Laut einem Medienbericht ist am Sonntagabend ein 56-Jähriger bei einer Jagd im Waldgebiet bei Jänickendorf ums Leben gekommen. Der Mann sei mit seinem 82-jährigen Begleiter unterwegs gewesen. Dabei sollen Schüsse auf Wildtiere abgegeben worden sein. Daraufhin wurde der 56-Jährige um kurz vor 22 Uhr leblos auf einem Feld gefunden. Ein hinzugerufener Notarzt konnte nur noch den Tod des Mannes feststellen. Die Polizei ermittelt und habe die Schusswaffen beider Jäger sichergestellt. PETA weist darauf hin, dass Hobbyjagende jedes Jahr mehrere Dutzend Menschen verletzen oder sogar töten. Zudem fügen sie Hunderttausenden Tieren erhebliches Leid durch Fehlschüsse zu. Angesichts dessen fordert die Tierrechtsorganisation von der Bundesregierung ein Verbot der Hobbyjagd.
„Wie viele Menschen und Tiere müssen noch sinnlos verletzt werden oder sterben, bevor die Hobbyjagd endlich verboten wird? Jedes Jahr ereignen sich zahlreiche solcher Tragödien, weil schießwütige Spaßjäger verantwortungslos mit tödlichen Waffen hantieren. Um weiteres Leid zu verhindern, ist nun der Gesetzgeber gefragt“, so Jana Hoger, Fachreferentin bei PETA. „Wir fordern zudem die Jagdbehörde des Landkreises Teltow-Fläming auf, sicherzustellen, dass der Verantwortliche nie wieder eine Waffe in der Hand halten darf.“
Der Vorfall in Jäckingendorf ist bereits der zweite Jagdunfall mit tödlichen Ausgang für einen Menschen innerhalb von zwei Wochen in Deutschland: In der Nacht des 30. August wurde ein 50-Jähriger auf einem Maisfeld im rheinland-pfälzischen Dürrholz tödlich verletzt, als sich ein Schuss löste.
Unfälle mit tödlichen Schüssen und Gewalttaten häufen sich
Neben absichtlichen Gewalttaten durch Jäger sorgten in den vergangenen Jahren allein in Deutschland zahlreiche schwere Jagdunfälle für Empörung. Im Januar hat ein 22-Jähriger in Warburg von einem Hochsitz aus seinen 23-jährigen Bekannten auf einem nahegelegenen Nachbarhochsitz tödlich getroffen. Ebenfalls im Januar wurde in Beckeln einer 58-Jährigen von einem Jäger in den Oberschenkel geschossen. Im November 2025 hat der Oberbürgermeister von Brand-Erbisdorf seinen 20-jährigen Begleiter angeschossen, als sich beim Kontrollieren des Ladezustandes ein Schuss aus der Waffe löste. Ende April 2025 wurde ein 69-Jähriger in Haltern am See schwer verletzt, als sich ein Schuss aus der Jagdwaffe seines 56-jährigen Begleiters löste. Im selben Monat erschoss sich ein Jäger in Hagen versehentlich selbst, als sich bei der Beobachtung von Wildschweinen ein Schuss aus seiner Waffe löste. Anfang Januar 2025 wurde ein Jäger auf einem Hochstand bei Ruchow von einer mutmaßlich verirrten Kugel eines Jagdkollegen tödlich getroffen. Im Dezember 2024 wurde eine Frau bei einer Treibjagd in Barßel vor ihrem Wohnhaus durch einen Schuss schwer verletzt. Im August 2024 verletzte ein Jäger seinen Jagdbegleiter in Heubach schwer durch einen Schuss im Kopfbereich
Renommierte Fachleute bestätigen: Jagd ist grausam und überflüssig
Anerkannte Studien belegen, dass aus ökologischer Sicht keine Notwendigkeit für die Jagd besteht. So findet dem renommierten Biologen Prof. Dr. Josef Reichholf zufolge eine natürliche Regulation der im Wald wohnenden Tierpopulationen durch Umwelteinflüsse wie Witterung, Nahrungsverfügbarkeit oder Krankheiten statt. [1] Auch englische Fachleute kamen zu dem Ergebnis, dass sich beispielsweise Fuchspopulationen aufgrund von Nahrungsverfügbarkeit und sozialen Faktoren von selbst regulieren. [2] Die Jagd hingegen zerstört die Alters- und Sozialstrukturen der Tierpopulationen, was bei den Überlebenden zu erhöhter Fortpflanzung führt. Verluste in der Population werden somit rasch durch Nachkommen und Zuwanderung wieder ausgeglichen oder gar überkompensiert. Die Jagd ist unnötig, kontraproduktiv und grausam. Den rund 400.000 Hobbyjagenden in Deutschland stehen nur etwa 1.000 Berufsjägerinnen und -jäger, vor allem Forstbeamte, gegenüber.
PETAs Motto lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren, sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Form von Diskriminierung, bei der Tiere aufgrund ihrer Artzugehörigkeit abgewertet werden. Der Mensch wird hierbei allen anderen Spezies gegenüber als überlegen angesehen.
