Kreis Heilbronn: Jugendlicher misshandelt Hund – PETA erstattet Strafanzeige und fordert sofortige Wegnahme des Tieres aus der Haltung

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PETA erreichte Mitte Mai eine Whistleblower-Meldung zu einer Hundemisshandlung im Kreis Heilbronn. Auf dem Video ist zu sehen, wie ein Jugendlicher einen kleinen Hund mit Stoffstücken und Kabeln so stark umwickelt und dadurch fixiert hat, dass dieser sich augenscheinlich nicht mehr bewegen konnte. Er bespritzt das Gesicht des Vierbeiners mehrfach mit Wasser, gibt dabei lachende Laute von sich und bezeichnet den Hund als „du Verdammte“. Anschließend betätigt er einen Knopf, um vermutlich einen Stromschlag auszulösen, woraufhin der Hund, der auf einer Erhöhung platziert war, zu Boden stürzt. Dabei ist ein um den Hals des Tieres gewickeltes Kabel zu erkennen. Die Tierrechtsorganisation informierte umgehend die zuständige Kreisveterinärbehörde Heilbronn und forderte, den Hund unverzüglich in Sicherheit zu bringen. Zudem hat PETA am 21. Mai Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft Heilbronn gegen den Jugendlichen erstattet.

„Es ist erschreckend zu sehen, wie ein kleiner, wehrloser Hund gefesselt und offenbar aus Spaß von einem Jungen misshandelt wird. Tierquälerei ist keine ‚harmlose Jugendsünde‘, sondern häufig der erste Schritt zu wiederkehrender Gewalt“, so Monic Moll, Fachreferentin für Whistleblower-Fälle bei PETA. „Wer einem schutzlosen Lebewesen vorsätzlich Leid zufügt, zeigt ein Verhalten, das ernst genommen werden muss. Wir fordern die Behörden auf, den Fall konsequent aufzuklären. Der Hund muss dringend vor weiteren Misshandlungen geschützt und unverzüglich aus der Haltung geholt werden.“

Auf Nachfrage teilte das zuständige Veterinäramt mit, dass eine Kontrolle vor Ort stattgefunden habe. Ob sich der Hund weiterhin in der Haltung befindet, ist trotz mehrfacher Rückfragen bei der Behörde unklar.

Zusammenhang zwischen Gewalttaten an Menschen und Tieren

Tierquälerei ist kein Kavaliersdelikt, sondern eine Straftat nach § 17 Nr. 2 des Tierschutzgesetzes, und kann mit einer Geldstrafe oder einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren geahndet werden.

Fachleute aus Psychologie und Justiz sind sich mittlerweile einig, dass Vergehen an Tieren vermehrt Aufmerksamkeit verlangen. Aggressionsforscher Christoph Paulus von der Universität des Saarlandes sagt dazu: „Geschätzte 80 bis 90 Prozent aller extremen Gewalttäter haben vorher bereits Tiere gequält.“ [1] Über den Zusammenhang von Tierquälerei und Gewalttaten klärt PETA in der Broschüre „Menschen, die Tiere quälen, belassen es selten dabei“ auf, die als Informationsquelle für Staatsanwaltschaften, die Richterschaft und Polizei sowie Angestellte im sozialen Bereich dient.

Tierquälerei bei Kindern und Jugendlichen ist ein deutliches Warnsignal

Die Ursachen für Tierquälerei durch Heranwachsende sind vielfältig. Auslöser kann ein negatives soziales Umfeld sein, oder sie soll der Selbstdarstellung dienen. Häufig ist sie ein Zeichen für schwere psychische Belastungen: Kinder quälen Tiere oft aufgrund eigener Gewalt- oder Missbrauchserfahrung im häuslichen Umfeld. In solchen Fällen kann die Misshandlung von Tieren dazu dienen, Gefühle der Leere und Langeweile zu bekämpfen, die Stimmung zu regulieren, das eigene Selbstwertgefühl zu erhöhen oder Aggressionen abzubauen. Sie kann aber auch Ausdruck von Sadismus oder der Reinszenierung eigener Traumata sein. Manche Kinder und Jugendliche können auch Freude und Genugtuung daran empfinden, anderen Lebewesen Leid zuzufügen. Werden entsprechende Fälle bekannt, sollte mit ihnen dringend über die Tat gesprochen und umgehend auch psychologische Hilfe in Anspruch genommen werden.

Einen respektvollen Umgang mit allen Lebewesen sollten Kinder in erster Linie durch das Elternhaus, aber auch in der Schule lernen. Kindern und Jugendlichen muss vermittelt werden, dass Tiere Gefühle haben. Erwachsene haben eine Vorbildfunktion – nur durch ihren respektvollen und mitfühlenden Umgang mit Tieren können Kinder lernen, dass alle Lebewesen schätzens- und schützenswert sind.

PETAs Motto lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren, sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Form von Diskriminierung, bei der Tiere aufgrund ihrer Artzugehörigkeit abgewertet werden. Der Mensch wird hierbei allen anderen Spezies gegenüber als überlegen angesehen.

Quellen

[1] PETA Deutschland e.V. (2018): Menschen, die Tiere quälen, belassen es selten dabei. Online abrufbar unter: https://www.peta.de/wp-content/uploads/2020/11/Broschuere-A5-Menschen_die-Tiere-quaelen-2019-04-print24.pdf.

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