Kutschunfall in Nuthetal: Zwei Pferde getötet, ein Mann verletzt – PETA fordert Kutschverbot von Landrat Marko Köhler

Totes Pferd liegt neben einer Kutsche im Wald

Laut einer Polizeimeldung kam es am Mittwochnachmittag in Nuthetal zu einem schweren Kutschunfall. Der 60-jährige Kutscher verlor nach bisherigen Erkenntnissen in der Arthur-Scheunert-Allee die Kontrolle über die beiden Pferde. Die Kutsche prallte daraufhin gegen einen Zaun. Dabei erlitten die Pferde so schwere Verletzungen, dass eine Tierärztin entschied, sie noch vor Ort zu töten. Der Kutscher wurde verletzt und musste im Krankenhaus behandelt werden. PETA appellierte heute an Landrat Marko Köhler, ein Verbot von Pferdekutschen im Landkreis Potsdam-Mittelmark einzuführen.

„Pferde sind Fluchttiere, die schon bei kleinsten Störungen erschrecken. Immer wieder kommt es zu schweren Unfällen, teils mit tödlichem Ausgang. Hinzu kommt, dass die Gespanne weder sichere Bremssysteme noch Airbags oder eine Knautschzone haben“, so Peter Höffken, Fachreferent bei PETA. „Solche Unfälle sollten zu der Erkenntnis führen, dass die Verwendung von Pferdekutschen ein erhebliches Risiko darstellt. Die einzige Lösung zum Schutz von Mensch und Tier ist deshalb ein Verbot von Kutschfahrten.“

39 Unfälle bei Kutschfahrten im Jahr 2025

Jährlich ereignen sich Dutzende Unfälle mit von Pferden gezogenen Kutschen. 2025 wurden bei insgesamt 39 Kutschunfällen in Deutschland mindestens 58 Menschen verletzt, viele von ihnen schwer. Darüber hinaus starben vier Pferde, mindestens acht weitere erlitten Verletzungen. Die mit Abstand häufigste Unfallursache war das Erschrecken eines oder mehrerer Pferde. 2024 gab es mindestens 38 Kutschunfälle.

Die häufig schweren Verläufe der Unfälle sind vor allem auf fehlende Sicherungsvorrichtungen wie mangelhafte Beleuchtung und unzureichende Bremssysteme zurückzuführen. Rothenburg ob der Tauber beschloss 2010 nach einem schweren Pferdekutschenunfall ein Kutschverbot im Innenstadtbereich, das der Bayerische Verwaltungsgerichtshof bestätigte.

Tiergerechte Lebensweise wird Pferden vor Kutschen verwehrt

PETA setzt sich für ein Verbot von Pferdekutschen ein. Die sensiblen und sozialen Lauftiere möchten in einer Herde leben. Sie benötigen gute Nahrung und stets frisches Wasser, Pflege und medizinische Versorgung. Selbstverständlich sollten natürliches Sonnenlicht und frische Luft zur Verfügung stehen. Wenn diese essenziellen Haltungsvoraussetzungen nicht oder nur unzureichend gegeben sind, führt das auf Dauer zu seelischem Leid und körperlichen Beeinträchtigungen. Ein Pferd in guter Haltung kann 35 Lebensjahre und mehr erreichen.

Kutsche im Wald, totes Pferd
Symbolbild: Pferdekutschenunfälle fordern immer wieder Opfer bei Mensch und Tier. / © 112-magazin.de

Das druckfähige Motiv steht hier zum Download zur Verfügung.

PETAs Motto lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren, sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Form von Diskriminierung, bei der Tiere aufgrund ihrer Artzugehörigkeit abgewertet werden. Der Mensch wird hierbei allen anderen Spezies gegenüber als überlegen angesehen.

Kontakt

Kontakt
Kopieren