Einem Medienbericht zufolge kam es am Sonntagmittag in Rommerskirchen zu einem schweren Unfall mit einer Pferdekutsche. Das Pferd soll zwischen der Straße Am Frohnhof und der Dorfstraße aus bislang unbekannter Ursache plötzlich losgerannt sein. Die Kutsche sei daraufhin zur Seite gekippt, wodurch der 27-jährige Kutscher eingeklemmt und mehrere Hundert Meter mitgeschleift worden sei. Außerdem soll das Gespann mit einem geparkten Auto und einem Anhänger kollidiert sein. Der Mann wurde schwer verletzt und mit einem Rettungshubschrauber in eine Klinik gebracht. Das Pferd blieb unverletzt und konnte von Ersthelfern eingefangen werden. Angesichts dieses Vorfalls forderte PETA Landrätin Katharina Reinhold heute auf, ein Verbot von Pferdekutschen im Rhein-Kreis Neuss einzuführen.
„Pferde sind Fluchttiere. Erschrecken sie, geraten sie oft in Panik und sind kaum noch zu bremsen. Immer wieder passieren deshalb schwere Unfälle, teils mit tödlichem Ausgang. Hinzu kommt, dass die Gespanne weder über sichere Bremssysteme noch über Airbags oder eine Knautschzone verfügen“, so Jana Hoger, Fachreferentin bei PETA. „Solche Unfälle verdeutlichen, dass Pferdekutschen ein erhebliches Risiko für Mensch und Tier darstellen. Die einzig wirksame Lösung ist deshalb ein Verbot von Kutschfahrten.“
39 Unfälle bei Kutschfahrten im Jahr 2025
Jährlich ereignen sich Dutzende Unfälle mit von Pferden gezogenen Kutschen. Im Jahr 2025 wurden bei insgesamt 39 Kutschunfällen in Deutschland mindestens 58 Menschen verletzt, viele von ihnen schwer. Vier Pferde starben, mindestens acht weitere erlitten Verletzungen. Die mit Abstand häufigste Unfallursache war das Erschrecken eines oder mehrerer Pferde. 2024 gab es mindestens 38 Kutschunfälle.
Rothenburg ob der Tauber beschloss 2010 nach einem schweren Pferdekutschenunfall ein Kutschverbot im Innenstadtbereich, das der Bayerische Verwaltungsgerichtshof bestätigte.
Tiergerechte Lebensweise wird Pferden vor Kutschen verwehrt
PETA setzt sich für ein Verbot von Pferdekutschen ein. Die sensiblen und sozialen Lauftiere möchten in einer Herde leben. Sie benötigen gute Nahrung und stets frisches Wasser, Pflege und medizinische Versorgung. Selbstverständlich sollten natürliches Sonnenlicht und frische Luft zur Verfügung stehen. Wenn diese essenziellen Haltungsvoraussetzungen nicht oder nur unzureichend gegeben sind, führt das auf Dauer zu seelischem Leid und körperlichen Beeinträchtigungen. Ein Pferd in guter Haltung kann 35 Lebensjahre und mehr erreichen.

Das druckfähige Motiv steht hier zum Download zur Verfügung.
PETAs Motto lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren, sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Form von Diskriminierung, bei der Tiere aufgrund ihrer Artzugehörigkeit abgewertet werden. Der Mensch wird hierbei allen anderen Spezies gegenüber als überlegen angesehen.