Kleintiermarkt in Weilheim: PETA kritisiert Tierqualausstellung scharf

PETA Logo

Tierleid und Qualzucht: Am 13. September veranstaltet der Kleintierzuchtverein VdRVK Weilheim u. Umgebung e. V. einen Kleintiermarkt in der Großen Hochlandhalle. Dabei werden sogenannte Rassehühner, Tauben, Gänse, Enten, Truthähne, Ziervögel und andere Kleintiere zum Kauf angeboten.Laut der Tierrechtsorganisation verleiten solche Veranstaltungen Menschen dazu, gezüchtete Tiere zu erwerben, während in deutschen Tierheimen Tausende Lebewesen auf ein neues Zuhause warten. Außerdem verursachen sie für die sensiblen und sozialen Tiere enormen Stress. PETA betont, dass alle Tiere als Familienmitglieder gesehen werden sollten und nicht zu Ausstellungsobjekten degradiert werden dürfen. Die Organisation fordert ein Heimtierschutzgesetz. Es soll allen sogenannten Haustieren, die derzeit größtenteils in einem rechtsfreien Raum leben, den nötigen Schutz sowie ein artgerechtes Leben ermöglichen und Qualzuchten konsequent verbieten.

„Verbände und Züchter, die Vögel und Kleintiere in bestimmten Formen und Farben vermehren, nehmen billigend in Kauf, dass viele Tiere ihre gesamtes Leben lang leiden und oft schwer krank sind. Spontan erworben, verbringen sie häufig ihr Leben ohne Artgenossen in kleinen Käfigen und leiden still“, so Jana Hoger, Fachreferentin für Tierische Mitbewohner bei PETA. „Seit dem 1. Januar 2022 ist es verboten, Qualzucht-Hunde zur Schau zu stellen. Andere Tierarten erfahren bislang noch keinen Schutz. Hier muss die Bundesregierung dringend nachbessern.“

Zucht führt häufig zu Gesundheitsproblemen

Weil ihr äußeres Erscheinungsbild im Vordergrund steht, leiden zahlreiche sogenannte Rassetiere teils lebenslang an gesundheitlichen Problemen. So sind die als „Heimtiere“ beliebten Widderkaninchen, auch Schlappohrkaninchen genannt, aufgrund ihrer Hängeohren besonders anfällig für wiederkehrende und schmerzhafte Entzündungen in den Gehörgängen. Weitere Leidtragende sind beispielsweise Zwergkaninchen. Durch ihre extreme Kurzköpfigkeit haben sie häufig Probleme mit ihren Zähnen und dem Tränennasenkanal. Weiße Kaninchen, auch als Albinos bezeichnet, sind ebenfalls typische Qualzuchten. Die für ihr schneeweißes Fell und ihre roten Augen bekannten Kleintiere sehen nicht scharf, nehmen Kontraste schlechter wahr und sind meist kurz- oder weitsichtig.

Vogelzucht verursacht nichts als Leid und kranke Tiere

Das Leben in Gefangenschaft wird für viele Vögel zur Todesstrafe. Ihnen das Fliegen zu verbieten, raubt ihnen ihr natürlichstes Verhalten – und kommt Tiermissbrauch gleich. Oft leiden eingesperrte Vögel unter chronischem Stress, was dazu führt, dass sie stereotype Verhaltensweisen entwickeln. Dazu zählen ständiges Kopfwackeln, Beißen in die Gitterstäbe der Käfige, Zittern, Zusammenbrechen, Ausreißen der eigenen Federn und Selbstverstümmelung – manchmal sogar bis zum Tod.

Verschärfte Situation in Tierheimen

PETA weist darauf hin, dass die Nachzucht auch die Situation für heimatlose Tiere verschärft. In deutschen Haushalten leben bereits rund 34,3 Millionen sogenannte Haustiere, darunter 4,9 Millionen Kleintiere. [1] Um die Nachfrage nach bestimmten „Rassen“ zu befriedigen, „produzieren“ Züchterinnen und Züchter jedoch weiterhin reichlich Nachwuchs – dabei warten jährlich allein in Deutschland hunderttausende Tiere im Tierheim auf ein Zuhause. 25 bis 30 Prozent der Tiere bleiben ein Jahr oder länger im Tierheim. PETA appelliert daher an alle Menschen, die Zucht nicht zu unterstützen und stattdessen einem hilfsbedürftigen Tier aus dem Tierheim ein Zuhause zu schenken.

PETAs Motto lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren, sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Form von Diskriminierung, bei der Tiere aufgrund ihrer Artzugehörigkeit abgewertet werden. Der Mensch wird hierbei allen anderen Spezies gegenüber als überlegen angesehen.

Quellen

[1] ZZF (2024): Wie viele Hunde, Katzen, Kleinsäuger und Vögel leben in Deutschland? Online abrufbar unter: https://www.zzf.de/marktdaten/heimtiere-in-deutschland (27.06.2025).

Kontakt

Kontakt
Kopieren