Tierquäler gesucht: Laut einem Medienbericht sei am Sonntag in Heidelberg ein Kater mutmaßlich schwer misshandelt worden. Einem Zeugen zufolge soll das Tier von einem Balkon oder Fenster gestürzt sein. Hinzugezogene Polizeibeamte hätten den schwer verletzten Vierbeiner vor dem Haus gefunden und ihn an die Berufstierrettung Rhein Neckar übergeben. Nach der Erstversorgung habe diese den Kater in eine Klinik gebracht, wo er schließlich gestorben sei. Es handle sich um ein etwa vier Monate altes Katzenkind. Die Berufstierrettung gehe einem weiteren Medienbericht zufolge davon aus, dass das Tier sexuell missbraucht worden sei. Demnach seien im Analbereich des Katers Sperma-Spuren festgestellt worden. PETA prüft derzeit eine Strafanzeige.
PETA setzt Belohnung aus
Um den Fall aufzuklären, setzt PETA eine Belohnung in Höhe von 1.000 Euro für Hinweise aus, die zur rechtskräftigen Verurteilung der tatverantwortlichen Person oder Personen führen. Wer etwas beobachtet oder anderweitig mitbekommen hat, wird gebeten, sich bei der Polizei oder telefonisch unter 0711-8605910 oder per E-Mail bei der Tierrechtsorganisation zu melden – auch anonym.
„Es ist kaum vorstellbar, welches Leid dieses gerade einmal vier Monate alte Katzenkind vor seinem Tod offenbar ertragen musste. Ein Tier derart zu misshandeln und mutmaßlich sexuell zu missbrauchen, ist an Grausamkeit kaum zu überbieten“, so Jana Hoger, Fachreferentin für Tierische Mitbewohner bei PETA. „Hier muss alles getan werden, um diesen Täter schnellstmöglich zu finden und zu stoppen, bevor weitere Tiere oder Menschen zu Schaden kommen. Für die Tat und den grausamen Tod des Tieres muss er rechtlich belangt werden. PETA spricht sich klar für strengere Strafen bei Tierquälerei aus, auch um eine abschreckende Wirkung zu erzielen. Denn wer Tieren bewusst Leid zufügt, könnte auch gegenüber Menschen nicht haltmachen.“
Zusammenhang zwischen Gewalttaten an Menschen und Tieren
Tierquälerei ist kein Kavaliersdelikt, sondern eine Straftat nach Paragraf 17 des Tierschutzgesetzes, und kann mit einer Geldstrafe oder einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren geahndet werden.
Fachleute aus der Psychologie und Justiz sind sich mittlerweile einig, dass Vergehen an Tieren vermehrt Aufmerksamkeit verlangen. Aggressionsforscher Christoph Paulus von der Universität des Saarlandes sagt dazu: „Geschätzte 80 bis 90 Prozent aller extremen Gewalttäter haben vorher bereits Tiere gequält.“ [1] Über den Zusammenhang von Tierquälerei und Gewalttaten klärt PETA in der Broschüre „Menschen, die Tiere quälen, belassen es selten dabei“ auf, die als Informationsquelle für Staatsanwaltschaften, die Richterschaft und Polizei sowie Angestellte im sozialen Bereich dient.
PETA setzt regelmäßig Belohnungen in Fällen von misshandelten oder ausgesetzten Tieren aus, um bei der Ermittlung der Verantwortlichen zu helfen.
Katzenschutzverordnungen verringern Tierleid
Die Tierrechtsorganisation setzt sich für eine bundesweite Registrierungs- und Kastrationspflicht für Katzen ein. Durch eine Registrierung der Tiere können Mensch und Katze schnell und auf einfachem Wege einander zugeordnet werden – auch in Notfällen. Zudem tragen Kastrationen dazu bei, die Population heimatloser Katzen auf Dauer zu reduzieren.
PETAs Motto lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren, sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Form von Diskriminierung, bei der Tiere aufgrund ihrer Artzugehörigkeit abgewertet werden. Der Mensch wird hierbei allen anderen Spezies gegenüber als überlegen angesehen.
