Extrembelastungen: Morgen sollen auf der Rennbahn in Mannheim ab 15:30 Uhr sechs Pferderennen stattfinden. Angesichts der hohen erwarteten Temperaturen von 37 Grad appellierte PETA heute an das zuständige Veterinäramt Mannheim sowie den Veranstalter, den Badischen Rennverein, die geplanten Rennen zu untersagen, beziehungsweise abzusagen. Die Hitze kann bei Pferden zu massiven Kreislaufbelastungen, einem Hitzschlag und somit auch zum Tod führen. Sie überhitzen bis zu zehn Mal schneller als Menschen [1]. Zudem werden die Tiere bei der tierschutzwidrigen Veranstaltung regelmäßig mit der Gerte zu unnatürlichen Höchstleistungen gezwungen, die mit einem erhöhten Sturz- und Verletzungsrisiko einhergehen. In einem Erhebungszeitraum zwischen 2015 und 2019 starben auf deutschen Rennbahnen mindestens 50 Pferde, darunter fünf Tiere in Mannheim. PETA fordert ein Ende der Ausbeutung von sogenannten Rennpferden.
„Wenn dem Veterinäramt und dem Veranstalter das Tierwohl etwas bedeutet, muss die Veranstaltung abgesagt werden“, so Peter Höffken, Fachreferent bei PETA. „Eine Durchführung bei diesen Extremtemperaturen wäre skrupellos und würde einmal mehr unter Beweis stellen, dass es bei den Rennen ausschließlich um wirtschaftliche Interessen geht. Die Tiere werden oft hart mit der Gerte angetrieben, bei diesen Temperaturen ist dies lebensgefährlich.“
Branche nimmt Lungenblutungen, Herzverletzungen und Magengeschwüre billigend in Kauf
Für den „Rennsport“ werden Pferde gezwungen, Risiken einzugehen, die sie freiwillig niemals auf sich nehmen würden. Die Überlastung führt häufig zu Stürzen mit Brüchen oder zu Aortenabrissen, bei denen die Hauptschlagader des Herzens reißt und das Tier innerhalb kurzer Zeit stirbt. Experten zufolge weisen zudem 90 Prozent der bei Rennen eingesetzten Pferde aufgrund des großen psychischen Stresses Magengeschwüre auf. Laut den Rennprotokollen haben viele Tiere kurz nach einem Rennen blutige Nüstern. Entgegen der Aussage der Branchenvertreter handelt es sich hierbei jedoch nicht um Nasenbluten, sondern laut Dr. Maximilian Pick, Gutachter und ehemaliger Fachtierarzt für Pferde, üblicherweise um Blutungen aus der Lunge. [2]
Millionengeschäft auf Kosten der Pferde
Häufig werden in der millionenschweren Branche schon zwei- oder dreijährige Pferde an den Start geschickt, obwohl sie sich noch im Wachstum befinden. Da der Bewegungsapparat der jungen Tiere noch nicht vollständig ausgebildet ist, sind Sehnenschäden und Knochenbrüche keine Seltenheit. Die Pferde werden nicht nur bei den Rennen selbst, sondern auch während der Trainings überlastet. So sind etwa bei Galopprennen rund 80 Prozent der Trainingsausfälle auf Lahmheit zurückzuführen.
PETAs Motto lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren, sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Form von Diskriminierung, bei der Tiere aufgrund ihrer Artzugehörigkeit abgewertet werden. Der Mensch wird hierbei allen anderen Spezies gegenüber als überlegen angesehen.
