Laut einem Medienbericht haben Kinder in Hameln eine Igelmutter gequält. Wie jetzt bekannt wurde, habe ein Mädchen vor mehr als zwei Wochen beobachtet, wie mehrere Kinder das Tier getreten und versucht hätten, die Igelin als Fußball zu missbrauchen. Zudem sollen sie das Tier mit Plastikschaum aus einem Knetspielzeug übergossen haben. Das Mädchen holte daraufhin zwei Frauen zur Hilfe, die die Igelin befreiten und die Igelstation Weserigel hinzuzogen. Eine Untersuchung an der Tierärztlichen Hochschule Hannover ergab, dass das Tier kurz zuvor fünf Babys geboren hatte. Diese wurden gefunden und mittlerweile wieder mit ihrer Mutter vereint. Angesichts des Vorfalls hat PETAKids heute in einem Schreiben an Bildungseinrichtungen in der Region Hameln sowie an die Tierärztliche Hochschule Hannover appelliert, gemeinsam nachfolgende Generationen für einen gerechten Umgang mit allen Mitlebewesen zu sensibilisieren.
„Dass Kinder derart rohe und willkürliche Gewalt gegen Tiere ausüben, ist äußerst besorgniserregend – und leider kein Einzelfall. Immer wieder werden Tiere von Kindern gequält. Solche Vorfälle zeigen, wie dringend notwendig frühzeitige Aufklärung und Gewaltprävention ist“, so Mareike Homann, Fachreferentin bei PETAKids. „Tierethische Bildung muss deshalb fest in Kitas und Schulen verankert werden, um Empathie und Verantwortungsbewusstsein gegenüber allen Mitlebewesen zu stärken. Nur so können nachfolgende Generationen für ein gerechtes Miteinander sensibilisiert werden.“
Tierquälerei bei Kindern: kein Einzelfall und deutliches Warnsignal
Regelmäßig erreichen PETA Fälle, in denen bereits Kinder empfindsame Lebewesen quälen. Tierquälerei ist kein Bagatelldelikt, sondern eine Straftat nach Paragraf 17 des Tierschutzgesetzes – auf die eine strafrechtliche Verurteilung erfolgen muss, sofern die Täter strafmündig sind. Die Ursachen für Tierquälerei durch Heranwachsende sind vielfältig. Sie kann auf schwere psychische Belastungen, Gewalterfahrungen im häuslichen Umfeld oder ein negatives soziales Umfeld hinweisen.
Werden Fälle von Kindern, die Tiere quälen, bekannt, sollte mit ihnen dringend über die Tat gesprochen und umgehend auch psychologische Hilfe in Anspruch genommen werden. Denn etwa 80 bis 90 Prozent aller Kinder und Jugendlichen, die Tiere quälen, belassen es nicht dabei und schrecken auch vor Gewalt gegen Menschen nicht zurück. [1] Über den Zusammenhang zwischen Tierquälerei und Gewalttaten an Menschen klärt PETA in der Broschüre „Menschen, die Tiere quälen, belassen es selten dabei“ auf, die als Informationsquelle für Staatsanwaltschaften, die Richterschaft und Polizei sowie Angestellte im sozialen Bereich dient.
PETAKids – PETAs Bildungskampagne für Kinder und Jugendliche
Mit dem Fachbereich PETAKids stärkt PETA das Bewusstsein von Kindern für einen achtsamen und respektvollen Umgang mit allen Lebewesen im Sinne des Beutelsbacher Konsenses: PETAKids möchte die Kinder und Jugendlichen dazu ermutigen, den gesellschaftlichen Umgang mit anderen Lebewesen kritisch zu hinterfragen. Die Tierrechtsorganisation bietet dafür kostenfreie kindgerechte, fundierte Bildungs- und Informationsmaterialien, Workshops mit qualifizierten Tierrechtsreferenten sowie die Webseite PETAKids.de mit vielen tierischen Wissensangeboten und Tierschutztipps an.
PETAs Motto lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren, sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Form von Diskriminierung, bei der Tiere aufgrund ihrer Artzugehörigkeit abgewertet werden. Der Mensch wird hierbei allen anderen Spezies gegenüber als überlegen angesehen.
