Kutschunfall in Kölleda: Vier Menschen verletzt, davon ein Kind schwer – PETA fordert Kutschverbot von Landrat Christian Karl

Ein totes Pferd liegt neben einer Kutsche.

Einem Medienbericht kam es am Dienstagabend in Kölleda zu einem schweren Kutschunfall. In einem Park seien die Pferde wegen einer Plastiktüte in Panik geraten, woraufhin der Fahrer die Kontrolle über das Gespann verloren habe. Ein 25-Jähriger und eine 37-Jährige seien von der fahrenden Kutsche gesprungen. Der 50-jährige Fahrer sowie ein Zwölfjähriger stürzten. Anschließend sei das Gefährt gegen eine Baustellenampel geprallt und erst auf einem zwei Kilometer entfernten Feld zum Stehen gekommen. Das Kind musste schwer verletzt mit einem Rettungshubschrauber in eine Klinik gebracht werden. Angesichts dieses Vorfalls forderte PETA Landrat Christian Karl heute auf, ein Verbot von Pferdekutschen im Landkreis Sömmerda einzuführen.

„Pferde sind sensible Fluchttiere, die schon bei kleinsten Störungen erschrecken, schnell in Panik geraten und unkontrolliert loslaufen können. Immer wieder kommt es bei Kutschfahrten zu schweren Unfällen, teils mit tödlichem Ausgang“, so Jana Hoger, Fachreferentin bei PETA. „Der Landkreis Sömmerda muss Konsequenzen ziehen und ein Kutschverbot beschließen – zum Schutz von Pferden und Menschen. Den Verunfallten wünschen wir eine schnelle Genesung.“

39 Unfälle bei Kutschfahrten im Jahr 2025

Jährlich ereignen sich Dutzende Unfälle mit von Pferden gezogenen Kutschen. 2025 wurden bei insgesamt 39 Kutschunfällen in Deutschland mindestens 58 Menschen verletzt, viele von ihnen schwer. Vier Pferde starben, mindestens acht weitere erlitten Verletzungen. Die mit Abstand häufigste Unfallursache war das Erschrecken eines oder mehrerer Pferde. 2024 gab es mindestens 38 Kutschunfälle.

Die häufig schweren Verläufe der Unfälle sind vor allem auf fehlende Sicherungsvorrichtungen wie mangelhafte Beleuchtung und unzureichende Bremssysteme zurückzuführen. Rothenburg ob der Tauber beschloss 2010 nach einem schweren Pferdekutschenunfall ein Kutschverbot im Innenstadtbereich, das der Bayerische Verwaltungsgerichtshof bestätigte.

Tiergerechte Lebensweise wird Pferden vor Kutschen verwehrt

PETA setzt sich für ein Verbot von Pferdekutschen ein. Die sensiblen und sozialen Lauftiere möchten in einer Herde leben. Sie benötigen gute Nahrung und stets frisches Wasser, Pflege und medizinische Versorgung. Selbstverständlich sollten natürliches Sonnenlicht und frische Luft zur Verfügung stehen. Wenn diese essenziellen Haltungsvoraussetzungen nicht oder nur unzureichend gegeben sind, führt das auf Dauer zu seelischem Leid und körperlichen Beeinträchtigungen. Ein Pferd in guter Haltung kann 35 Lebensjahre und mehr erreichen.

Ein totes Pferd liegt neben einer Kutsche.

Das druckfähige Motiv steht hier zum Download zur Verfügung.

PETAs Motto lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren, sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Form von Diskriminierung, bei der Tiere aufgrund ihrer Artzugehörigkeit abgewertet werden. Der Mensch wird hierbei allen anderen Spezies gegenüber als überlegen angesehen.

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