Tierquäler gesucht: Einem Medienbericht zufolge wurde eine 20-jährige Stute schwer verletzt auf einer Weide in Lügde aufgefunden. Das Pferd wies vor allem an den äußeren Genitalien schwere Schnittverletzungen auf. Laut dem behandelnden Tierarzt sei auszuschließen, dass sich die Stute die Wunden selbst zugefügt hat. Sie wurde operiert und erholt sich nun. Die Polizei bittet um Hinweise und prüft einen Zusammenhang mit vier weiteren Fällen im benachbarten Kreis Höxter. Dort wurden seit Anfang Juni bei vier Pferden Schnittverletzungen entdeckt. In einem Fall waren diese so schwer, dass nur noch das Leid des Pferdes beendet werden konnte.
PETA setzt Belohnung aus
Um den Fall aufzuklären, setzt PETA eine Belohnung in Höhe von 500 Euro für Hinweise aus, die zur rechtskräftigen Verurteilung der tatverantwortlichen Person oder Personen führen. Wer etwas beobachtet oder anderweitig mitbekommen hat, wird gebeten, sich bei der Polizei oder telefonisch unter 0711-8605910 oder per E-Mail bei der Tierrechtsorganisation zu melden – auch anonym.
„Die Gefahr ist groß, dass der oder die Täter wieder zuschlagen. Unsere Belohnung soll zur Aufklärung des Falls beitragen, bevor weitere Tiere verletzt werden“, so Lisa Redegeld, Fachreferentin bei PETA. „Um die überregionale Zusammenarbeit zwischen Behörden zu erleichtern, fordert PETA ein behördliches Register für Anschläge auf Pferde und bereits überführte Tierquäler. Mit einem solchen Schritt könnten Menschen, die Pferde halten, zudem über Gefahrenschwerpunkte informiert und gewarnt werden.“
Tierquälerei ist kein Kavaliersdelikt, sondern eine Straftat nach Paragraf 17 des Tierschutzgesetzes und kann mit einer Geldstrafe oder einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren geahndet werden.
Vorsichtsmaßnahmen – Tipps für Pferdehalter
PETA rät Pferdehaltern zur besonderen Aufmerksamkeit, wenn ein „Pferderipper“ umgeht. Die Tiere sollten nachts nicht ungeschützt auf der Koppel stehen. Lassen sie sich dort nicht ausreichend schützen, sollten die Tiere über Nacht in einer Stallung untergebracht werden, bestenfalls mit Videoüberwachung. Alle Zugänge sollten gesichert und abgesperrt sein. Zudem empfiehlt PETA, Kontrollgänge zu unregelmäßigen Zeiten durchzuführen. Aus Sicherheitsgründen ist es ratsam, dass dabei mindestens zwei Personen anwesend sind und Mobiltelefone bei sich tragen. Verdächtig erscheinende Personen in der Umgebung sollten unbedingt der nächsten Polizeidienststelle gemeldet werden, ebenso wie Personen, die bereits in der Vergangenheit durch ihr Verhalten aufgefallen sind.
Zusammenhang zwischen Gewalttaten an Menschen und Tieren
Fachleute aus der Psychologie und Justiz sind sich mittlerweile einig, dass Vergehen an Tieren vermehrt Aufmerksamkeit verlangen. Aggressionsforscher Christoph Paulus von der Universität des Saarlandes sagt dazu: „Geschätzte 80 bis 90 Prozent aller extremen Gewalttäter haben vorher bereits Tiere gequält.“ [1] Über den Zusammenhang von Tierquälerei und Gewalttaten klärt PETA in der Broschüre „Menschen, die Tiere quälen, belassen es selten dabei“ auf, die als Informationsquelle für Staatsanwaltschaften, die Richterschaft und Polizei sowie Angestellte im sozialen Bereich dient.
PETA setzt regelmäßig Belohnungen in Fällen von misshandelten oder ausgesetzten Tieren aus, um bei der Ermittlung der Verantwortlichen zu helfen.
PETAs Motto lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren, sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Form von Diskriminierung, bei der Tiere aufgrund ihrer Artzugehörigkeit abgewertet werden. Der Mensch wird hierbei allen anderen Spezies gegenüber als überlegen angesehen.
