparat der jungen Tiere noch nicht vollständig ausgebildet ist, sind Sehnenschäden und Knochenbrüche keine Seltenheit. Die Pferde werden nicht nur bei den Rennen selbst, sondern auch während des Trainings überlastet. So sind etwa bei Galopprennen rund 80 Prozent der Trainingsausfälle auf Lahmheit zurückzuführen. Peitschenschläge und tierquälerisches Zubehör gehören zum Alltag sogenannter Rennpferde. Das zeigt einmal mehr, dass das Wohl der Tiere in der Regel keine Rolle spielt.
PETAs Motto lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren, sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Form von Diskriminierung, bei der Tiere aufgrund ihrer Artzugehörigkeit abgewertet werden. Der Mensch wird hierbei allen anderen Spezies gegenüber als überlegen angesehen.
