Anlässlich der am Sonntag im Kulturboden Hallstadt stattfindenden „Reptilienbörse Rolinski“ weist PETA auf das enorme Tierleid auf solchen Veranstaltungen hin: Viele der sensiblen Lebewesen werden nach tagelangen Transporten stark geschwächt in winzigen Plastikboxen angeboten. Zahlreiche sterben an Stress, Unterversorgung oder transportbedingten Verletzungen. [1] Oft werden auf solchen Tierbörsen Wildfänge verkauft, die in ihren Ursprungsländern unter Artenschutz stehen. Sie können Zoonosen übertragen und heimische Arten gefährden. Nicht selten sind die „Exoten“ auch von Qualzucht betroffen. Die Tierrechtsorganisation fordert daher von der Bundesregierung, Wildtierbörsen sowie die Haltung von Wildtieren durch Privatpersonen zu verbieten.
„Während Auffangstationen und Tierheime kaum noch Schildkröten, Echsen, Schlangen und andere Wildtiere aufnehmen können, werden auf Reptilienbörsen wie in Hallstadt unzählige Individuen von skrupellosen Händlern oder Züchtern wie Ware angeboten. Oft sind sogar Wildfänge und auch Qualzuchten darunter. Solche Veranstaltungen müssen aus Tierschutzgründen untersagt werden“, so Björn Thun, Fachreferent bei PETA. „Diese Tiere haben komplexe Ansprüche an Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Beleuchtung und Ernährung. In Gefangenschaft können sie niemals artgerecht gehalten werden.”
Wildfänge sind potenzielle Überträger von Zoonosen
Bei einem Teil der auf deutschen Reptilienbörsen verkauften Tiere handelt es sich um Wildfänge aus Asien, Afrika und Südamerika, die wenige Tage oder Wochen zuvor ihrem natürlichen Lebensraum entrissen wurden. Ob oder welche tödlichen Viren oder Bakterien sie in sich tragen, ist unbekannt. Fest steht jedoch, dass mit 72 Prozent der größte Teil aller Zoonosen aus dem Kontakt mit wildlebenden Tierarten resultiert. [2] Auf den Veranstaltungen werden die meist in winzigen Behältnissen eingesperrten Tiere häufig unter Interessierten herumgereicht. Dadurch können sich gefährliche Viren und Bakterien leicht verbreiten. Schätzungen des Robert-Koch-Instituts zufolge ist jede dritte Salmonelleninfektion bei Kleinkindern auf „exotische“ Tiere zurückzuführen. [3]
„Exoten“-Handel befeuert das Artensterben
Eine Studie des Bundesumweltministeriums vom März 2020 bestätigt, dass der Handel mit Wildtieren zum weltweiten Artensterben beiträgt und dringender Handlungsbedarf besteht. [4] Trotzdem gibt es noch immer keine Gesetze, die den Verkauf von gefährdeten Arten ausreichend regulieren. Sterberaten beim Fang und Transport von bis zu 70 Prozent gelten in der Zoohandelsbranche als üblich. [1] Auch der Weltbiodiversitätsrat (IPBES) betont, dass die direkte Ausbeutung der Natur einer der Hauptgründe für das Artensterben ist.

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PETAs Motto lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren, sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Form von Diskriminierung, bei der Tiere aufgrund ihrer Artzugehörigkeit abgewertet werden. Der Mensch wird hierbei allen anderen Spezies gegenüber als überlegen angesehen.
