Die Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG) will Kampagnenorganisationen wie PETA künftig von ihren Messen ausschließen. Anlass ist die Teilnahme der Tierrechtsorganisation bei den DLG-Feldtagen 2026, auf denen PETA ihren Strategieplan für den Ausstieg aus der tierhaltenden Landwirtschaft vorgestellt hatte. Unter dem Motto „Pflanzenbau out of the Box“ bot die Messe aus Sicht von PETA den idealen Rahmen, um auf die Notwendigkeit einer grundlegenden Agrarwende aufmerksam zu machen. Doch die Präsenz der Tierrechtsorganisation stieß auf erheblichen Gegenwind bei Teilnehmern und Besuchern der Pflanzenbaumesse – trotz durchweg ruhiger und fachlicher Gespräche am Stand.
„Wir bedauern, dass sich die DLG künftig gegen einen konstruktiven und vielfältigen Dialog über die Zukunft der Landwirtschaft entscheidet. Damit macht sie erneut deutlich, wie groß der Einfluss der Agrarlobby ist, die ihr Geschäftsmodell auf Tierausbeutung gründet und Umwelt- sowie Klimaschutz konsequent hintanstellt – statt neue Wege hin zu einem gerechten, gesunden und nachhaltigen Ernährungs- und Agrarsektor gemeinsam zu beschreiten“, so Lisa Kainz, Agrarwissenschaftlerin und Fachreferentin bei PETA. „Deshalb appellieren wir an die Menschen, vegan zu leben und so eine tierfreie Landwirtschaft voranzutreiben.“
Reaktionen auf PETAs Auftritt auf den DLG-Feldtagen
PETA wurde von der Standleitung begrüßt, die zudem versicherte, dass ein fachlicher, sachlicher Austausch vor Ort besser sei als mit provokanten Demo-Aktionen an den Messe-Eingängen auf die Themen aufmerksam zu machen. Doch nicht alle Mitaussteller und Besucher reagierten positiv auf die Anwesenheit von PETA. Bereits am ersten Tag hinterließen Unbekannte am PETA-Stand eine halb leere Box eines Schnellrestaurants, in der sich Teile getöteter Hühner befanden. Zum dritten Messetag wurde ein PETA-Banner mit der Aufschrift „Tierfreie Landwirtschaft jetzt“ sowie weiteres Ausstellungsmaterial entwendet. Auch der Aufsteller der Tierrechtsorganisation „Tiere sind nicht dafür da, damit wir sie essen“ wurde zusammengeklappt. Agrar-Influencer äußerten Kritik über die Präsenz der Tierrechtsorganisation und kündigten ihren Austritt aus der DLG an. Diesem Druck scheint sich die DLG gebeugt zu haben, indem sie öffentlich klarstellte, Kampagnenorganisationen wie PETA künftig keine Teilnahme an ihren Messen mehr zuzusagen.
Die Diskussion über die Teilnahme von PETA zeigt erneut, dass es der Industrie nach Ansicht der Tierrechtsorganisation schwerfällt, mit zukunftsorientierten Alternativen die großen Probleme der aktuellen Landwirtschaft zu lösen. PETA möchte Lösungen vorstellen und darüber ins Gespräch kommen. Eine Provokation der Teilnehmer und Besucher war nie PETAs Intention.
PETAs Strategieplan für eine tierfreie Landwirtschaft
Allein in Deutschland tötet die tierhaltende Landwirtschaft jedes Jahr rund 750 Millionen fühlende Lebewesen und gehört zu den ressourcenintensivsten und umweltschädlichsten Wirtschaftszweigen unserer Zeit. Eine Agrarwende hin zur tierfreien Landwirtschaft könnte das Leben künftiger Generationen sichern sowie die Folgen der Klimakatastrophe abmildern. PETA hat deshalb Ende Mai 2025 einen Strategieplan zum Ausstieg aus der Tierwirtschaft veröffentlicht und fordert die Politik damit zum Handeln auf. Die Tierrechtsorganisation zeigt anhand konkreter Schritte, wie der Umstieg auf veganen Ökolandbau gelingen kann. Pflanzliche Nahrungsmittel sparen im Vergleich zu tierischen Produkten zahlreiche Ressourcen ein und können weitaus umweltschonender hergestellt werden.



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PETAs Motto lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren, sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Form von Diskriminierung, bei der Tiere aufgrund ihrer Artzugehörigkeit abgewertet werden. Der Mensch wird hierbei allen anderen Spezies gegenüber als überlegen angesehen.
