In mehreren privaten Einrichtungen in Rumänien, die sich selbst als „Tierheime“ bezeichnen – darunter Vetmedan, Heremy SRL und IVETS – wurden in den vergangenen Wochen gravierende Missstände aufgedeckt: Ermittler fanden Hunde, die über Tage ohne Wasser und Nahrung gehalten worden waren, sowie Hinweise auf illegale und grausame Tötungsmethoden. Die Einrichtungen stehen im Verdacht, systematisch Tiere misshandelt und entgegen geltendem Recht getötet zu haben. Am Donnerstag kam es deshalb zu groß angelegten Durchsuchungen durch die zuständigen Behörden und die Polizei. Einige dieser „Tierheime“ wurden bereits geschlossen, weitere Maßnahmen stehen bevor. PETA fordert die rumänische Regierung auf, Tötungsstationen umgehend in Kastrationszentren umzuwandeln. Nur so kann das Leid tausender Hunde langfristig beendet werden.
„Wenn Mut, Mitgefühl und Konsequenz zusammenkommen, können selbst die dunkelsten Orte zum Symbol eines Neuanfangs für Tiere werden“, so Jana Hoger, stellvertretende Projektleiterin von PETA HELPS ROMANIA. „Jedes veröffentlichte Bild und jede aufgedeckte Grausamkeit ist ein Schlag gegen das System, das viel zu lange weggesehen hat. Gemeinsam können wir Veränderung erreichen – damit die Hunde ein geschütztes, respektvolles Leben ohne Angst führen können.“
Die aktuellen Ermittlungen richten sich nicht nur gegen die Betreiber der Einrichtungen, sondern auch gegen Gemeinden, die illegale Verträge über das Einfangen und Töten von Hunden in privaten „Tierheimen“ abgeschlossen haben sollen. Zudem wird gegen veterinärbehördliche Stellen ermittelt, die diese Verträge unterstützt und zuvor erklärt haben sollen, keine Unregelmäßigkeiten festgestellt zu haben. Nach rumänischem Recht ist die Tötung von Hunden in privaten Einrichtungen im Rahmen des sogenannten Straßenhundemanagements verboten. In kommunalen „Tierheimen“ ist sie hingegen weiterhin zulässig: Dort dürfen die Vierbeiner nach 14 Tagen getötet werden. Gelöst wird das „Problem“ mit heimatlosen Hunden auf den Straßen dadurch jedoch nicht.
Bereits im Februar gelangen Bilder aus dem privaten „Tierheim“ des Unternehmens Vetmedan an die Öffentlichkeit. Sie zeigen Hunde, die tagelang ohne Versorgung gehalten und anschließend auf grausame Weise getötet worden – durch den Tierarzt, der das Tierheim betrieb. Die Vetmedan-Einrichtung wurde daraufhin vorübergehend geschlossen; die strafrechtlichen Ermittlungen dauern an.
Öffentliche Gelder finanzieren ein tödliches System
PETA führt in Rumänien gemeinsam mit den Partnern Eduxanima und FNPA Untersuchungen und politische Gespräche mit den zuständigen Behörden durch. Eine umfassende Studie zum Management von Straßenhunden, die erstmals 2021 durchgeführt und im Februar 2026 aktualisiert wurde, zeigt: Zwischen 2001 und 2025 wurden rund 2,758 Millionen Hunde in Rumänien eingefangen. Davon wurden 1,285 Millionen getötet oder starben in Tierheimen an Krankheiten, mangelnder Versorgung oder Hunger. Rund 1,012 Milliarden Euro an öffentlichen Geldern wurden für dieses System ausgegeben.
PETA HELPS ROMANIA: ein karitatives Tierschutzprojekt
Seit 2019 ist die Tierrechtsorganisation mit dem Programm PETA HELPS ROMANIA aktiv in Rumänien tätig. Gemeinsam mit dem lokalen Partner Eduxanima führt die Organisation kostenlose Kastrationsprogramme durch, bietet Bildungsprojekte in Schulen an, leistet medizinische Hilfe für heimatlose Tiere und unterstützt Menschen mit begrenzten finanziellen Mitteln, die verlassene Tiere aufgenommen haben. Gleichzeitig werden die zuständigen Behörden kontinuierlich über illegale Praktiken im Umgang mit Straßenhunden, die Verschwendung öffentlicher Gelder und die in vielen Tierheimen herrschenden inhumanen Bedingungen informiert.

Diese und weitere Bilder können hier heruntergeladen und für die Berichterstattung verwendet werden.
PETAs Motto lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren, sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Form von Diskriminierung, bei der Tiere aufgrund ihrer Artzugehörigkeit abgewertet werden. Der Mensch wird hierbei allen anderen Spezies gegenüber als überlegen angesehen.
