Ein Jahr nach den Paviantötungen: PETA Streetteam gedenkt der Opfer und protestiert gegen das Töten sogenannter Überschusstiere

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Mit einem Sarg, Grabkerzen und Kreuzen gedenkt das freiwillige PETA Streetteam am Samstag vor dem Tiergarten Nürnberg der zwölf Guinea-Paviane, die dort am 29. Juli 2025 getötet wurden. Laut Angaben des Zoos habe die Tötung der „Bestandsregulierung“ gedient, da das Gehege für die dort gehaltenen Primaten zu klein gewesen sei. Seither wurden im Tiergarten trotz „Platzmangel“ weitere Jungtiere geboren. [1] Die Aktiven fordern, die Zucht und Haltung von Pavianen im Zoo zu beenden, und mahnen, dass die „Überschusstötungen“ nicht ungeahndet bleiben dürfen.

Details zur Aktion:

Datum: Samstag, 1. August 2026
Uhrzeit: 12:30 bis 15:30 Uhr
Ort: Am Tiergarten 30, 90480 Nürnberg
Demoaufbau: Mit einem Sarg, Grabkerzen, Kreuzen sowie einem Affenplüschtier gedenken die Aktiven der getöteten Paviane und fordern: „Tiere raus aus Zoos!“
Kontakt vor Ort: Marie-Luise Vogel (Den telefonischen Kontakt stellen wir auf Anfrage gerne her.)

„Die Paviane von Nürnberg sind zum Symbol für ein System geworden, das Tiere vermehrt, gefangen hält, ausstellt und tötet, wenn sie als ‚Überschuss‘ gelten. Ein Jahr später stehen wir hier, um an die Paviane zu erinnern und deutlich zu machen: Wer Zoos besucht, trägt dazu bei, dass fühlende Lebewesen wie austauschbare Objekte behandelt werden“, so Streetteam-Leitung Marie-Luise Vogel. „Das Züchten und Töten von Tieren ist ein von Zoos selbst geschaffener Teufelskreis. Er lässt sich nur durch Zuchtstopps und die Schließung von Zoos durchbrechen.“

Weiterer Paviannachwuchs trotz „Platzmangel“-Tötungen

Nach den Paviantötungen im Juli 2025 wurden neun weitere Babys geboren, von denen sieben starben. [1] Dies bestätigt den Vorwurf der Tierrechtsorganisation, dass zoologische Einrichtungen unter dem Vorwand des Artenschutzes und ungeachtet mangelnder Haltungskapazitäten immer wieder Tiere züchten. Viele der Nachkommen werden – oftmals unbemerkt von der Öffentlichkeit – als sogenannter Überschuss getötet; im Nürnberger Zoo nach eigenen Angaben bis zu 140 Tiere pro Jahr. In den vergangenen Jahren betraf dies auch gefährdete und vom Aussterben bedrohte Arten, darunter Prinz-Alfred-Hirsche, Mähnenspringer und Mendesantilopen.

Ein Beitrag zum Artenschutz wird nicht geleistet, denn die meisten in deutschen Zoos geborenen Tiere werden nie ausgewildert. Nach Angaben des Tiergartens war dies auch für die zwölf im Juli 2025 getöteten Guinea-Paviane nicht möglich. Die Tierrechtsorganisation sieht in den Paviantötungen den Versuch, einen Präzedenzfall zu schaffen. Ziel sei es, dieses Vorgehen salonfähig zu machen und später auf weitere Tierarten auszuweiten. Nach Einschätzung von PETA versuchen Zoos und insbesondere der Nürnberger Tiergartendirektor Dag Encke seit Jahren, das Töten sogenannter Überschusstiere zu normalisieren.

PETAs Motto lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren, sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Form von Diskriminierung, bei der Tiere aufgrund ihrer Artzugehörigkeit abgewertet werden. Der Mensch wird hierbei allen anderen Spezies gegenüber als überlegen angesehen.

Quellen

[1] Klauss, Frank (2026): 7 Pavianbabys tot! Neue Vorwürfe um Nürnberger Zoo. Online abrufbar unter: https://www.bild.de/regional/nuernberg/nach-pavian-erschiessung-7-pavianbabys-tot-vorwuerfe-um-nuernberger-zoo-6a5a1e39c722326276499860. (20.07.2026).

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