Hubertusmesse in Wiesenthal: PETA kritisiert kirchlichen Segen für Jägerinnen und Jäger

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Töten mit kirchlichem Segen: Am Freitag, dem 31. Oktober, findet in der Jakobuskirche in Wiesenthal eine Hubertusmesse statt. PETA kritisiert die Veranstaltung und die Verantwortlichen der Ev.-Luth. Kirchengemeinde scharf. Hubertusmessen finden jährlich statt, um an den Heiligen Hubertus von Lüttich zu erinnern, und werden meist von Jägerinnen und Jägern organisiert und besucht. Die vermeintliche Legitimation der Jagd durch die Messe ist PETAs Ansicht nach nicht mit der christlichen Ethik vereinbar, das Leben zu achten. Zudem sind Hubertusmessen oft der Auftakt zu grausamen Drückjagden. Dabei ziehen Hobbyjägerinnen und Hobbyjäger vor allem im Herbst und Winter durch die Wälder, um Tiere zu hetzen und zu töten. Die Tierrechtsorganisation appelliert nun an die Kirchenverantwortlichen, sich künftig von diesen gewaltverherrlichenden Messen zu distanzieren.

„Einen Gottesdienst zu veranstalten, der Jagdausübenden symbolisch den Segen für das sinnlose Töten wehrloser Mitgeschöpfe gibt, sendet ein völlig falsches Signal“, kritisiert Peter Höffken, Fachreferent bei PETA. „Kirchen sollten für die Bewahrung der Schöpfung eintreten, nicht für ihre Zerstörung. Die Hubertusmesse ignoriert, dass der heilige Hubertus vom Jäger zum überzeugten Jagdgegner wurde. Wir rufen die Verantwortlichen der Kirchengemeinde auf, sich mit der Grausamkeit und Sinnlosigkeit der Jagd auseinanderzusetzen.“

Tierleid bei Drückjagden

Laut der Tierärztlichen Vereinigung für Tierschutz sterben bei Drückjagden bis zu zwei Drittel der Wildtiere nicht sofort. [1] Mit zerschossenen Knochen und heraushängenden Körperteilen schleppen sie sich davon, leiden oft tagelang unter starken Schmerzen und sterben qualvoll, wenn sie bei der sogenannten Nachsuche nicht gefunden werden.

Der Heilige Hubertus entsagte der Jagd

Überlieferungen zufolge offenbarte sich Gott dem im Jahr 655 in Toulouse geborenen Hubertus während einer Jagd in der Gestalt eines Hirsches. Tief von dieser Begegnung bewegt, entsagte Hubertus der Jagd. Er wurde in Rom zum Bischof geweiht und starb 727 als Heiliger Hubertus von Lüttich. Das Christentum ist eine Religion der Ethik, die für Barmherzigkeit, Achtung vor dem Leben und Nächstenliebe eintritt.

Jagd ist unnötig, kontraproduktiv und grausam

Anerkannte Fachleute sind sich einig, dass aus ökologischer Sicht keine Notwendigkeit für die Jagd besteht. Dem renommierten Biologen Prof. Dr. Josef Reichholf zufolge findet eine natürliche Regulation der im Wald wohnenden Tierpopulationen durch Umwelteinflüsse wie Witterung, Nahrungsverfügbarkeit oder Krankheiten statt. [2] Der Kanton Genf, in dem die Hobbyjagd seit über 40 Jahren verboten ist, ist nur ein Beispiel dafür. Hier reguliert sich die Natur in erster Linie selbst. Das Resultat sind eine hohe Artenvielfalt und gesunde, stabile Wildtierpopulationen. Der Biologe Dr. Karl-Heinz Loske sieht in der Jagd lediglich ein überflüssiges Hobby, das die Lust der Jagdausübenden, Tiere zu töten, befriedigt. Als er in jungen Jahren einen Jagdschein machte, wurde ihm schnell klar, dass dies nichts mit Natur- und Artenschutz gemein hat. Heute ist Dr. Loske ein anerkannter Experte für Landschaftsökologie, für den die Jagd weder aus ökologischer noch aus moralischer Sicht zu verantworten ist. [3]

PETAs Motto lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren, sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Form von Diskriminierung, bei der Tiere aufgrund ihrer Artzugehörigkeit abgewertet werden. Der Mensch wird hierbei allen anderen Spezies gegenüber als überlegen angesehen.

Quellen

[1] Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz (2010): Tierschutz und Bewegungsjagden. Stellungnahme der Tierärztlichen Vereinigung für Tierschutz (TVT). Arbeitskreis Wildtiere und Jagd (AK 6).
[2] Reichholf, J. H.: Die Wahrheit über die Jagd – Evolutionsbiologe Prof. Josef Helmut Reichholf widerlegt Jägerlügen. TV-Dokumentation SWR BW. (15.05.2014).
[3] Loske, K. (2016): Das Wider der Jagd. TV-Beitrag WDR.

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