In insgesamt 24 deutschen Städten zeigen großflächige Plakate Tierkinder – begleitet von der eindringlichen Frage „Am Schlafen oder tot?“. Noch bis zum 30. Juni lenkt PETAs Plakatkampagne die Aufmerksamkeit der Bevölkerung auf das Tierleid in der Ernährungsindustrie. In dieser werden die Tierbabys von ihren Familien getrennt und ihre meist qualgezüchteten Körper für Fleisch, Milch und Eier ausgebeutet. Oftmals werden sie im Alter von nur wenigen Monaten im Schlachthaus getötet. Die Tierrechtsorganisation appelliert mit der Kampagne an alle Menschen, sich für eine vegane Lebensweise zu entscheiden und so den Ausstieg aus der Tierhaltung voranzubringen. Mit ihrem kürzlich veröffentlichten Ausstiegsplan aus der Tierwirtschaft fordert PETA zudem die Verantwortlichen in der Politik auf, diesen schnellstmöglich umzusetzen.
„Die meisten Menschen freuen sich über den Anblick schlafender Tierkinder. Doch in der Tierindustrie werden auch diese aus wirtschaftlichen Gründen ausgebeutet und sterben nicht selten einen langsamen Tod“, so Lisa Kainz, Agrarwissenschaftlerin und Fachreferentin für Tiere in der Ernährungsindustrie bei PETA. „Dabei haben wir es in der Hand: Unser Konsum entscheidet, ob ein Tier friedlich schlafen kann – oder für Fleisch, Milch und Eier ein Leben voller Entbehrungen führen muss und getötet wird.“
Die Plakataktion findet vom 16. bis 30. Juni in den Städten Aachen, Berlin, Bonn, Dortmund, Düsseldorf, Erlangen, Erfurt, Frankfurt am Main, Freiburg, Fürth, Hamburg, Hannover, Jena, Karlsruhe, Kassel, Köln, Leipzig, München, Münster, Nürnberg, Reutlingen, Saarbrücken, Stuttgart und Tübingen statt. Mit der Kampagne erreicht PETA Millionen von Menschen und klärt über das Leid der Tiere in der Ernährungsindustrie auf.
Die Probleme der Tierwirtschaft
Die Tierindustrie verursacht massives Tierleid in Mast- und Zuchtanlagen, auf Transporten und in Schlachtbetrieben. Allein in deutschen Schlachthöfen werden jedes Jahr rund 750 Millionen fühlende Lebewesen getötet. Die tierhaltende Landwirtschaft hat zudem mehr Treibhausgase zur Folge als der gesamte weltweite Verkehrssektor. Hinzu kommt ein rasantes Artensterben, befeuert durch Pestizide und Monokulturen. Zudem beansprucht der Anbau von Tiernahrung enorme landwirtschaftliche Anbauflächen.
PETA präsentiert Ausstiegsplan aus der Tierwirtschaft
Aus Sicht der Organisation bedarf es dringend einer Agrarwende hin zur tierfreien Landwirtschaft, um die Lebensgrundlage künftiger Generationen zu sichern. PETA hat aus diesem Grund Ende Mai 2025 einen Ausstiegsplan aus der Tierwirtschaft veröffentlicht und fordert die Politik damit zum Handeln auf. Die Tierrechtsorganisation zeigt anhand konkreter Schritte, wie der Umstieg auf veganen Ökolandbau gelingen kann – um die Zukunft von Tieren und Menschen zu sichern sowie die Klimakatastrophe abzumildern. Zudem präsentiert der Plan eine Strategie für den Ausstieg aus der landwirtschaftlichen Tierhaltung. Pflanzliche Nahrungsmittel sparen im Vergleich zu tierischen Produkten zahlreiche Ressourcen ein und lassen sich weitaus umweltschonender produzieren. Unterstützung bei der Entwicklung erhielt die Organisation von Martin Müller, dem Gründer der Initiative „landwirtschaft.jetzt“.

Mit der Plakatkampagne macht die Tierrechtsorganisation in 24 Städten auf das Tierleid in der Ernährungsindustrie aufmerksam. / © PETA Deutschland e.V.
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PETAs Motto lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren, sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Form von Diskriminierung, bei der Tiere aufgrund ihrer Artzugehörigkeit abgewertet werden. Der Mensch wird hierbei allen anderen Spezies gegenüber als überlegen angesehen. Daneben wird auch zwischen verschiedenen Tierarten unterschieden: So empfinden viele Menschen Hunde und Katzen als Familienmitglieder und lehnen es ab, sie zu halten, auszubeuten und zu töten wie Schweine, Rinder oder Hühner. Trotzdem betrifft Speziesismus auch sogenannte Haustiere: Sie werden zur menschlichen Unterhaltung benutzt, oftmals unter tierschutzwidrigen Bedingungen (qual-)gezüchtet und wie Ware verkauft. Auch für Tierversuche werden sie missbraucht.
