Grausam getötete Katzenbabys bei Bad Bodenteich: nur „geringe Schuld“? PETA wendet sich an Generalstaatsanwaltschaft Celle und Justizministerium

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Im September stellte die Staatsanwaltschaft Lüneburg das Ermittlungsverfahren gegen einen 39-jährigen Mann ein, der im Juli bei Bad Bodenteich mindestens zwei Katzenbabys in Schraubgläsern erstickte. Die Begründung laut Medienberichten: Die Schuld sei als gering einzustufen, es bestehe kein öffentliches Interesse an der Verfolgung der Tat, und es gebe keine Wiederholungsgefahr bei dem „einsichtigen“ Mann. PETA hat sich gestern an die Generalstaatsanwaltschaft Celle sowie an das Niedersächsische Justizministerium gewandt und fordert eine Wiederaufnahme der Ermittlungen. Die Tierrechtsorganisation legte dar, dass eine Einstufung der Schuld als gering aufgrund der Schwere der Tat auszuschließen ist, und dass eine Online-Petition mit über 100.000 Unterschriften sowie zahlreiche Medienartikel großes öffentliches Interesse unter Beweis stellen. Zudem wurde vom örtlichen Tierschutz angegeben, dass es Zeugen gebe, die frühere Taten mitbekommen hätten. Daher könnte es sich um einen Wiederholungstäter handeln. PETA fordert bei ausreichender Beweislast eine Anklageerhebung gegen den Tierquäler.

„Es wäre ein verheerendes Signal für den Tierschutz in Deutschland, wenn es bei der Verfahrenseinstellung bleibt“, so Rafael Cortes, Justiziar bei PETA. „Das Vertrauen in das Rechtssystem würde dadurch erschüttert, und einige Menschen könnten annehmen, bei schwerer Tierquälerei ebenfalls straffrei davonzukommen. Die Generalstaatsanwaltschaft und das Justizministerium müssen unbedingt einschreiten.“

Zusammenhang zwischen Gewalttaten an Menschen und Tieren

Tierquälerei ist kein Kavaliersdelikt, sondern eine Straftat nach Paragraf 17 des Tierschutzgesetzes und kann mit einer Geldstrafe oder einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren geahndet werden.
Fachleute aus Psychologie und Justiz sind sich mittlerweile einig, dass Vergehen an Tieren vermehrt Aufmerksamkeit verlangen. Aggressionsforscher Christoph Paulus von der Universität des Saarlandes sagt dazu: „Geschätzte 80 bis 90 Prozent aller extremen Gewalttäter haben vorher bereits Tiere gequält.“ [1] Über den Zusammenhang von Tierquälerei und Gewalttaten klärt PETA in der Broschüre „Menschen, die Tiere quälen, belassen es selten dabei“ auf, die als Informationsquelle für Staatsanwaltschaften, die Richterschaft und Polizei sowie Angestellte im sozialen Bereich dient.

PETAs Motto lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren, sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Form von Diskriminierung, bei der Tiere aufgrund ihrer Artzugehörigkeit abgewertet werden. Der Mensch wird hierbei allen anderen Spezies gegenüber als überlegen angesehen.

Quellen

[1] PETA Deutschland e.V. (2018): Menschen, die Tiere quälen, belassen es selten dabei. https://www.peta.de/wp-content/uploads/2020/11/Broschuere-A5-Menschen_die-Tiere-quaelen-2019-04-print24.pdf

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