Verängstigte Ponys auf Bietigheimer Pferdemarkt ins Gesicht geschlagen: PETA erstattet Anzeige beim Veterinäramt und fordert Absage von Tierqualveranstaltung

Pferdemarkt Aufnahmen aus Bietigheim-Bissingen, Pony wird geschlagen

PETA erreichte eine Whistleblower-Meldung zum Bietigheimer Pferdemarkt, der vom 4. bis 8. September in Bietigheim-Bissingen stattfand. Unter anderen wurden dort Pferde ausgestellt, zu Vorführungen gezwungen und zum Kinderreiten angeboten. Auf den Aufnahmen ist mehrfach zu sehen, wie Menschen Ponys schlagen – teilweise ins Gesicht. Ein Pony konnte sich losreißen und rannte durch die Menschenmenge. Die Tierrechtsorganisation weist darauf hin, dass Pferde Fluchttiere sind, die in unbekannter, lauter Umgebung und inmitten von Menschenmassen schnell in Panik geraten können. PETA hat Anzeige beim zuständigen Veterinäramt erstattet und umgehende Konsequenzen für die verantwortlichen Personen gefordert. Zudem appelliert die Organisation an die Behörde, künftig keine Tiere mehr auf dem Pferdemarkt zuzulassen.

„Für die Ponys war der Pferdemarkt eine reine Tierqualveranstaltung. Umgeben von lauter Musik, Lautsprecherdurchsagen und dem Trubel der Menschenmassen zeigten mehrere Tiere deutliche Stresssignale und gerieten teils in Panik“, so Jana Hoger, Fachreferentin bei PETA. „Dieser Umgang zeigt einmal mehr, wie viel in der oft romantisierten Pferdewelt schiefläuft. Wenn Menschen in aller Öffentlichkeit Pferde verprügeln, dann will man nicht wissen, was hinter verschlossenen Türen passiert, wenn keiner hinsieht. Das muss Konsequenzen haben.“

Pferdemarkt Aufnahmen aus Bietigheim-Bissingen
Pferdemarkt Aufnahmen aus Bietigheim-Bissingen, Pony wird geschlagen

Aufnahmen vom Pferdemarkt in Bietigheim-Bissingen: Ponys offenbar geschlagen und deutlich unter Stress. / © PETA Deutschland e.V.

Diese und weitere Bilder können hier heruntergeladen werden.
Videomaterial senden wir auf Anfrage gerne zu.

Kommt es auf Veranstaltungen wie Pferdemärkten bei den Tieren zu Angstreaktionen oder Panik, besteht ein erhöhtes Verletzungsrisiko für Mensch und Tier. Wenn sich Pferde losreißen und flüchten, können sie sich selbst verletzen und stellen zugleich eine Gefahr für Anwesende dar. Immer wieder sind solche gefährlichen Situationen auf dem PETA vorliegenden Material zu erkennen.

Pferdemärkte können Tiere erheblich belasten

Pferde und Ponys sind Fluchttiere, die sensibel auf ungewohnte Umgebungen, Lärm, Menschenmassen und hektische Bewegungen reagieren. Veranstaltungen wie Pferdemärkte bedeuten für die Tiere oftmals eine Vielzahl von Stressfaktoren gleichzeitig. Bereits das Verladen, der Transport, lange Wartezeiten, wechselnde Bezugspersonen und die Unterbringung vor Ort können sie stark belasten. Typische Stressanzeichen sind Unruhe, vermehrtes Schwitzen, Schreckhaftigkeit, Ausweichverhalten, Fluchtversuche oder stereotype Bewegungen. Bei Vorführungen und Präsentationen vor großem Publikum sind Pferde und Ponys oft zusätzlich dauerhaft einer Situation ausgesetzt, der sie sich nicht entziehen können. Das kann insbesondere für junge oder besonders sensible Tiere eine erhebliche psychische Belastung darstellen.

PETAs Motto lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren, sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Form von Diskriminierung, bei der Tiere aufgrund ihrer Artzugehörigkeit abgewertet werden. Der Mensch wird hierbei allen anderen Spezies gegenüber als überlegen angesehen.

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