Einem Polizeibericht zufolge wurde am Morgen des 16. Juli ein Wallaby in Brüggen-Lüttelbracht gesichtet. Das Tier lief von einem Privatgrundstück über eine Hauptverkehrsstraße auf ein angrenzendes Feld. Nach dem Einfangen erlitt es offenbar während des Transports einen Herzinfarkt und starb. Bislang ist unklar, wo das Wallaby gehalten wurde. PETA fordert angesichts dieses Vorfalls Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer auf, Handel und Privathaltung von Wildtieren deutschlandweit zu verbieten.
„Der tragische Tod des Wallabys zeigt einmal mehr, dass wir dringend die Privathaltung von Wildtieren in Deutschland verbieten müssen. Obwohl sie niemals artgerecht in Gefangenschaft gehalten werden können, landen die Tiere in Wohnzimmern, auf Farmen und teilweise auch in der Natur“, so Peter Höffken, Fachreferent bei PETA. „Ob Tiger, Schlange oder Känguru, diese Tiere gehören ausschließlich in ihren natürlichen Lebensraum.“
Die Tierrechtsorganisation kritisiert, dass der Kauf von anspruchsvollen und teils gefährlichen Tieren unabhängig von dringend erforderlichem Fachwissen noch immer erlaubt ist. In der Folge brechen jedes Jahr Hunderte Wildtiere aus ihren Gehegen und Terrarien aus oder werden von überforderten Personen einfach ausgesetzt. Tierheime und Tierauffangstationen sind häufig überfüllt mit Wildtieren, die einen besonders großen Anspruch an ihren Lebensraum haben.
Eine 2020 vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz (BMUV) vorgestellte Studie bestätigt, dass der Handel mit „exotischen“ Wildtieren zum weltweiten Artensterben beiträgt. Sie zeigt außerdem, dass insbesondere aus Gründen des Arten- und Naturschutzes dringend gehandelt werden muss.
PETAs Motto lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren, sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Form von Diskriminierung, bei der Tiere aufgrund ihrer Artzugehörigkeit abgewertet werden. Der Mensch wird hierbei allen anderen Spezies gegenüber als überlegen angesehen.
