PETA und ARK in Trauer: Russische Drohnen töten freiwilligen Helfer bei der Rettung notleidender Tiere in der Ukraine

Jesse Adams verstarb bei einer Rettungsaktion in der Ukraine

Er wollte Tiere vor dem Krieg retten und verlor dabei sein Leben: Der 40-jährige Jesse Adams aus Vancouver Island, Kanada, wurde am vergangenen Sonntag bei einem russischen Drohnenangriff in der Ukraine tödlich verletzt. Der Vorfall ereignete sich, als der freiwillige Helfer und andere zivile Retter von PETAs Partnerorganisation Animal Rescue Kharkiv (ARK) verletzte Tiere in einen Transporter luden. Zwei Drohnen trafen das Fahrzeug, zerschlugen die Windschutzscheibe und verwundeten Adams durch eine massive Splitterexplosion. Einer der Hunde wurde dabei getötet. Eine weitere Drohne traf das Haus, in dem die Tiere kurzfristig bis zur Abholung von ARK untergebracht waren, und setzte es in Brand. Rettungskräfte eilten herbei, um den Brand zu löschen. Adams wurde umgehend ins Krankenhaus gebracht, aber verstarb noch während der Notoperation. Währenddessen trafen zwei weitere Drohnen das Haus. Das Feuer breitete sich dadurch weiter aus. Dennoch gelang es den Helfern, alle Tiere in Sicherheit zu bringen. Die Tierretter setzen ihre Einsätze trotz der tödlichen Angriffe fort. Sie haben bereits eine neue Unterkunft eingerichtet und evakuieren wieder Tiere aus einigen der gefährlichsten Gebiete der Ukraine.

„Tiere führen keine Kriege, sie sind lediglich die Opfer davon“, so Harald Ullmann, Vorstandsvorsitzender von PETA Deutschland. „Jesse Adams war ein mutiger Held für die Tiere. Er riskierte sein Leben, um sie vor Gewalt, Hunger und Tod zu bewahren. Wir danken ihm von Herzen für seinen selbstlosen Einsatz. Unser tiefes Mitgefühl gilt seiner Familie und seinen Freunden. PETA fordert alle auf, an die Tiere zu denken, die unter Kriegen leiden, und an die Menschen, die ihr eigenes Leben riskieren, um sie zu retten.“

Adams war Mitbegründer der RainCoast Dog Rescue Society in Kanada und einer von zahlreichen Freiwilligen mit militärischer Grundausbildung und umfangreicher Erfahrung in gefährlichen Einsatzgebieten, die die ARK-Teams in der Ukraine vor Ort unterstützen.

PETA und ARK: Im Einsatz für Tiere in der Ukraine

Seit Februar 202 unterstützt PETA mit ihrem Global Compassion Fund die Arbeit von ARK in der Ukraine. Mit großem persönlichem Einsatz und unter ständiger Gefahr durch Bombenangriffe, Beschuss und Gewalt retten die Teams verängstigte, traumatisierte, verletzte und oft schwer unterernährte Tiere. Gemeinsam haben die Beteiligten ein umfangreiches Rettungsprojekt aufgebaut. Fast 40.000 Katzen, Hunde, Pferde und andere Tiere konnten bislang aufgenommen, medizinisch versorgt und liebevoll aufgepäppelt werden.

„Wir sind große Risiken eingegangen“

In einem seiner letzten Instagram-Beiträge vier Tage vor seinem Tod berichtete Adams von einer Familie, die in einem täglich von Drohnen, Bomben und Raketen angegriffenen Gebiet lebte. Die Menschen wollten ihr Zuhause erst verlassen, wenn ihre Tiere in Sicherheit waren. Adams und das ARK-Team halfen ihnen, mehr als ein Dutzend Tiere zu evakuieren. Anschließend schrieb Adams über den gefährlichen Einsatz: „Wir sind große Risiken eingegangen, weil diese Menschen und Tiere dringend unsere Hilfe brauchten. Wir sind das Risiko eingegangen, weil wir wollten, dass jemand dasselbe für uns tut, wenn wir Hilfe brauchen. Wir sind das Risiko eingegangen, weil es nicht viele gibt, die es getan hätten.“

Weitere Tierretter bei Angriffen getötet und schwer verletzt

Adams‘ Tod ist die jüngste Tragödie unter den Tierrettern, die mit PETA Deutschland und anderen Tierrettungsorganisationen zusammenarbeiten. Im Juni 2025 wurde die ukrainische Sanitäterin Dr. Olena „Leleka“ Yeryomenko getötet. Zwischen ihren Kampfeinsätzen unterstützte sie ARK. Kurz vor ihrem Tod hatte sie unter heftigem russischem Beschuss geholfen, 42 Hunde zu evakuieren. Sie starb, als sie einem verwundeten Soldaten zu Hilfe eilte.

Verletzter Retter zog Teampartner aus Wrack, band dessen stark blutende Wunde ab, wechselte beschädigten Reifen und fuhr beide ins Krankenhaus

Im August 2025 wurden der 43-jährige ARK-Retter Ruslan Horbal und ein französischer Freiwilliger schwer verletzt. Eine Drohne hatte während der Evakuierung von Hunden ihr Fahrzeug getroffen. Einer der Hunde wurde getötet. Trotz Verletzungen an Auge und Ohr zog Horbal seinen Teampartner aus dem Wrack, stillte dessen stark blutende Wunde, wechselte einen beschädigten Reifen und fuhr beide ins Krankenhaus. Beide Männer mussten operiert werden. Der französische Freiwillige blieb lange in stationärer Behandlung. Horbal ließ sich von der ständigen Drohnengefahr nicht davon abhalten, zu den Rettungseinsätzen zurückzukehren. Seine Begründung: „Da ich weiß, dass sie noch da draußen sind und auf Hilfe warten, kann ich nicht einfach zu Hause bleiben.“

Jesse Adams verstarb bei einer Rettungsaktion in der Ukraine

Im Gedenken an einen Helden: Der ARK-Tierretter Jesse Adams aus Vancouver, Kanada, wurde am 25. Oktober bei einer Rettungsmission durch einen Drohnenangriff in der Ukraine tödlich verletzt.  

Bilder zu PETA helps Ukraine finden Sie hier.

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