Trophäenjagd in Afrika: PETA fordert Professor der Bonner Universitätsklinik auf, Abstand von dem blutigen Hobby zu nehmen

PETA Logo

Bonn / Stuttgart, 6. August 2015 – Trophäenjagd auch bei Deutschen beliebt: Erst vor wenigen Tagen sorgte der Abschuss des Löwen Cecil in Simbabwe durch einen US-amerikanischen Zahnarzt für einen internationalen Eklat. Doch offensichtlich ist die Trophäenjagd in Afrika in betuchten Kreisen kein Einzelfall – in einem Interview [1] mit dem Kölner Stadt-Anzeiger bekannte sich auch der Mediziner Prof. Dr. med. Christian E. Elger, Direktor der Abteilung für Epileptologie an der Universitätsklinik Bonn, zu diesem verwerflichen „Hobby“. In dem Gespräch gab der Arzt an, selbst Großwild in Afrika gejagt zu haben und beschönigt den Tod eines fühlenden Lebewesens als „großartiges, unglaublich intensives Naturerlebnis“ mit besonderem Nervenkitzel. Die Tierrechtsorganisation PETA Deutschland e.V. hat nun in einem Brief an Prof. Dr. med. Elger appelliert, sich von der Trophäenjagd zu distanzieren.
„Durch seinen Beruf als Mediziner unterliegt Prof. Dr. med. Elger der ethischen Verpflichtung, empfindsame Lebewesen vor Leid und Tod zu bewahren“, so Vanessa Reithinger, Fachreferentin bei PETA Deutschland e.V. „Insbesondere vor diesem Hintergrund ist das Verhalten des Professors, sensible Tiere zum Spaß zu töten und dies noch dazu öffentlich zu verteidigen, ausgesprochen unmoralisch.“
 
Bei der Trophäenjagd geht es den Jägern vornehmlich um die Lust am Töten und darum, sich in heimischen Jägerkreisen mit Trophäen zu brüsten. Insbesondere auf Jagdfarmen dienen die Tiere einigen Menschen, die mehr Geld als Moral besitzen, als lebendige Zielscheibe. Viele Tiere werden von den Hobbyjägern zunächst nur angeschossen, anschließend durch die Wildnis gehetzt und sterben einen langsamen und qualvollen Tod.
Für Trophäenjäger aus der ganzen Welt ist Afrika ein beliebtes Reiseziel, denn nur hier können sie sogar vom Aussterben gefährdete Tierarten wie Elefanten, Löwen und Nashörner töten. PETA fordert auch aus Artenschutzgründen ein Verbot der Trophäenjagd, da diese den illegalen Handel mit Teilen von geschützten Tieren begünstigt. Weil „legale“ Trophäen wie Stoßzähne oder Tierhäute im Umlauf sind, fällt es Artenschützern und Behörden schwer, diese von den illegal gejagten Körperteilen zu unterscheiden. Dem Schmuggel, teilweise mit in afrikanischen Herkunftsländern gefälschten Papieren, ist somit Tür und Tor geöffnet. Des Weiteren begehren Trophäenjäger in der Regel die stärksten und schönsten Tiere. Gerade diese sind aber am wichtigsten für die Arterhaltung, da sie in der Regel für Nachkommen und das Überleben einer Art sorgen. Die Population der Afrikanischen Elefanten und vieler anderer Tierarten wie Löwen, Nashörner oder Leoparden verzeichneten in den letzten Jahren starke Rückgänge. Aus einer wissenschaftlichen Studie über die Jagd auf Löwen in Tansania geht hervor, dass die legale Trophäenjagd – und nicht etwa Wilderei oder der Verlust von Lebensräumen – der Hauptfaktor für den deutlichen Rückgang der Wildtiere ist. [2]
 
[1] http://www.ksta.de/panorama/-sote-interview-christian-elger-grosswild-jagd-,15189504,31351354.html
[2] Packer C., Brink H., Kissui B.M., Maliti H., Kushnir H. & Caro T. (2011): Effects of Trophy Hunting on Lion and Leopard Populations in Tanzania. Conservation Biology. Volume 25, Issue 1, p. 142–153.
 
Weitere Informationen:
PETA.de/Trophäenjagd
 
Kontakt:
Jana Fuhrmann, +49 (0)711 860591-529, [email protected]
 

Kontakt

Kontakt
Kopieren