Illegaler Katzenhandel in Berlin aufgedeckt: PETA-Ermittlerin findet 22 Katzen in verwahrloster Wohnung  

Illegale Katzenzucht, Katzenmama mit Kitten

PETA wurde über einen Hinweis auf eine Anzeige auf dem Internetportal “deine-tierwelt.de” aufmerksam, in der zahlreiche Katzenbabys unterschiedlichen Alters angeboten wurden. Eine PETA-Ermittlerin vereinbarte vergangenen Sonntag ein Treffen mit der Händlerin. Vor Ort zeigte sich ein grausames Bild: 22 Katzen, einige von ihnen stark verängstigt, wurden in einer Wohnung in Berlin-Hellersdorf gehalten – ein Großteil von ihnen in einem kleinen, stark nach Ammoniak riechenden Raum. Offenbar war der Laminatboden so sehr vom Urin aufgeweicht, dass sich dieser bereits teilweise löste. Die Wände waren voller Kratzspuren. Laut Händlerin würden die Katzen nur alle zwei Tage versorgt werden, sie selbst lebe nicht in der Wohnung. Wegen der Zustände und dem Leid der Tiere hat die Tierrechtsorganisation am Abend der Kontrolle versucht, die Katzen mit Hilfe der Polizei aus der Haltung zu befreien. Die Frau verbarrikadierte sich jedoch in der Wohnung. Der Fall wurde der zuständigen Veterinärbehörde übergeben.

„Dieser Fall zeigt einmal mehr, wie sehr der illegale Handel mit Katzenbabys in Berlin floriert. Über 16.300 Kitten werden derzeit allein auf den größten Onlineplattformen angeboten. Das Leid der Katzen in dieser Haltung ist immens. Ihnen muss schnellstmöglich geholfen werden“, so Jana Hoger, Fachreferentin für Tierische Mitbewohner bei PETA. „Wie in so vielen Fällen von illegalem Tierhandel, spielt auch hier das Leben der Tiere keine Rolle. Es geht lediglich darum, so viel Geld wie möglich mit dem Verkauf der Tiere zu machen. Wir danken der Polizei für ihr Engagement und hoffen, dass den Katzen nun schnell geholfen werden kann.“

Illegale Katzenzucht, Katzenmama mit Kitten

In einer Berliner Wohnung werden Katzen unter traurigen Bedingungen gehalten, um sie über Onlineportalen zu verkaufen. / © PETA Deutschland e.V.

Die Bilder können hier heruntergeladen werden.

Aufgrund der Anzahl der Tiere geht PETA davon aus, dass es sich nicht um eine private Zucht handelt, sondern der Handel gewerbliche Ausmaße angenommen hat. In der Wohnung befanden sich zudem Regale mit Medikamenten, mit denen die Katzen vermutlich behandelt wurden.

Der Tierschutzeinsatz wurde von einem Fernsehteam des ZDF begleitet und ist in Kürze bei “Hallo Deutschland” zu sehen.

Hintergrundinformationen

Der Handel mit Jungtieren im Internet boomt. Nach der Kontaktaufnahme über Onlineportale werden die Tiere meist auf öffentlichen Plätzen, an Haustüren, in Wohnzimmern oder auf Bahnhöfen an ihre neuen Halter verkauft – meist mit gefälschten Heimtierausweisen oder ohne Papiere. Häufig kommen die Tierkinder aus Osteuropa. In Berlin werden regelmäßig Kitten verkauft, die illegal aus Polen importiert wurden. Die Recherche macht abermals deutlich, dass der Profit alles ist, was beim Handel mit der „Ware Tier“ zählt. Aufgrund dieser und anderer Recherchen appelliert PETA daher an alle Menschen, Lebewesen niemals im Internet zu kaufen. PETA fordert darüber hinaus ein generelles Tierverkaufsverbot im Internet und bittet Tierfreunde, Vierbeiner grundsätzlich aus lokalen Tierheimen zu adoptieren.

Um illegalen Welpenhandel zu stoppen, bietet die Tierrechtsorganisation ein Online-Meldeformular an. Verdachtsfälle können unter PETA.de/Illegalen-Welpenhandel-melden gemeldet werden.

PETAs Motto lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren, sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Form von Diskriminierung, bei der Tiere aufgrund ihrer Artzugehörigkeit abgewertet werden. Der Mensch wird hierbei allen anderen Spezies gegenüber als überlegen angesehen.

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