PETA wurde durch einen Hinweis Anfang Oktober auf ein YouTube-Video aufmerksam. Darin ist zu sehen, wie ein Angler einem Fisch vor laufender Kamera die Wirbelsäule bricht. Er steckt dem lebenden Tier seinen Daumen in den Mund und zieht dessen Kopf so lange nach hinten, bis der Fisch tot ist. Nach Einschätzung der Tierrechtsorganisation liegt hier ein Verstoß gegen § 17 Nr. 2 lit. a) des Tierschutzgesetzes vor, gemäß dem sich strafbar macht, wer einem Wirbeltier aus Rohheit erhebliche Schmerzen oder Leiden zufügt. PETA hat daher am 6. Oktober Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft Stralsund gegen den Verantwortlichen erstattet.
„Einen lebendigen Fisch in Stücke zu reißen, bis die Wirbelsäule bricht, ist extrem grausam“, so Meeresbiologin Dr. Tanja Breining, Fachreferentin für Fische und Wassertiere bei PETA. „Dank der Hinweise von Menschen, die nicht wegschauen, wenn Tiere gequält werden, können wir hier Strafanzeige erstatten.“
Fische sind sensibel, spüren Schmerz und sind hochintelligent
Fische sind neugierige, fühlende Wirbeltiere mit individuellen Persönlichkeiten. Sie haben ein komplexes Sozialleben, kommunizieren auf vielfältige Weise, schließen Freundschaften, beschützen ihren Nachwuchs und spüren Schmerzen. [1] Internationale Studien bestätigen dies; auch das Friedrich-Loeffler-Institut kam zu dem Schluss, dass Fische schmerzfähig sind und als sensible Lebewesen geschützt werden sollten. [2] Studien zeigen zudem, dass die Tiere über bemerkenswerte kognitive Fähigkeiten verfügen: Putzerfische können ihr Gesicht auf Fotos und im Spiegel wiedererkennen [3] und Seebrassen Tauchende an der Farbe ihrer Ausrüstung voneinander unterscheiden. [4] Forschende der Universität Bonn fanden heraus, dass Fische addieren und subtrahieren können. [5] Eine Studie von Februar 2026 zeigt außerdem, dass Putzerfische nicht nur ihr Spiegelbild erkennen, sondern auch mit diesem interagieren, indem sie ein Stück Nahrung benutzen. Dieses Verhalten gilt als „Kontingenzprüfung“ und deutet auf hohe kognitive Fähigkeiten hin. Es wurde auch bei Delfinen beobachtet. [6]
PETAs Motto lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren, sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Form von Diskriminierung, bei der Tiere aufgrund ihrer Artzugehörigkeit abgewertet werden. Der Mensch wird hierbei allen anderen Spezies gegenüber als überlegen angesehen.
