Einem Medienbericht zufolge hat der Zoll am Flughafen Köln/Bonn in einem Koffer eines mexikanischen Feuerwehrmanns rund 90 teils giftige Schlangen und Echsen entdeckt. Der Mann soll von Mexiko-City über Istanbul nach Köln geflogen sein. Mindestens so lange seien die 55 Echsen und 37 Schlangen, überwiegend giftige Vipern, ohne Verpflegung in engen Schmuggelverstecken transportiert worden. Die geschwächten Tiere wurden beschlagnahmt und zu einer fachkundigen Person gebracht. Einige Echsen seien inzwischen gestorben. Anlässlich des Fundes fordert PETA Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer auf, Handel und Haltung von „exotischen“ Tieren für Privatpersonen zu verbieten. Lediglich bestehende Haltungen sollten bis zum natürlichen Lebensende der Tiere fortgeführt werden dürfen.
„Dieser Fall verdeutlicht es einmal mehr – der legale und illegale Handel mit fühlenden Lebewesen floriert massiv. Unzählige Wildtiere werden oft über tausende Kilometer transportiert, um dann in Deutschland über Internetportale, auf Tierbörsen oder in Zoohandlungen verkauft zu werden. Sie stammen meist aus schlimmen Zuchtanlagen oder wurden aus der Natur gestohlen“, so Peter Höffken, Fachreferent bei PETA. „Die Bundesregierung muss endlich handeln und den Verkauf von ‚exotischen‘ Tieren verbieten und die Privathaltung auslaufen lassen.“
PETA fordert generelles Haltungsverbot von „Exoten“ in Privathaushalten
Die Tierrechtsorganisation kritisiert, dass der Kauf von gefährlichen und anspruchsvollen Tieren unabhängig von dringend erforderlichem Fachwissen noch immer erlaubt ist. In der Folge sterben viele Wildtiere in Privathaltung Untersuchungen zufolge verfrüht, brechen aus oder werden von überforderten Personen einfach ausgesetzt. Tierheime und Tierauffangstationen sind häufig überfüllt mit „exotischen“ Tieren, die einen besonders hohen Anspruch an ihren Lebensraum haben.
Der Handel mit Wildtieren
In Deutschland sind Handel und Haltung von „exotischen“ Tieren in Privathand weitgehend unreglementiert. Wenn der Preis stimmt, werden auch streng geschützte und äußerst sensible Tierarten selbst an Laien verkauft. Da als Folge der mangelhaften Haltung und Pflege viele Tiere in Gefangenschaft sterben, bleibt die Nachfrage dauerhaft auf hohem Niveau.
Das Ergebnis einer Studie, welche vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz (BMUV) 2020 vorgestellt wurde, bestätigt zudem, dass der Handel mit Wildtieren zum weltweiten Artensterben beiträgt und dass besonders aus Gründen des Arten- und Naturschutzes dringend entsprechend gehandelt werden muss. Sterberaten beim Fang und Transport von bis zu 70 Prozent gelten in der Zoohandelsbranche als üblich. [1]
PETAs Motto lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren, sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Form von Diskriminierung, bei der Tiere aufgrund ihrer Artzugehörigkeit abgewertet werden. Der Mensch wird hierbei allen anderen Spezies gegenüber als überlegen angesehen.
