Die Polizei deckte laut Medienbericht am vergangenen Freitag einen illegalen Welpentransport auf der A3 bei Gremsdorf auf. Bei der Kontrolle eines Autos an der Anschlussstelle Höchstadt-Ost fanden die Beamten zwei ungesicherte Kartons mit jeweils zwei Hundebabys im Alter von sieben Wochen. Laut Angaben des 25-jährigen Fahrers sollten sie von Rumänien in die Niederlande transportiert werden. Die Tiere waren zu jung für den Transport, hatten keine Heimtierausweise und waren nicht ausreichend geimpft. Zur ärztlichen Erstversorgung wurden sie in die Tierklinik Nürnberg gebracht. Gegen den Fahrer wurde ein Strafverfahren wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz eingeleitet. PETA warnt vor kriminellen Händlern im Internet und fordert die Bundesregierung auf, den Onlinehandel mit Lebewesen zu verbieten.
„Die Hundebabys wurden viel zu früh von ihrer Mutter getrennt und für den Profit solchen Strapazen ausgesetzt. Das kann lebensbedrohlich sein“, so Monic Moll, Fachreferentin bei PETA. „Der illegale Welpenhandel läuft ungebremst weiter, Händler verdienen am Leid hilfloser Tierkinder. Allein auf den größten Internetplattformen werden derzeit etwa 20.000 Welpen zum Verkauf angeboten – viele davon werden illegal nach Deutschland oder in andere Länder gebracht. Das EU-Parlament schätzt, dass pro Jahr über 500.000 Welpen innerhalb der EU gehandelt werden.“
Wien setzt Zeichen gegen Welpenhandel: Strafen auch für Käufer illegal gehandelter Tiere
In Wien gilt seit der letzten Tierschutzgesetznovelle, dass auch der Kauf von Welpen aus illegalem Handel unter Strafe gestellt wird. Käufer von illegal gehandelten Tieren müssen mit Strafen von bis zu 3.750 Euro rechnen. PETA appelliert an die deutsche Bundesregierung, diesem Beispiel zu folgen, denn nur so lässt sich das Tierleid effektiv beenden.
Welpenhandel ist kein Einzelfall
Auf Internetportalen verlangen Händler für die Welpen häufig mehrere Tausend Euro. Nach der Kontaktaufnahme werden die Tiere oft mit gefälschten Heimtierausweisen an ihre neuen Halter verkauft. Häufig kommen die Hundekinder aus Osteuropa. Dort harren Hundemütter auf „Welpenfarmen“ tagtäglich, teils ohne Tageslicht, in engen Käfigen und in ihren eigenen Fäkalien aus. Viele von ihnen leiden an schmerzhaften Hautkrankheiten. Die Mütter werden in ihrem kurzen Leben in dieser Branche nur für einen Zweck missbraucht: immer wieder Welpen zu gebären. Sind sie für die Züchter nicht mehr „produktiv“ genug oder zu alt, werden sie in der Regel getötet oder ausgesetzt. Ihre im Internet angebotenen Kinder sind oftmals schwer krank, voller Würmer und Parasiten und haben keinen Impfschutz. Die Transporte aus fernen Ländern nach Deutschland schwächen die Tiere zusätzlich.
Um PETA bei der Aufdeckung von illegalem Welpenhandel zu unterstützen, können Verdachtsfälle direkt über die Welpenhandel-Meldeseite der Tierrechtsorganisation gemeldet werden.
PETAs Motto lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren, sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Form von Diskriminierung, bei der Tiere aufgrund ihrer Artzugehörigkeit abgewertet werden. Der Mensch wird hierbei allen anderen Spezies gegenüber als überlegen angesehen.
