Kutschunfall bei Elterlein: 49-Jähriger schwer verletzt – PETA fordert Kutschverbot von Landrat Rico Anton

Kutsche im Wald, totes Pferd

Medienberichten zufolge kam es am Freitagnachmittag zu einem schweren Kutschunfall auf einem Waldweg zwischen Geyer und Elterlein. Nachdem 13 Fahrgäste, die einen Junggesellenabschied feierten, für eine Pause abgestiegen waren, gerieten die Pferde aus noch ungeklärter Ursache in Panik. Der Kutscher stellte sich vor die Tiere, konnte sie jedoch nicht beruhigen. Die Pferde rannten los und schleiften den Mann mit sich, die Kutsche überrollte ihn. Dabei wurden der 49-Jährige schwer verletzt. Er musste mit einem Rettungshubschrauber in ein Krankenhaus gebracht werden. Die Pferde konnten gestoppt werden, bevor sie auf die Straße gelangten. PETA appellierte heute an Landrat Rico Anton, ein Verbot von Pferdekutschen im Erzgebirgskreis einzuführen.

Nach schweren Unfällen im Erzgebirgskreis forderte PETA bereits drei Mal ein Kutschverbot vom damaligen Landrat Frank Vogel. 2018 starben zwei Menschen und drei wurden schwer verletzt, nachdem eine Kutsche gegen einen Baum prallte. 2016 kam ein 69-Jähriger um, als eine Kutsche umkippte. Allein zwischen 2014 und 2016 kam es nach Angaben der Kreisverwaltung zu acht Kutschunfällen im Landkreis.

„Pferde sind Fluchttiere, die schon bei kleinsten Störungen erschrecken. Immer wieder kommt es zu schweren Unfällen, teils mit tödlichem Ausgang. Hinzu kommt, dass die Gespanne weder sichere Bremssysteme noch Airbags oder eine Knautschzone haben“, so Peter Höffken, Fachreferent bei PETA. „Solche Unfälle sollten zu der Erkenntnis führen, dass die Verwendung von Pferdekutschen ein erhebliches Risiko darstellt. Die einzige Lösung zum Schutz von Mensch und Tier ist deshalb ein Verbot von Kutschfahrten.“

39 Unfälle bei Kutschfahrten im Jahr 2025

Jährlich ereignen sich Dutzende Unfälle mit von Pferden gezogenen Kutschen. 2025 wurden bei insgesamt 39 Kutschunfällen in Deutschland mindestens 58 Menschen verletzt, viele von ihnen schwer. Darüber hinaus starben vier Pferde, mindestens acht weitere erlitten Verletzungen. Die mit Abstand häufigste Unfallursache war das Erschrecken eines oder mehrerer Pferde. 2024 gab es mindestens 38 Kutschunfälle.

Die häufig schweren Verläufe der Unfälle sind vor allem auf fehlende Sicherungsvorrichtungen wie mangelhafte Beleuchtung und unzureichende Bremssysteme zurückzuführen. Rothenburg ob der Tauber beschloss 2010 nach einem schweren Pferdekutschenunfall ein Kutschverbot im Innenstadtbereich, das der Bayerische Verwaltungsgerichtshof bestätigte.

Tiergerechte Lebensweise wird Pferden vor Kutschen verwehrt

PETA setzt sich für ein Verbot von Pferdekutschen ein. Die sensiblen und sozialen Lauftiere möchten in einer Herde leben. Sie benötigen gute Nahrung und stets frisches Wasser, Pflege und medizinische Versorgung. Selbstverständlich sollten natürliches Sonnenlicht und frische Luft zur Verfügung stehen. Wenn diese essenziellen Haltungsvoraussetzungen nicht oder nur unzureichend gegeben sind, führt das auf Dauer zu seelischem Leid und körperlichen Beeinträchtigungen. Ein Pferd in guter Haltung kann 35 Lebensjahre und mehr erreichen.

Kutsche im Wald, totes Pferd

Das druckfähige Motiv steht hier zum Download zur Verfügung.

PETAs Motto lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren, sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Form von Diskriminierung, bei der Tiere aufgrund ihrer Artzugehörigkeit abgewertet werden. Der Mensch wird hierbei allen anderen Spezies gegenüber als überlegen angesehen.

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