Frischkäse mit Beigeschmack: PETA-Bildmaterial zeigt Kühe im eigenen Kot stehend in mutmaßlichem Milchzulieferbetrieb von „Exquisa“ im Landkreis Starnberg

Kühe in einem tristen Stall

Ende September erhielt PETA eine anonyme Meldung mit Fotos, die Kühe in einem unhygienischen und tristen Stall im Landkreis Starnberg zeigen. In dem mutmaßlichen Zulieferbetrieb der Firma Karwendel, die unter anderem den Streichkäse „Exquisa“ herstellen lässt, sollen Kühe in ihren eigenen Ausscheidungen stehen und liegen müssen. Auf die Bitte hin, den Milchbetrieb umgehend zu kontrollieren, hat das Veterinäramt Starnberg PETA gegenüber seit Anfang Oktober noch nicht reagiert. Karwendel hingegen lehnt eine Stellungnahme zu den vorliegenden Aufnahmen und den darauf erkennbaren Haltungsbedingungen ab. Tierische Produkte sind immer mit Ausbeutung und Leid verbunden, unabhängig von beschönigenden Werbeversprechen. Konsumentinnen und Konsumenten rät PETA, auf pflanzliche Alternativen umzusteigen.

„Die Darstellung der Milchindustrie seitens der Unternehmen könnte von der Realität der Tiere nicht weiter entfernt sein. Kühe werden wie Milchmaschinen in kargen Ställen geparkt und nach Produktivitätseinbußen ausgetauscht“, so Julia Weibel, Fachreferentin für Tiere in der Ernährungsindustrie. „Nur die wenigsten von ihnen haben regelmäßigen Zugang zu einem Außenbereich, gar zu einer Weide. Wer die Milchlüge und die Augenwischerei der Industrie nicht unterstützen will, ernährt sich rein pflanzlich.“

Der Whistleblower-Meldung zufolge würden die Fäkalien im Stall nicht in den erforderlichen Abständen entfernt. Auch sei dort nur wenig Tageslichteinfall. Zudem soll keine Kühlung vorhanden sein. Dadurch hätten die Tiere in den vergangenen Sommermonaten zusätzlich gelitten. PETAs Ersuchen um Stellungnahme beantwortete das Unternehmen ausweichend. Mit dem Einwand, dass „die Herkunft der Bilder nicht nachvollziehbar“ sei, verwies es auf „regelmäßige Kontrollen im Rahmen der Qualitätssicherung und Schulungsmöglichkeiten für die Lieferanten“.

Kühe in einem tristen Stall

Dieses und ein weiteres Foto können hier heruntergeladen und für die Berichterstattung verwendet werden.

Das Leid der Kühe in der Milchindustrie

Grüne Wiesen, saubere Kühe, glückliche Bauern in der Werbung und auf Webseiten von Herstellern von Milchprodukten entsprechen nicht der Realität: Die meisten Kühe werden ganzjährig im Stall gehalten [1], jede dritte Kuh in Deutschland leidet an Lahmheit [2], und Milchbauern unterliegen meist einem Preisdiktat des Handels und können ihre Kosten nur schwer decken.

In der landwirtschaftlichen Tierhaltung werden Kühe immer wieder zwangsbefruchtet, um den Milchfluss konstant hoch zu halten. Genau wie menschliche Mütter sind sie neun Monate lang schwanger und geben nur Milch, nachdem sie ein Kind zur Welt gebracht haben. Sie kümmern sich liebevoll um ihren Nachwuchs und haben eine enge Bindung zueinander, die ein Leben lang bestehen kann. In der landwirtschaftlichen Tierhaltung wird ihnen dieses natürliche Bedürfnis jedoch verwehrt. Das Neugeborene wird Kuhmüttern bereits kurz nach der Geburt entrissen. Oft schreien die beiden tagelang nacheinander. Genau wie die Mutter endet das Kalb, sofern es die Strapazen überlebt, im Schlachthaus, meist verbunden mit einer qualvollen Mast und einem langen Transport.

PETA präsentiert Ausstiegsplan aus der Tierwirtschaft

Die tierhaltende Landwirtschaft tötet jedes Jahr allein in Deutschland rund 750 Millionen fühlende Lebewesen und gehört zu den ressourcenintensivsten und umweltschädlichsten Wirtschaftszweigen unserer Zeit. [3] Es braucht eine Agrarwende hin zur tierfreien Landwirtschaft, um die Folgen der Klimakatastrophe zu mindern. PETA hat 2025 einen Ausstiegsplan aus der Tierwirtschaft veröffentlicht und fordert die Politik damit zum Handeln auf. Die Tierrechtsorganisation zeigt darin, wie der Umstieg auf veganen Ökolandbau gelingen kann. Zudem präsentiert der Plan eine Strategie für den Ausstieg aus der landwirtschaftlichen Tierhaltung. Pflanzliche Nahrungsmittel sparen im Vergleich zu Produkten tierischen Ursprungs zahlreiche Ressourcen ein und können weitaus umweltschonender hergestellt werden.

PETAs Motto lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren, sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Form von Diskriminierung, bei der Tiere aufgrund ihrer Artzugehörigkeit abgewertet werden. Der Mensch wird hierbei allen anderen Spezies gegenüber als überlegen angesehen.

Quellen

[1] BMEL-Statistik: Rinderhaltung. Online abrufbar unter: https://www.bmel-statistik.de/landwirtschaft/tierhaltung/rinderhaltung (14.10.2026).
[2] Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung IGD: Intelligente Lahmheitserkennung bei Kühen. Online abrufbar unter: https://www.igd.fraunhofer.de/de/forschung/oeffentliche-projekte/biooekonomie/intelligente-lahmheitserkennung-bei-kuehen.html (14.10.2026).
[3] Shepon et al. (2018): The opportunity cost of animal based diets exceeds all food losses. Online abrufbar unter: https://www.pnas.org/doi/10.1073/pnas.1713820115 (09.07.2025).

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