Massenmorde wegen Ausbruch der Newcastle-Krankheit im Landkreis Dahme-Spreewald: PETA appelliert an Landrat Sven Herzberger, Ausstieg aus der Tierwirtschaft voranzutreiben

PETA Logo

Rund 885.000 Hühner getötet

Laut einem Medienbericht wurde in einem Betrieb in Bestensee die hochansteckende Newcastle-Krankheit nachgewiesen. Rund 885.000 Hühner wurden getötet. Seit 1996 sind in Deutschland erstmals wieder Hühner und Puten betroffen [1]. Dies ist der zweite Fall in Brandenburg innerhalb weniger Wochen, zudem wurden mindestens vier weitere Fälle in Bayern bekannt. Statt Massentötungen und immer neuer „Sperrzonen“ fordert PETA einen grundlegenden Wandel in der Landwirtschaft: weg von der Tierhaltung, hin zu veganem Ökolandbau. Die Tierrechtsorganisation appelliert an Landrat Sven Herzberger, Ausstiegsprogramme für Betriebe zu stärken. Zudem fordert sie das Veterinäramt des Landkreises Dahme-Spree auf, tierfreundliche Alternativen zur pauschalen Tötung potenziell infizierter Tiere anzuwenden. Erkrankte Vögel müssen isoliert und behandelt werden, so PETA.

„Solche Tierseuchen sind nicht lediglich ein Naturereignis, sondern auch Ergebnis der ausbeuterischen Tierindustrie“, erklärt Julia Weibel, Fachreferentin für Tiere in der Ernährungsindustrie bei PETA. „In den engen Ställen gibt es kaum frische Luft oder Rückzugsmöglichkeiten. Der dauerhafte Stress schwächt das Immunsystem der Tiere. So können gefährliche Krankheitserreger leichter entstehen, mutieren und sich ausbreiten.“

PETA hat im Mai 2025 einen Strategieplan für den Ausstieg aus der Tierwirtschaft veröffentlicht und fordert die Politik damit zum Handeln auf. Die Tierrechtsorganisation zeigt anhand konkreter Schritte, wie der Umstieg auf veganen Ökolandbau gelingen kann – um die Zukunft von Tieren und Menschen zu sichern sowie der Klimakatastrophe zu begegnen. 

Tierindustrie führt zu Tierseuchen

Laut dem Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit (FLI) wurden allein im November 2025 in neun Bundesländern 105 H5N1-Ausbrüche (Vogelgrippen-Virus-Subtyp) in Betrieben gemeldet, die Puten, Hühner, Gänse oder Enten halten. [2] Mitte Dezember stufte das Institut das Infektionsrisiko weiterhin als hoch ein. [3] Kommt es zu einer Infektion, werden alle Vögel in einem Betrieb – und teilweise darüber hinaus in einem bestimmten Umkreis – getötet. Dies hat rein wirtschaftliche Gründe: Es soll verhindern, dass sich auch Tiere anderer Betriebe infizieren, was durch Kosten für Hygienemaßnahmen oder die Tötung Gewinneinbußen bedeuten würde.

Tierseuchen werden PETA zufolge nicht ausschließlich von Wildtieren auf andere Tiere übertragen, sondern können auch in der Tierindustrie selbst entstehen. Hunderte Millionen Individuen sind in den Betrieben in Deutschland meist inmitten von Exkrementen auf engem Raum eingesperrt. Ihr Kot wird als Gülle auf Feldern und Äckern ausgebracht, die auch von Wildtieren aufgesucht werden. So kann sich das Virus weiter ausbreiten. Auch der internationale Transport unzähliger Tiere bestärkt die Verbreitung der Seuchen.

Konsum tierischer Produkte ist eine der Hauptursachen für Zoonosen

Drei von vier aller neu auftretenden Krankheitserreger sind sogenannte Zoonosen, wurden also vom Tier auf den Menschen übertragen. Bereits 2004 nannte die Weltgesundheitsorganisation WHO die steigende Nachfrage nach tierischen Produkten als eine der Hauptursachen für die Entstehung von Zoonosen. [4] COVID-19, die Vogelgrippe H5N1, die SARS-Pandemie, das MERS-CoV, das Ebolafieber und sogar Aids – sie alle haben einen gemeinsamen Nenner: die Ausbeutung von Tieren. [5]

PETAs Motto lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren, sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Form von Diskriminierung, bei der Tiere aufgrund ihrer Artzugehörigkeit abgewertet werden. Der Mensch wird hierbei allen anderen Spezies gegenüber als überlegen angesehen.

Quellen

[1] Friedrich-Loeffler-Institut (2026): Ausbruch der Newcastle-Krankheit in Brandenburg – erster Fall nach 30 Jahren. Online abrufbar unter: https://www.fli.de/de/aktuelles/kurznachrichten/neues-einzelansicht/ausbruch-der-newcastle-krankheit-in-brandenburg-erster-fall-nach-30-jahren/. (25.02.2026)
[2] Friedrich Loeffler Institut (2025): Tierseuchengeschehen – Aviäre Influenza (AI) / Geflügelpest. Online abrufbar unter: https://www.fli.de/de/aktuelles/tierseuchengeschehen/aviaere-influenza-ai-gefluegelpest/. (14.01.2026).
[3] Friedrich Loeffler Institut (2025): Kurznachricht – Aktuelle Risikoeinschätzung Geflügelpest/Vogelgrippe: Weiterhin hohes Risiko für Geflügelpest. Online abrufbar unter: https://www.fli.de/de/aktuelles/kurznachrichten/neues-einzelansicht/aktuelle-risikoeinschaetzung-gefluegelpest-vogelgrippe-weiterhin-hohes-risiko-fuer-gefluegelpest/.  (14.01.2026).
[4] WHO/FAO/OIE (2004): Report of the WHO/FAO/OIE joint consultation on emerging zoonotic diseases. Online abrufbar unter: https://apps.who.int/iris/bitstream/handle/10665/68899/WHO_CDS_CPE_ZFK_2004.9.pdf?fbclid=IwAR2ha8hDMHV8gDJYEadsk7-lxLS84Z3kSlq3E4-zG5kaWUh1Xc5vgJhTsJ4. (14.01.2026).
[5] Bundesministerium für Bildung und Forschung (2011): Gefährliche Eindringlinge – Droht nach der Schweine- und Vogelgrippe in Zukunft eine Fledermausgrippe? Online abrufbar unter: https://www.gesundheitsforschung-bmbf.de/de/gefahrliche-eindringlinge-droht-nach-der-schweine-und-vogelgrippe-in-zukunft-eine-3200.php. (14.01.2026).

Kontakt

Kontakt
Kopieren