ZDF-Doku „Geheimsache Tierversuche“: PETA fordert schrittweisen Ausstieg aus Tierversuchen

Was in Tierversuchslaboren geschieht, bleibt meist verborgen. Die ZDF-Dokumentation „37°: Geheimsache Tierversuche – Unter Ausschluss der Öffentlichkeit“ zeigt den Alltag hinter verschlossenen Labortüren und stellt moderne tierfreie Forschungsmethoden vor. Auch ein Wissenschaftler des PETA Science Consortiums International kommt zu Wort. Anlässlich der Ausstrahlung am Dienstag, 29. September, um 22.15 Uhr fordert PETA, Tierversuche schrittweise zu beenden und humanbasierte Forschung zum Standard zu machen.

„Es ist nicht hinnehmbar, dass Giftigkeitsversuche an Tieren bis heute zu den Standardverfahren in Europa gehören“, so Josefin Lawrence, Fachreferentin bei PETA im Bereich gegen Tierversuche. „Gleichzeitig ist in der Öffentlichkeit weitgehend unbekannt, was hinter den Türen der Tierversuchslabore geschieht. Unser Anspruch muss sein, diese überholten Verfahren schnellstmöglich durch tierfreie Forschungsmethoden zu ersetzen.“

Nach Angaben des Bundesinstituts für Risikobewertung wurden 2024 in Deutschland knapp zwei Millionen Tiere für Tierversuche missbraucht. Hinzu kommen etwa 1,1 Millionen Tiere, die für „wissenschaftliche“ Zwecke gezüchtet, letztlich aber nicht eingesetzt und getötet wurden. Insgesamt waren 2024 somit mehr als drei Millionen Tiere betroffen.

Der vernünftige Grund

Paragraf 1 des Tierschutzgesetzes (TierSchG) schreibt vor, dass niemand einem Tier ohne „vernünftigen Grund“ Schmerzen, Leiden oder Schäden zufügen darf. Nach Auffassung von PETA fehlt Tierversuchen grundsätzlich ein solcher vernünftiger Grund. Tiere leiden und sterben für Versuche, deren Ergebnisse sich oft nicht zuverlässig auf den Menschen übertragen lassen. Gleichzeitig stehen bereits etliche moderne tierfreie Forschungsmethoden zur Verfügung, darunter menschliche Zellkulturen, Organoide und Organ-on-a-Chip-Systeme. PETA fordert daher, den im Tierschutzgesetz verankerten Grundsatz konsequent anzuwenden und die Forschung auf moderne, humanbasierte Methoden auszurichten.

Der Research Modernisation Deal

Wie der Ausstieg aus Tierversuchen gelingen kann, zeigt PETAs Research Modernisation Deal (RMD). Das Strategiepapier beschreibt konkrete Schritte für den Übergang zu humanbasierter Forschung. Die Bundesregierung und das Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat erklären seit Jahren, Tierversuche vollständig ersetzen zu wollen. Dennoch werden weiterhin Millionen Tiere für „wissenschaftliche“ Zwecke ausgebeutet, gezüchtet oder getötet. PETA fordert deshalb von der Bundesregierung einen verbindlichen Ausstiegsplan und liefert mit dem RMD eine konkrete Grundlage dafür.

Zur Sendung

„Geheimsache Tierversuche“ gibt Einblicke in eine weitgehend abgeschottete Welt. Die Dokumentation zeigt, wie schwer sich Tierversuche ethisch und wissenschaftlich beurteilen lassen, solange das Geschehen in den Laboren für die Öffentlichkeit kaum sichtbar ist. Die Sendung ist auch in der ZDF-Mediathek unter „37°“ verfügbar.

Filmautor Manfred Karremann ist Journalist und Dokumentarfilmer. Seit Jahrzehnten recherchiert er zu Tiertransporten, Pelz, Leder und weiteren Tierschutzthemen. Der vielfach ausgezeichnete Filmemacher dokumentierte unter anderem die Pelzproduktion in China und die Lederindustrie. PETA griff Missstände aus seinen Filmen wiederholt auf und setzte sich dafür ein, konkrete Verbesserungen zu erreichen. Karremann wurde mit der Goldenen Kamera ausgezeichnet, erhielt zweimal den CNN-Preis und war für den Grimme-Preis nominiert.

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Anfragen an Filmautor Manfred Karremann: [email protected]

PETAs Motto lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren, sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Form von Diskriminierung, bei der Tiere aufgrund ihrer Artzugehörigkeit abgewertet werden. Der Mensch wird hierbei allen anderen Spezies gegenüber als überlegen angesehen.

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