„Jedes Tier hat Gefühle“ – außer sie landen auf dem Teller: PETA verleiht Negativpreis „Speziesismus des Monats“ an Schäfer’s Ferienhof Michaelsberg

Die einen werden gegessen, die anderen gestreichelt: Auf seiner Speisekarte bietet Schäfer’s Ferienhof Michaelsberg in Gundelsheim in der Rubrik „Für unsere kleinen Gäste“ unter anderem „Schmorbraten“ und „Hähnchenschnitzel“ an. Direkt darunter werden die Kinder zum Besuch des hofeigenen „Streichelzoos“ eingeladen. Illustriert wird dieser Bereich mit niedlichen Zeichnungen von Huhn, Schwein und Co. Mit dieser Gegenüberstellung werden aus Sicht der Organisation speziesistische Denkmuster gefördert, nach denen die Gefühle einiger Tiere geachtet werden sollen, andere Tiere aber auf dem Teller landen. Hierfür verleiht PETA Schäfer’s Ferienhof Michaelsberg den Negativpreis „Speziesismus des Monats“ im Mai. Speziesismus ist die Diskriminierung von Lebewesen aufgrund ihrer Artzugehörigkeit.

„Auch eine Familienidylle mit Bio-Siegel kann den speziesistischen Umgang mit fühlenden Lebewesen nicht verschleiern. Auf dem Michaelsberg sollen die kleinen Gäste erst ‚Angusrind‘ essen und dann im ‚Streichelzoo‘ die Gefühle von Ziegen und anderen Tieren beachten. Dabei wäre es wichtig, gerade Kindern einen wirklich empathischen Umgang mit allen Tieren zu vermitteln. Denn auch Rinder, Schweine oder Hühner wollen leben und nicht auf einem Teller landen“, so Julia Weibel, Fachreferentin für Tiere in der Ernährungsindustrie bei PETA.

Mitgefühl endet auf der Speisekarte

Auf der Website des Ferienhofs heißt es über den sogenannten Streichelzoo: „Jedes Tier hat Gefühle und möchte entsprechend behandelt werden.“ Gleichzeitig serviert das hofeigene Restaurant die Körperteile von Rindern und Hühnern. Für PETA ist das ein grundlegender Widerspruch. Denn auch die Tiere, die als „Schmorbraten“ oder „Schnitzel“ auf dem Teller landen, sind fühlende Lebewesen mit eigenen Bedürfnissen. Während die Gäste auf dem Michaelsberg dazu angehalten werden die Gefühle der Tiere zu achten, wird ihnen zugleich vermittelt, dass einige Tiere getötet und gegessen werden dürfen. Damit wird die speziesistische Denkweise gefördert, dass nicht allein die Empfindungsfähigkeit eines Lebewesens zählt, sondern seine Zugehörigkeit zu einer bestimmten Tierart.

Zudem bedeuten „Streichelzoos“ für die dort gehaltenen Tiere häufig Stress durch ständigen Kontakt mit fremden Menschen, oftmals Lärm und mangelnde Rückzugsmöglichkeiten. Auch vermitteln solche Einrichtungen, Tiere würden der Unterhaltung dienen.

PETAs Negativpreis „Speziesismus des Monats“

PETA zeichnet monatlich Personen, Unternehmen oder Produkte mit dem Negativpreis „Speziesismus des Monats“ aus, die sich als besonders speziesistisch und tierfeindlich gezeigt haben. Nach einem Jahr wird für den skandalösesten Fall unter den bisherigen „Gewinnern“ der Titel „Speziesismus des Jahres“ verliehen, der in einer öffentlichen Abstimmung ermittelt wird. So hatte das Hotel „Zum Eichsfelder Fleischer“ kürzlich den Titel für 2025 erhalten. PETA möchte mit dem Preis die Gesellschaft für das Thema Speziesismus sensibilisieren und zum kritischen Reflektieren, Umdenken und tierfreundlichen Handeln anregen. Denn speziesistisches Denken schafft die Grundlage dafür, dass Tiere für menschliche Zwecke wie selbstverständlich benutzt, gequält und getötet werden.

Speziesismus – die Diskriminierung anderer Arten

Speziesismus beschreibt die Abwertung empfindungsfähiger Tiere aufgrund ihrer Artzugehörigkeit. Der Mensch wird hierbei allen anderen Spezies gegenüber als überlegen angesehen. Daneben wird auch zwischen verschiedenen Tierarten unterschieden: So empfinden viele Menschen Hunde und Katzen als Familienmitglieder und lehnen es ab, sie zu halten, auszubeuten und zu töten wie Schweine, Rinder oder Hühner. Speziesismus betrifft aber auch sogenannte Haustiere: Sie werden zur menschlichen Unterhaltung benutzt, oftmals unter tierschutzwidrigen Bedingungen (qual-)gezüchtet und wie Ware verkauft. Auch für Tierversuche werden sie missbraucht.

Das Motiv steht hier zum Download bereit.

PETAs Motto lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren, sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten.

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